Samstag, 7. Mai 2011

Kinderpornos für Blinde?

In der Achterstraße haben mich vorhin bei meinem APRS-Test zwei Vollpfosten im dicken Cabrio gefragt, wieso ich denn ein "Mikrofon" in der Tasche habe (die Antenne des Handfunkgeräts guckte ein Stück aus der Hemdtasche) und dass ich sie doch bestimmt bespitzeln wolle. Da ich in der Nähe eines Spielplatzes sei (ist da einer? Ich hab keinen gesehen, hab aber auch nicht drauf geachtet), wäre ich bestimmt "so einer" und sie sollten die Polizei rufen.

Ich finde es echt beängstigend, unter welcher Paranoia manche Menschen offenbar inzwischen leiden. Was denken die, mache ich da? Kinderpornos für Blinde?

Herr, wirf Hirn vom Himmel!

Donnerstag, 28. April 2011

Patch für AFUTrainer 3.0

Letzten Herbst hatte ich eine Kurzanleitung veröffentlicht, wie man den AFUTrainer 3.0 manuell unter Max OS X kompiliert und wie man dabei einige Handling-Probleme umgeht.

Was noch aussteht ist der Patch, wie man den ungültigen Speicherzugriff herauspatcht.

Dazu ist in der Datei catalogmodel.cpp in der Zeile 168 der fettgedruckte Teil zu ergänzen:

if (parent.isValid() || row < 0 || row >= m_listChapter.size()) return QModelIndex();

Damit werden negative Zeilen herausgefiltert und führen nicht länger zum Absturz der Software.

Mittwoch, 27. April 2011

Gelber PTT-Pfeil beim microHAM DigiKeyer II in Verbindung mit Yeasu-Funkgeräten

Lange Zeit habe ich mich gewundert, wieso mein Yaesu FT-857D bei der Verwendung digitaler Betriebsarten mit dem miroHAM DigiKeyer II manchmal einfach nicht auf Sendung gehen mag. Statt dessen leuchtete die PTT-Anzeige gelb (siehe Screenshot), während sie bei normalem Betrieb grün leuchten müsste.

Nachdem gelbe Pfeile im Handbuch nirgends erwähnt werden und auch eine Webrecherche keine Ergebnisse brachte, schrieb ich eine Mail an den microHAM-Support und bekam auch ziemlich schnell Antwort.


Die Ursache ist offenbar ein Bug in einigen Yaesu-Geräten in Verbindung mit einer Eigenheit des DigiKeyers.

Der gelbe Pfeil erscheint dann, wenn der Transceiver keine Betriebsart über die CAT-Schnittstelle an die microHAM-Software übermittelt. Diese zeigt dann drei Punkte rechts neben der Frequenzangabe an und verweigert die die Weiterleitung der PTT-Signale vom Computer an den Transceiver. Weshalb das so ist, erschließt sich mir bisher nicht. Vielleicht sollte ich beim Support noch mal nachfragen. Ich könnte mir nur vorstellen, dass das eine Sicherheitsfunktion ist, die Aussendungen mit falscher Konfiguration verhindern sollen.

Normalerweise müsste die Betriebsart auf DIG oder PKT stehen.

Einige Yaesu-Geräte scheinen nun einen Bug zu haben, so dass sie bei Verwendung von Speicherplätzen diese Betriebsartinformation unter den Tisch fallen lassen.

Wenn man den Inhalt des Speicherplatzes vorher mit der "A=B"-Funktion in einen VFO kopiert und dann vom Speicher- in den VFO-Modus wechselt, sendet der Transceiver die richtige Betriebsart-Information und der DigiKeyer akzeptiert die Sendeanforderung.

Sonntag, 13. Februar 2011

Sind 140 Zeichen noch genug?

Der Twitter-Client TweetDeck hat nun ein Feature, mit dem man über den Dienst deck.ly auch Nachrichten mit mehr als 140 Zeichen schreiben kann. Das ist soweit nichts besonderes, aber da das Erstellen und Dereferenzieren der Nachrichten in TweetDeck automatisch im Hintergrund läuft, hebt sich der Dienst recht angenehm von Konkurenten ab... zumindest für TweetDeck-User wie mich.

Alle anderen sehen nämlich nur einen Tweet mit den ersten Zeichen und einen Link auf den Rest, was das lesen der Timeline ausgesprochen umständlich macht, wenn der Anteil verkürzter Tweets überhand nimmt. Wer solche Dienste zu exzessiv nutzt, darf sich also nicht wundern, wenn er/sie viele Follower verliert.

Trotzdem würde ich mich freuen, wenn Twitter eine offizielle Lösung anbieten würde, das 140 Zeichen-Limit zu umgehen. Diese Lösung hätte dann gute Chancen, client-übergreifend zu funktionieren.

Bleibt die Frage, ob ein solcher Dienst von den Twitter-Usern überhaupt akzeptiert werden würde. Bei einer (nicht-repräsentativen) Diskussion heute Morgen überwogen die negativen Stimmen, die am 140 Zeichen-Limit festhalten möchten.

Ich persönlich denke auch, dass Twitter mit unbegrenzter Tweetlänge nicht funktionieren würde, da der Dienst dann in Monster-Tweets ohne Punkt und Komma ersticken würde.

Dennoch glaube ich, dass Twitter von einer Anhebung des Limits durchaus profitieren könnte. Die 140-Zeichen-Begrenzung dürfte technisch daher rühren, dass ein Tweet zusammen mit ein paar Metadaten in eine SMS von 160 Zeichen passen sollte.

Im Zeitalter von Smartphones mit speziell auf Twitter ausgerichteten Apps finde ich dieses Feature verzichtbar, zumal auch SMS inzwischen länger als 160 Zeichen sein dürfen und mit MMS eine Alternative für noch längere Texte besteht. Die Kosten sollten dabei kein Argument sein, denn ob der Twitter-User einen Text manuell auf mehrere Tweets (und damit SMS) verteilt oder das System lange Tweets lediglich für die wenigen SMS-User automatisch aufsplittet, macht von den SMS-Kosten keinen Unterschied. Ohne SMS-Flat dürfte eine Nutzung von Twitter via SMS sowieso ziemlich aussichtslos sein.

Dagegen sprechen für eine moderate Erhöhung die folgenden Punkte:
  1. Es ist möglich, auch mal einen etwas komplexeren Gedanken verbalisieren zu können, was sicherlich dem allgemeinen Niveau zuträglich wäre. Wohin extreme Simplifizierung komplexer Zusammenhänge führen kann, kann man jeden Morgen in der Bildzeitung nachlesen oder sich in den "Wissenschaftsmagazinen" mancher Privatsender anschauen.

  2. Die Namen von Adressaten und Hashtags (Schlagworten zur Kategorisierung von Tweets) gehen von den 140 Zeichen ab, so dass für die eigentliche Botschaft noch weniger Platz zur Verfügung steht. Ohne Tags kann man sich aber keine Tweets zu bestimmten Themen selektiv anzeigen lassen. Was nützt der beste Tweet, wenn er kaum gelesen wird?

  3. Manche Stilmittel wie Ironie und Sarkasmus erfordern die Verwendung bestimmter Wörter und sterben, sobald man sich immer auf die kürzest mögliche Art und Weise ausdrücken muss. Das finde ich schade, weil ich meinen trocknen Humor via Twitter oft nicht transportiert bekomme, dabei soll Twitter eigentlich auch ein sehr subjektives, individuelles Medium sein.

  4. Die Zeit, die mit dem zurecht-trimmen eines Textes auf 140-Zeichen verbringt, könnte man in sinnvollere Dinge stecken.

  5. In mehrere Tweets aufgeteilte Inhalte kann man kaum noch retweeten (zitieren) ohne dass der Kontext und der Sinn verloren geht.

Bevor die "Traditionalisten" jetzt die Messer wetzen, möchte ich noch mal unterstreichen, dass ich den Kerngedanken von Twitter ("Fass Dich kurz!") gar nicht umstoßen will. Ich denke nur, dass Twitter in seiner jetzigen Form noch einen Großteil seines Potentials verschenkt.

Ein Limit im Bereich des Statustext-Limits bei Facebook fände ich sinnvoll. Das müsste irgendwo bei 420 Zeichen liegen.

Leider ist Facebook kein Ersatz für Twitter, da beide Dienste komplett unterschiedliche Zielgruppen haben: Facebook dient mehr der Vernetzung von Leuten, die man schon kennt; während Twitter doch eher ein Ad-Hoc-Netzwerk ist, auf dem man zwar auch seine Stamm-Follower hat, das sich durch die Hashtags und Re-Tweets aber auch laufend dynamisch umgruppieren kann, z.B. wenn gemeinsam eine Fernsehsendung geguckt wird.

Twitter macht es einfach, seinen eigenen Horizont und Bekanntenkreis zu erweitern, daher sollte Twitter meiner Meinung nach auch wieder zur alten Verhaltensweise zurückkehren, auch Mentions an Leute, denen man nicht selbst folgt, anzuzeigen.

In diesem Sinne: Was denkt Ihr über das 140-Zeichen-Limit, wie und für was nutzt ihr Facebook und Twitter?

Montag, 3. Januar 2011

TwitMatch - Wie gut passt Du zu Deinen Followern?

Ich habe mir gerade mal ein paar Gedanken zu einer neuen Twitter-Anwendung gemacht.

Jeder Mensch kennt den Wunsch nach Bestätigung in der Gruppe und die daraus entstehende Unsicherheit, wenn man sich nicht ganz sicher ist, ob man selbst "normal" ist. Aus Angst sich zu blamieren sagt man dann oft nichts.

Meine Anwendung hat halb spielerischen, halb ernsten Charakter und ist eine Mischung aus einer persönlichen Twitter-Statistik, den von Facebook bekannten Wahrheitsspielen, Formspring und einem Freundefinder.

Das Ganze soll so aussehen: Man loggt sich mit seinem Twitter-Account auf der Seite ein und die Anwendung berechnet eine Statistik zu den Followern, z.B. mit wem man am häufigsten Kontakt hat. Soweit nichts besonderes.

Die Anwendung enthält einen in Kategorien und Unterkategorien aufgeteilten Fragenkatalog mit Fragen, die sich durch Eingabe von Zahlen, Auswahl vorgegebener Antworten und ggf. auch Freitext beantworten lassen. Alle Fragen mit Ausnahme einiger Grunddaten wie z.B. Alter und Geschlecht sind freiwillig.

Wer eine Frage beantwortet, bekommt die Antworten seiner Follower auf die selbe Frage angezeigt. Jeder kann bei der Beantwortung der Frage auswählen, ob er in dieser Liste namentlich oder anonym erscheinen möchte (der Name erscheint jedoch nur, wenn beide Seiten ihren Namen offenbaren). Jeder sieht nur Antworten auf Fragen, die er selbst beantwortet hat und der Schutz der Anonymität erleichtert es, wahrheitsgetreu zu antworten.

Fragen können sich z.B. um die Höhe des Einkommens/Taschengelds drehen, um die Meinung zu bestimmten gesellschaftlichen, moralischen oder politischen Themen oder auch ganz privaten Gewohnheiten drehen.

Beispiele:
  • "Was denkst Du über Stuttgart 21?"
  • "Wie denkst Du über Schwule?"
  • "Wie wichtig ist Treue in einer Beziehung?"
  • "Welche Musikrichtungen hörtst Du?"
  • "Ist Selbstbefriedigung in einer Beziehung Betrug am Partner?"
Aus den Antworten wird ein Übereinstimmungswert berechnet, der umso höher ist, je geringer die Abweichungen zwischen einem Twitterbenutzer und seinen Followern ist.

Diese Übereinstimmungsberechnung erfolgt auf mehreren Ebenen:
  1. Der Twitterbenutzer kann sehen, ob er (bezogen auf alle Fragen) in der breiten Masse mitschwimmt oder mehr Individualist/Außenseiter ist.
  2. Der Benutzer kann sehen, wie sein Freundeskreis zu einer bestimmten Frage steht, z.B. der Akzeptanz von Schwulen und Lesben, was einem vielleicht beim eigenen Outing hilfreich sein kann.
  3. Der Benutzer kann vom System Follower (ggf. auch Followern von Followern) vorgeschlagen bekommen, mit denen er bisher wenig Kontakt, aber viele Gemeinsamkeiten hat.
Hinter den Kulissen stelle ich mir einen Mix aus Statistik und künstlicher Intelligenz vor, der die verschiedenen Kriterien unterschiedlich gewichtet. So ist ein Vergleich der eigenen Körpergröße mit den Followern sicherlich interessant, spielt aber für das Vorschlagen von Freunden sicherlich keine große Rolle. Ein ähnliches Verständnis von Freundschaft kann dagegen elementar sein.

Außerdem müssen zweiseitige Beziehungen (gegenseitiges Folgen) höher bewertet werden als einseitige.

Das System ist nicht primär als Dating-Plattform gedacht, kann aber auch Aspekte aus diesem Metier enthalten: So kann die Anwendung z.B. auch die Meinung eines Benutzers zu bestimmten Followern, mit denen er besonders intensiven Kontakt hat, einholen. So kann das System zwei Menschen, die sich beide sehr gerne näher kennenlernen würden, sich bisher aber nicht getraut haben, den ersten Schritt zu machen, einen Wink mit dem Zaunpfahl geben.

Das System ist dabei natürlich nicht so leicht durchschaubar und manipulierbar, dass man durch ausprobieren falscher Angaben Follower ausspionieren kann.

Soviel zur Idee.

Was meint ihr dazu? Würdet ihr ein solches System benutzen? Was gefällt euch am Konzept, was würdet ihr lieber anders haben wollen?

Samstag, 25. Dezember 2010

Xmas Road Trip

Heiligabend ist überstanden. Seit meine Eltern in ein kleines Kaff bei Süstedt gezogen sind, ist die Reise dorthin immer wieder ein Erlebnis.

Bis 8km vor dem Ziel ging es eigentlich relativ gut. Die Straßen waren zwar nicht in perfektem, so aber doch in befahrbarem Zustand.

Irgendwann mussten wir von einer kleineren, aber gut geräumten Straße links abbiegen... und steckten fest.

Eine nähere Inspektion ergab, dass die Straße, in die wir abbiegen wollten, rund 5-10 cm tiefer lag als die Straße, auf der wir zuvor unterwegs waren. Von außen war dies aber nicht zu sehen.

Ergebnis: Wir waren irgendwo im verschneiten Nirgendwo, weit und breit kein Haus zu sehen und das Auto fuhr weder vor noch zurück.

Mein Bruder versuchte, das Auto anzuschieben, während ich probierte, das Auto vorsichtig rückwärts wieder auf die stabilere Straße manövrieren. Das einzige Ergebnis war, dass sich die Räder noch weiter eingruben.

Ein Plan B musste her.

Eine gängige Methode, um ein festgefahrenes Auto zu befreien, ist, die Fußmatten unter die Räder zu legen. Die teppichartigen Matten heutiger Autos sind eigentlich fast zu Schade für solche Experimente, aber wenn auch das Navi nur Einöde um einen herum anzeigt, gehen einem irgendwann die Alternativen aus.

Das spektakulärste Ergebnis war allerdings, dass eine Matte mit Schwung vorne rausgeschossen kam. Die Situation selbst verbesserte sich dadurch nicht.

Während mein Bruder eine Rauchpause einlegte, machte ich mir über Plan C Gedanken.

Nach dem Ausgraben der Räder und mehrfachem hin und her schaukeln bekam ich das Auto schließlich aus eigener Kraft wieder frei und wir drehten um um erstmal einen größeren Ort anzusteuern.

Von dort aus riefen wir unsere Eltern an und ließen uns telefonisch zum Ziel lotsen. Unterwegs sahen wir auch noch ein anderes Auto, das gerade von einem Trecker aus dem Schnee gezogen wurde.

Fast 3 Stunden nach der Abfahrt in Bremen waren wir endlich dort, während man im Sommer ca. 45min rechnen kann.

Fazit der Hinfahrt: Ein normales Navi nützt einem bei einem Besuch in der winterlichen Provinz nicht allzuviel. Die letzten Jahre klappte es so gerade eben, aber bei richtigem Winterwetter bräuchte man eigentlich einen speziellen Wintermodus, bei dem das Navi nur Straßen berücksichtigt, die auf dem Dienstplan der Räum-/Streufahrzeuge stehen.

Die Fußmatten haben das Prozedere ebenfalls gut überstanden. Ich habe sogar den subjektiven Eindruck, dass sie nun ein wenig sauberer sind als vorher.


Am Ende der weihnachtlichen Familienfeier ging es auf die Rückreise.

Wenn man von einem Insider weiss, welche der Straßen geräumt werden, kommt man deutlich einfacher zum Ziel. Allerdings waren auch die größeren Straßen durch Schneeverwehungen zum Teil zu kleinen einspurigen Wegen geworden, die sich teils nur über dem Mittelstreifen oder auf der Gegenfahrbahn überhaupt noch befahren liessen.

Zu so später Stunde hielt sich der Gegenverkehr zum Glück in Grenzen, so dass dies die meiste Zeit möglich war. Wenn doch mal einer kam hieß es jedoch vorsichtig wieder in die Schneewehen auf unserer Seite abzutauchen. Einmal wären wir da auch fast stecken geblieben, aber es ging gerade noch mal so gut.

Als wir die B6 erreichten, wurde es erheblich besser. Die war zwar auch nicht frei von Schneeverwehungen aber da dort mehr Verkehr ist, hatten sich stabile Fahrspuren ausgebildet.

Die A1 war schließlich bis auf die linke Spur perfekt geräumt. Die A27 sogar vollständig.

Ich bin nun erstmal froh, die nächsten Tage nicht mehr aus dem Haus zu müssen...

In diesem Sinne: Frohes (Rest-)Fest!