Zwei sehr schöne Artikel zu Wikileaks:
Die Berliner Zeitung veröffentlicht einen Appell gegen die Angriffe auf Wikileaks gemeinsam mit der tageszeitung, dem Freitag und der Frankfurter Rundschau.
Spiegel Online: Medienzensur in den USA - Was WikiLeaks mit Internetsperren zu tun hat
Ich habe ab heute nun endlich Weihnachtsurlaub, da komme ich vielleicht auch wieder etwas öfters zum Bloggen.
Posts mit dem Label Politik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Politik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Donnerstag, 16. Dezember 2010
Dienstag, 9. November 2010
Deutschland - Eine "Dagegen!"-Republik?
Die Castoren sind in Gorleben angekommen, somit ein guter Zeitpunkt, mal eine kleine persönliche Bilanz zu ziehen.
Ich habe den ganzen Transport aufmerksam in den Medien, speziell den Livetickern verfolgt.
Atomstrom - eine komplizierte Sache
Mir fällt es ein wenig schwierig, mich eindeutig auf einer Seite zu positionieren, denn ich verstehe die Argumente beider Seiten.
Wir leben in einem Zeitalter, in dem ohne Energie nicht viel läuft. Das Sparpotential ist auch begrenzt, denn es bilden sich auch immer mehr Gruppierungen, die Energiesparlampen verteuteln und das Glühbirnenverbot wird längst durch Umdeklaration der Glühbirnen zu Heizelementen (siehe Heatball) umgangen. (Das Glühbirnenverbot finde ich auch nicht besonders sinnvoll und auch Energiesparlampen haben durchaus ihre Tücken, aber das führt an dieser Stelle jetzt zu sehr vom Thema ab.)
Die meisten regenerativen Energiequellen wie Sonne und Wind haben das Problem, dass sie sehr großen Schwankungen unterliegen.
Ebenso ist die Nachfrage nach Strom ständigen Schwankungen unterworfen und die Energieversorger sind ständig bemüht, die Kraftwerke passend zur Nachfrage nachzuregeln. Das klappt nun nicht mit allen Kraftwerkstypen gleich gut. AKWs sind zum Beispiel sehr leistungsstark, aber auch sehr träge. Gasturbinen sind im Betrieb teuer, aber flott zu regeln.
Bei Sonne und Wind kann man keine Schwankungen ausgleichen, diese Energieträger bringen selbst Schwankungen in das System. Und so ein Energieverteilnetz ist eine sehr empfindliche Sache. Eine falsche Verbrauchsprognose kann zur Überlastung einer Leitung führen, welche sich notabschaltet und dadurch zur Überlastung weiterer Leitungen führt. Eine Kettenreaktion beginnt und am Ende sitzt das halbe Land im Dunkeln.
Was fehlt, ist eine effektive Möglichkeit, Strom zu speichern um einen Regelungspuffer zu gewinnen. Akkus sind zur Speicherung von Strom im großen Maßstab leider noch zu ineffizient. Daran krankt bisher auch das Elektroauto.
Eine Möglichkeit wäre, mit Wind- und Solar-Energie Wasser in einen großen Stausee zu Pumpen und mit der dort gespeicherten Energie nach Bedarf ein Wasserkraftwerk zu betreiben. (Pumpspeicherwerk)
Möglicherweise kann man mit der Wind- und Solar-Energie auch Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff spalten und mit Verbrennungsmotoren/Turbinen bei Bedarf wieder in Strom verwandeln. Dabei wird aus Wasserstoff und Sauerstoff wieder Wasser. Ich weiss aber nicht, wie gut das in großem Maßstab funktioniert.
Bei den Stauseen bin ich jedoch ziemlich sicher, dass es auch hier großangelegte Proteste gäbe.
Ein weiteres Problem ist, dass die Stromerzeugung durch Windenergie vor allem in den Küstenregionen effektiv ist bzw. die Windräder in der Nordsee niemanden durch Geräusche und flackernde Schatten stören können.
Hierfür bedarf es jedoch auch eines Umbau des Energienetzes und wahrscheinlich auch des Baus weiterer Hochspannungstrassen.
Es ist also unrealistisch, die AKWs sofort abschalten zu wollen.
Die Entscheidung, die AKW-Laufzeiten zu verlängern, kann ich somit durchaus nachvollziehen, solange es wirklich keine realistische Ersatztechnologie gibt.
Was ich dagegen überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist die Art und Weise, mit der diese Laufzeitverlängerung durch die Hintertür durchgedrückt wurde. Damit hat die Politik viel Vertrauen zerstört und sich gewiss keinen Gefallen getan.
Die friedlichen Demonstrationen gegen den Castor-Transport kann ich somit durchaus verstehen und unterstützen, sofern man den Zug nur als Symbol betrachtet. Dass der Castor-Transport selbst unumgänglich ist, kann man eigentlich nicht anzweifeln, denn die Transporte sind nur eine Folge der vergangenen Nutzung. Das wäre als wenn man die Umwelt schützen wollte in dem man die Müllabfuhr verbietet, anstatt sich auf die Müllvermeidung zu konzentrieren.
Sinnvoller wäre es doch eigentlich, anstatt gegen die Entsorgung der alten Brennelemente gegen die Bestückung der AKWs mit neuen Elementen zu demonstrieren. Wenn der Laster mit den neuen Brennelementen nicht durchkommt, trifft es auch eher diejenigen, die unmittelbar mit dem Atomstrom verdienen und daher vielleicht auch ein geringeres Interesse an der Forschung nach Alternativen haben.
Aber als Symbol sind die Proteste gegen den Zug für mich wie gesagt ok. Jedenfalls solange sie friedlich und im Rahmen bleiben. Für das mutwillige Entfernen von Schotter aus den Gleisen habe ich kein richtiges Verständnis. Wenn der Zug entgleist kann das folgen haben, die auch die Anti-AKW-Aktivisten mit Sicherheit nicht haben wollen.
Ich fände es besser, wenn ein politischer Weg gefunden würde, die Eigenmächtigkeiten mancher Politiker abzustrafen. Dann könnte man das ganze Geld, das in die Polizeieinsätze geflossen ist, vielleicht auch in die Forschung nach echten Alternativen investieren.
Ich vermute, dass es manchen Demonstranten auch mehr um die "Ausnahmeerfahrung" als willkommene Abwechslung vom Alltag ging. Es bleibt abzuwarten, ob die Proteste nun weitergehen oder alle nach dem "Abenteuerwochenende" wieder zum Tagesgeschäft übergehen.
Stuttgart 21
Spannend wird es auch, wie es nun mit Stuttgart 21 weitergeht. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich die Proteste dort nun auch verschärfen, nachdem die Protestkultur beim Castor-Transport ja ziemlich gut funktioniert hat.
Zu Stuttgart 21 muss ich allerdings sagen, dass ich zu diesem Projekt keine wirkliche Meinung habe. Stuttgart ist weit weg und ich habe keine Ahnung, ob die Stadt einen neuen Bahnhof braucht oder nicht. Und wenn ja, ob es ein teurer unterirdischer sein muss. Da halte ich mich an Dieter Nuhr, der da sagt: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten!"
Ich finde es wichtig, zu den (subjektiv) wichtigen politischen Themen eine eigene(!) Meinung zu haben, aber auch hier ist weniger manchmal mehr. Würde ich mich mit jedem Bahnhof in Deutschland befassen, und sei er noch so weit weg, käme ich zu nichts anderem mehr. Und auch der Sache selbst ist mit zu vielen Meinungen nicht immer gedient. Zu viele Köche verderben bekanntlich den Brei und man kann alles totreden.
Was mich an Stuttgart 21 allerdings sehr wundert ist das Verfahren. In Deutschland muss man normalerweise nicht befürchten, dass einem der Amtsschimmel davongaloppiert. Alles wird x-fach geprüft, so zieht sich auch Stuttgart 21 seit 1-2 Jahrzehnten hin. Wieso kommen die ganzen Proteste jetzt erst?
Die Proteste mögen ja gerechtfertigt sein, aber für mich wirkt das ganze sehr emotionalisiert. Und bei aller (berechtigten!) Kritik an der politischen Führungskaste muss sich gelegentlich auch der Wähler an die eigene Nase fassen und sich selbst gewisse Standards der Entscheidungsfindung auferlegen.
Dies ist übrigens auch ein Grund, weshalb ich Volksentscheiden recht skeptisch gegenüberstehe. Ich male mir lieber nicht aus was passieren würde, würde man nach einer Folge von "Tatort Internet" über die Todesstrafe für Sexualstraftäter abstimmen lassen.
Bei "Tatort Internet" läuft es mir kalt den Rücken runter. Aber nicht nur wegen der dort vorgestellten Pädophilen, sondern vor allem wegen der Machart der Sendung. Aber auch das ist ein anderes Thema.
Wobei ich ja auch der Ansicht bin, dass eine Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken der einzige Weg ist, Kinder effektiv vor Kinderschändern zu schützen. Wieso? Das ist doch offensichtlich! Und jeder, der dagegen ist, leistet der Kinderpornografie Vorschub und soll sich was schämen! Oder so ähnlich.
Deutschland - Eine "Dagegen!"-Republik?
Mir drängt sich manchmal der Eindruck auf, dass man in Deutschland inzwischen gegen alles ist. Nur bloß nichts verändern, man kann nie nie wissen was passieren könnte.
Wenn Google Streetview gestartet ist, werde ich mal gespannt schauen, wer sein Haus alles hat verpixeln lassen.
Ich habe den ganzen Transport aufmerksam in den Medien, speziell den Livetickern verfolgt.
Atomstrom - eine komplizierte Sache
Mir fällt es ein wenig schwierig, mich eindeutig auf einer Seite zu positionieren, denn ich verstehe die Argumente beider Seiten.
Wir leben in einem Zeitalter, in dem ohne Energie nicht viel läuft. Das Sparpotential ist auch begrenzt, denn es bilden sich auch immer mehr Gruppierungen, die Energiesparlampen verteuteln und das Glühbirnenverbot wird längst durch Umdeklaration der Glühbirnen zu Heizelementen (siehe Heatball) umgangen. (Das Glühbirnenverbot finde ich auch nicht besonders sinnvoll und auch Energiesparlampen haben durchaus ihre Tücken, aber das führt an dieser Stelle jetzt zu sehr vom Thema ab.)
Die meisten regenerativen Energiequellen wie Sonne und Wind haben das Problem, dass sie sehr großen Schwankungen unterliegen.
Ebenso ist die Nachfrage nach Strom ständigen Schwankungen unterworfen und die Energieversorger sind ständig bemüht, die Kraftwerke passend zur Nachfrage nachzuregeln. Das klappt nun nicht mit allen Kraftwerkstypen gleich gut. AKWs sind zum Beispiel sehr leistungsstark, aber auch sehr träge. Gasturbinen sind im Betrieb teuer, aber flott zu regeln.
Bei Sonne und Wind kann man keine Schwankungen ausgleichen, diese Energieträger bringen selbst Schwankungen in das System. Und so ein Energieverteilnetz ist eine sehr empfindliche Sache. Eine falsche Verbrauchsprognose kann zur Überlastung einer Leitung führen, welche sich notabschaltet und dadurch zur Überlastung weiterer Leitungen führt. Eine Kettenreaktion beginnt und am Ende sitzt das halbe Land im Dunkeln.
Was fehlt, ist eine effektive Möglichkeit, Strom zu speichern um einen Regelungspuffer zu gewinnen. Akkus sind zur Speicherung von Strom im großen Maßstab leider noch zu ineffizient. Daran krankt bisher auch das Elektroauto.
Eine Möglichkeit wäre, mit Wind- und Solar-Energie Wasser in einen großen Stausee zu Pumpen und mit der dort gespeicherten Energie nach Bedarf ein Wasserkraftwerk zu betreiben. (Pumpspeicherwerk)
Möglicherweise kann man mit der Wind- und Solar-Energie auch Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff spalten und mit Verbrennungsmotoren/Turbinen bei Bedarf wieder in Strom verwandeln. Dabei wird aus Wasserstoff und Sauerstoff wieder Wasser. Ich weiss aber nicht, wie gut das in großem Maßstab funktioniert.
Bei den Stauseen bin ich jedoch ziemlich sicher, dass es auch hier großangelegte Proteste gäbe.
Ein weiteres Problem ist, dass die Stromerzeugung durch Windenergie vor allem in den Küstenregionen effektiv ist bzw. die Windräder in der Nordsee niemanden durch Geräusche und flackernde Schatten stören können.
Hierfür bedarf es jedoch auch eines Umbau des Energienetzes und wahrscheinlich auch des Baus weiterer Hochspannungstrassen.
Es ist also unrealistisch, die AKWs sofort abschalten zu wollen.
Die Entscheidung, die AKW-Laufzeiten zu verlängern, kann ich somit durchaus nachvollziehen, solange es wirklich keine realistische Ersatztechnologie gibt.
Was ich dagegen überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist die Art und Weise, mit der diese Laufzeitverlängerung durch die Hintertür durchgedrückt wurde. Damit hat die Politik viel Vertrauen zerstört und sich gewiss keinen Gefallen getan.
Die friedlichen Demonstrationen gegen den Castor-Transport kann ich somit durchaus verstehen und unterstützen, sofern man den Zug nur als Symbol betrachtet. Dass der Castor-Transport selbst unumgänglich ist, kann man eigentlich nicht anzweifeln, denn die Transporte sind nur eine Folge der vergangenen Nutzung. Das wäre als wenn man die Umwelt schützen wollte in dem man die Müllabfuhr verbietet, anstatt sich auf die Müllvermeidung zu konzentrieren.
Sinnvoller wäre es doch eigentlich, anstatt gegen die Entsorgung der alten Brennelemente gegen die Bestückung der AKWs mit neuen Elementen zu demonstrieren. Wenn der Laster mit den neuen Brennelementen nicht durchkommt, trifft es auch eher diejenigen, die unmittelbar mit dem Atomstrom verdienen und daher vielleicht auch ein geringeres Interesse an der Forschung nach Alternativen haben.
Aber als Symbol sind die Proteste gegen den Zug für mich wie gesagt ok. Jedenfalls solange sie friedlich und im Rahmen bleiben. Für das mutwillige Entfernen von Schotter aus den Gleisen habe ich kein richtiges Verständnis. Wenn der Zug entgleist kann das folgen haben, die auch die Anti-AKW-Aktivisten mit Sicherheit nicht haben wollen.
Ich fände es besser, wenn ein politischer Weg gefunden würde, die Eigenmächtigkeiten mancher Politiker abzustrafen. Dann könnte man das ganze Geld, das in die Polizeieinsätze geflossen ist, vielleicht auch in die Forschung nach echten Alternativen investieren.
Ich vermute, dass es manchen Demonstranten auch mehr um die "Ausnahmeerfahrung" als willkommene Abwechslung vom Alltag ging. Es bleibt abzuwarten, ob die Proteste nun weitergehen oder alle nach dem "Abenteuerwochenende" wieder zum Tagesgeschäft übergehen.
Stuttgart 21
Spannend wird es auch, wie es nun mit Stuttgart 21 weitergeht. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich die Proteste dort nun auch verschärfen, nachdem die Protestkultur beim Castor-Transport ja ziemlich gut funktioniert hat.
Zu Stuttgart 21 muss ich allerdings sagen, dass ich zu diesem Projekt keine wirkliche Meinung habe. Stuttgart ist weit weg und ich habe keine Ahnung, ob die Stadt einen neuen Bahnhof braucht oder nicht. Und wenn ja, ob es ein teurer unterirdischer sein muss. Da halte ich mich an Dieter Nuhr, der da sagt: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten!"
Ich finde es wichtig, zu den (subjektiv) wichtigen politischen Themen eine eigene(!) Meinung zu haben, aber auch hier ist weniger manchmal mehr. Würde ich mich mit jedem Bahnhof in Deutschland befassen, und sei er noch so weit weg, käme ich zu nichts anderem mehr. Und auch der Sache selbst ist mit zu vielen Meinungen nicht immer gedient. Zu viele Köche verderben bekanntlich den Brei und man kann alles totreden.
Was mich an Stuttgart 21 allerdings sehr wundert ist das Verfahren. In Deutschland muss man normalerweise nicht befürchten, dass einem der Amtsschimmel davongaloppiert. Alles wird x-fach geprüft, so zieht sich auch Stuttgart 21 seit 1-2 Jahrzehnten hin. Wieso kommen die ganzen Proteste jetzt erst?
Die Proteste mögen ja gerechtfertigt sein, aber für mich wirkt das ganze sehr emotionalisiert. Und bei aller (berechtigten!) Kritik an der politischen Führungskaste muss sich gelegentlich auch der Wähler an die eigene Nase fassen und sich selbst gewisse Standards der Entscheidungsfindung auferlegen.
Dies ist übrigens auch ein Grund, weshalb ich Volksentscheiden recht skeptisch gegenüberstehe. Ich male mir lieber nicht aus was passieren würde, würde man nach einer Folge von "Tatort Internet" über die Todesstrafe für Sexualstraftäter abstimmen lassen.
Bei "Tatort Internet" läuft es mir kalt den Rücken runter. Aber nicht nur wegen der dort vorgestellten Pädophilen, sondern vor allem wegen der Machart der Sendung. Aber auch das ist ein anderes Thema.
Wobei ich ja auch der Ansicht bin, dass eine Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken der einzige Weg ist, Kinder effektiv vor Kinderschändern zu schützen. Wieso? Das ist doch offensichtlich! Und jeder, der dagegen ist, leistet der Kinderpornografie Vorschub und soll sich was schämen! Oder so ähnlich.
Deutschland - Eine "Dagegen!"-Republik?
Mir drängt sich manchmal der Eindruck auf, dass man in Deutschland inzwischen gegen alles ist. Nur bloß nichts verändern, man kann nie nie wissen was passieren könnte.
Wenn Google Streetview gestartet ist, werde ich mal gespannt schauen, wer sein Haus alles hat verpixeln lassen.
Sonntag, 27. September 2009
Neue Brille
Endlich ist die Wahl vorbei... so langsam ging mir der Wahlkampf auch auf den Keks. Das Ergebnis lasse ich mal erstmal unkommentiert, das muss sich erstmal setzen. Im Moment zicken sich alle in der ARD an. Ein Durcheinander wie im Kindergarten...
Freitag habe ich meine neue Brille abgeholt, die alte hatte ja einen Totalschaden. Heute hab ich Kopfschmerzen... aber das muss nicht an der Brille liegen sondern könnte auch an der Erkältung liegen, die ich mir momentan eingefangen habe. Gestern bin ich mit Wärmflasche ins Bett und habe versucht, mich mit Pfefferminzöl zu entschleimen. So langsam schlägt es auch an.
Heute habe ich daher außer meinem staatsbürgerlichen Kreuz und dem Abwasch nicht viel getan und der gestrige Tag war auch nicht so produktiv, wie ich mir eigentlich vorgenommen hatte.
Gestern kam auch mein neuer Show-Laser, der fortan meine Selbstbau-Lightshow ergänzt. Installiert habe ich ihn hinter dem Fernseher, so dass er seine Muster an zentraler Stelle an Wand und Decke strahlen kann und der Fernseher auch gleichzeitig als Sichtschutz dient um der Lasersicherheit genüge zu tun.
Über ein paar Testprogramme bin ich allerdings noch nicht hinaus gekommen, irgendwie war ich dieses Wochenende einfach zu unkreativ.
Soviel für diese Woche... nach dem Berlin-Trip am Mittwoch bin ich mit meinen Dienstreisen nun hoffentlich erstmal durch und es wird (hoffentlich) wieder etwas entspannter... morgen kann ich erstmal mein schickes neues Büro beziehen.
Freitag habe ich meine neue Brille abgeholt, die alte hatte ja einen Totalschaden. Heute hab ich Kopfschmerzen... aber das muss nicht an der Brille liegen sondern könnte auch an der Erkältung liegen, die ich mir momentan eingefangen habe. Gestern bin ich mit Wärmflasche ins Bett und habe versucht, mich mit Pfefferminzöl zu entschleimen. So langsam schlägt es auch an.
Heute habe ich daher außer meinem staatsbürgerlichen Kreuz und dem Abwasch nicht viel getan und der gestrige Tag war auch nicht so produktiv, wie ich mir eigentlich vorgenommen hatte.
Gestern kam auch mein neuer Show-Laser, der fortan meine Selbstbau-Lightshow ergänzt. Installiert habe ich ihn hinter dem Fernseher, so dass er seine Muster an zentraler Stelle an Wand und Decke strahlen kann und der Fernseher auch gleichzeitig als Sichtschutz dient um der Lasersicherheit genüge zu tun.
Über ein paar Testprogramme bin ich allerdings noch nicht hinaus gekommen, irgendwie war ich dieses Wochenende einfach zu unkreativ.
Soviel für diese Woche... nach dem Berlin-Trip am Mittwoch bin ich mit meinen Dienstreisen nun hoffentlich erstmal durch und es wird (hoffentlich) wieder etwas entspannter... morgen kann ich erstmal mein schickes neues Büro beziehen.
Dienstag, 15. September 2009
Rette Deine Freiheit
Vorhin habe ich bei Golem ein geniales Video zu den Internetsperren entdeckt:
Das Video in Groß und weiterführende Infos: http://www.rettedeinefreiheit.de/
Das Video in Groß und weiterführende Infos: http://www.rettedeinefreiheit.de/
Montag, 14. September 2009
Totalschaden
Seit gestern Nachmittag bin ich von meiner Dienstreise aus dem wilden Osten zurück. Ich habe noch nie so viele rechte Wahlplakate auf einem Haufen gesehen... das ist echt schlimm dort. Die braune Soße quillt aus allen Ritzen. :-(
Das Hotel war sehr einfach, aber ok. Internet gab es leider keins, wenn man von einem Hotspot zu 8 EUR/h absieht. Meine UMTS-Lösung hat auch ziemlich versagt... an UMTS war nicht zu denken, statt dessen war ich schon froh wenn ich einigermaßen konstante 5 KB/s erreichte. Manchmal waren es aber auch nur 0,5-1 KB/s. So macht das keinen Spaß und Surfen wird bei den heutigen aufgeblähten Seiten zur Tortur. :-(
Gestern brach dann auch noch der Bügel meiner Brille ab. Morgens fühlte er sich schon irgendwie "wabbelig" an, nachmittags hatte ich ihn in der Hand. Da das Gelenk gleich mit abgebrochen ist, ist da leider auch nichts mehr zu reparieren, wie mir heute zwei Optiker bestätigt haben.
So richtig schade ist es nicht drum, bei den Gläsern hat sich schon vor geraumer Zeit die Beschichtung abgelöst, so dass ich mir eh schon seit Monaten vorgenommen hatte, eine neue zu kaufen... das habe ich dann heute auch getan. Angepeilter Liefertermin ist in ca. 10 Tagen.
Auf jeden Fall erschreckend, wie schleichend der Sehkraftverlust ist. Ich hatte vorher gedacht, dass sich meine Augen kaum verschlechtert hätten, aber denkste. Man merkt es einfach nicht, wenn man keinen direkten Vergleich hat.
Da ich mit einer Brille mit nur einem Bügel unmöglich bis zur Fertigstellung der neuen Brille rumlaufen (und schon gar nicht am Mittwoch wieder auf Dienstreise gehen) kann, habe ich die Gläser der alten erstmal ins billigste passende Gestell umbauen lassen. Das Gestell hat mich 20 Euro gekostet, das Umarbeiten der Gläser hat der Optiker umsonst gemacht... aber nach dem, was der schon an mir verdient hat, muss das auch mal drin sein. Von dem Preis der neuen Brille inkl. Gläsern will ich hier gar nicht anfangen... für das Geld könnte man sich viele iPod Touch kaufen... (Um mal eine Maßeinheit zu verwenden, die dem gemeinen Twitterer geläufig ist... so wie Flächenmaße häufig in der Einheit "Fußballfelder" angegeben werden.)
Die jetzige Brille kann auf jeden Fall nur eine Notlösung sein. Da die Gläser aus der alten Brille reinpassen mussten, ist sie gezwungenermaßen kleiner als die alte und die damit verbundene Einschränkung des Gesichtsfeldes nervt mich gewaltig. Außerdem wirkt dadurch irgendwie alles viel größer... das 1-EUR-Stück für den Einkaufswagen habe ich erst für ein 2-EUR-Stück gehalten und im Supermarkt kamen mir alle Packungen so merkwürdig groß vor...
Und noch eine Erkenntnis des Tages: Dienstreisen machen dick. Jeden Tag ins Restaurant macht sich auf der Waage deutlich bemerkbar... :-(
Soviel erstmal für heute... morgen heisst es schon wieder Kofferpacken für Teil 2 der Dienstreise... wieder gen Osten.
PS: Beim TV-Duell gestern bin ich gegen Ende eingepennt.
PS2: Warum sprechen mich die süßen Verkäuferschnuggel gerade dann an, wenn meine Brille beim Optiker ist und ich sie kaum sehen kann?
Das Hotel war sehr einfach, aber ok. Internet gab es leider keins, wenn man von einem Hotspot zu 8 EUR/h absieht. Meine UMTS-Lösung hat auch ziemlich versagt... an UMTS war nicht zu denken, statt dessen war ich schon froh wenn ich einigermaßen konstante 5 KB/s erreichte. Manchmal waren es aber auch nur 0,5-1 KB/s. So macht das keinen Spaß und Surfen wird bei den heutigen aufgeblähten Seiten zur Tortur. :-(
Gestern brach dann auch noch der Bügel meiner Brille ab. Morgens fühlte er sich schon irgendwie "wabbelig" an, nachmittags hatte ich ihn in der Hand. Da das Gelenk gleich mit abgebrochen ist, ist da leider auch nichts mehr zu reparieren, wie mir heute zwei Optiker bestätigt haben.
So richtig schade ist es nicht drum, bei den Gläsern hat sich schon vor geraumer Zeit die Beschichtung abgelöst, so dass ich mir eh schon seit Monaten vorgenommen hatte, eine neue zu kaufen... das habe ich dann heute auch getan. Angepeilter Liefertermin ist in ca. 10 Tagen.
Auf jeden Fall erschreckend, wie schleichend der Sehkraftverlust ist. Ich hatte vorher gedacht, dass sich meine Augen kaum verschlechtert hätten, aber denkste. Man merkt es einfach nicht, wenn man keinen direkten Vergleich hat.
Da ich mit einer Brille mit nur einem Bügel unmöglich bis zur Fertigstellung der neuen Brille rumlaufen (und schon gar nicht am Mittwoch wieder auf Dienstreise gehen) kann, habe ich die Gläser der alten erstmal ins billigste passende Gestell umbauen lassen. Das Gestell hat mich 20 Euro gekostet, das Umarbeiten der Gläser hat der Optiker umsonst gemacht... aber nach dem, was der schon an mir verdient hat, muss das auch mal drin sein. Von dem Preis der neuen Brille inkl. Gläsern will ich hier gar nicht anfangen... für das Geld könnte man sich viele iPod Touch kaufen... (Um mal eine Maßeinheit zu verwenden, die dem gemeinen Twitterer geläufig ist... so wie Flächenmaße häufig in der Einheit "Fußballfelder" angegeben werden.)
Die jetzige Brille kann auf jeden Fall nur eine Notlösung sein. Da die Gläser aus der alten Brille reinpassen mussten, ist sie gezwungenermaßen kleiner als die alte und die damit verbundene Einschränkung des Gesichtsfeldes nervt mich gewaltig. Außerdem wirkt dadurch irgendwie alles viel größer... das 1-EUR-Stück für den Einkaufswagen habe ich erst für ein 2-EUR-Stück gehalten und im Supermarkt kamen mir alle Packungen so merkwürdig groß vor...
Und noch eine Erkenntnis des Tages: Dienstreisen machen dick. Jeden Tag ins Restaurant macht sich auf der Waage deutlich bemerkbar... :-(
Soviel erstmal für heute... morgen heisst es schon wieder Kofferpacken für Teil 2 der Dienstreise... wieder gen Osten.
PS: Beim TV-Duell gestern bin ich gegen Ende eingepennt.
PS2: Warum sprechen mich die süßen Verkäuferschnuggel gerade dann an, wenn meine Brille beim Optiker ist und ich sie kaum sehen kann?
Montag, 10. August 2009
München fällt aus
Endlich Urlaub... letzten Freitag wurde es mit einem Mega-Meeting von 12 bis 19 Uhr noch mal anstrengend, aber ich denke, ich habe meine Standpunkte dort recht erfolgreich vertreten.
Samstag war dann CSD in Hamburg und gestern habe ich die Zeit zum Ausspannen und Sortieren der CSD-Fotos genutzt. Ein paar erste Fotos sind auch schon online, es wird aber sicher noch ein paar Tage dauern, bis das Album komplett ist.
Heute Vormittag habe ich mich noch mal intensiver mit meiner Urlaubsplanung auseinander gesetzt. Nachdem auch der zweite Münchener Schnuggel abgesagt hat, ist meine München-Reise erstmal auf unbestimmte Zeit verschoben. Vielleicht schaffe ich im Herbst einen neuen Anlauf, realistischer ist allerdings wohl, dass es frühestens im nächsten Frühjahr klappt. Möglicherweise auch erst im Sommer.
Statt München habe ich nun erstmal meine Köln-Reise ein wenig verlängert. Außerdem dachte ich noch an einen kleinen Trip ans Meer (Cuxhaven?) wenn das Wetter mitspielt.
Jetzt steht aber erstmal Abwaschen auf dem Programm...
Samstag war dann CSD in Hamburg und gestern habe ich die Zeit zum Ausspannen und Sortieren der CSD-Fotos genutzt. Ein paar erste Fotos sind auch schon online, es wird aber sicher noch ein paar Tage dauern, bis das Album komplett ist.
Heute Vormittag habe ich mich noch mal intensiver mit meiner Urlaubsplanung auseinander gesetzt. Nachdem auch der zweite Münchener Schnuggel abgesagt hat, ist meine München-Reise erstmal auf unbestimmte Zeit verschoben. Vielleicht schaffe ich im Herbst einen neuen Anlauf, realistischer ist allerdings wohl, dass es frühestens im nächsten Frühjahr klappt. Möglicherweise auch erst im Sommer.
Statt München habe ich nun erstmal meine Köln-Reise ein wenig verlängert. Außerdem dachte ich noch an einen kleinen Trip ans Meer (Cuxhaven?) wenn das Wetter mitspielt.
Jetzt steht aber erstmal Abwaschen auf dem Programm...
Sonntag, 21. Juni 2009
Singapur: Abschluss und Rückflug
Seit gestern Mittag bin ich zurück in Bremen und seit heute auch wieder halbwegs ausgeschlafen. Gestern Mittag ging es noch einigermaßen, aber im Laufe des Nachmittags kam dann die Müdigkeit und ich habe mich erst aufs Sofa gelegt und bin dann ins Bett rüber gewechselt.
Heute habe ich die Zeit genutzt, schon mal die Singapur-Bilder in mein Webalbum zu prügeln. Da das Upload-Programm ständig abgestürzt ist, eine schweißtreibende Aktion. Ich habe aber gerade gesehen, dass es für diesen Fehler mittlerweile ein Update gibt, mal sehen ob das Problem damit wirklich behoben ist. Die Tage muss ich auch endlich mal die Fotos vom Kirchentag zu Ende sortieren und hochladen.
Die Singapur-Reise war jedenfalls erfolgreich. Der Kunde hat die Abnahme unterschrieben, auch wenn noch ein paar kleinere Restpunkte übrig sind. Aber das ist ja immer so, Kunden sind nie völlig zufrieden. ;-)
Freitag ging es dann noch mal schick geschäftlich essen und das Restaurant, in das wir eingeladen wurden, war sicherlich nicht billig. In Deutschland habe ich ungefähr Vorstellungen davon, was ich in chinesischen Restaurants bestellen kann. Bei dem Essen in Singapur hat unser Gastgeber bestellt und es gab eine große Drehscheibe mit diversen Speisen in der Mitte. Unter den meisten Kreationen konnte ich mir erstmal gar nichts vorstellen und auch das Essen mit Stäbchen will gelernt sein. Es wäre hilfreich gewesen, wenn die Stäbchen Rillen gehabt hätten damit das Essen nicht so leicht wegrutscht...
Nach einem weiteren, eher informellen Meeting ging es dann Abends zum Flughafen.
War ich auf dem Hinflug mit KLM noch ganz zufrieden, bin ich nach dem Rückflug doch arg enttäuscht. Es gab in Singapur keinen vernünftigen Ticketschalter sondern man war gezwungen, die Tickets am Selbstbedienungs-Automaten auszudrucken. Da die Bedienung aber offenbar so kompliziert ist, stand neben jedem Automaten noch ein Angestellter, der den Automaten für die Reisenden bedient hat... und den Automaten auch nicht verstanden hat. So wollten mein Kollege und ich im Flugzeug verständlicherweise nebeneinander sitzen... dies war jedoch nicht möglich, da man zwar Reisegruppen bilden konnte, am Terminal jedoch nur numerische Buchungsnummern einzugeben waren, während unsere alphanumerisch war. Hier muss sich die Allianz aus Air France und KLM, die gemeinsame Ticketschalter und Automaten betreibt, wohl noch auf ein einheitliches System einigen.
Auch am Gepäckabgabeschalter war man nicht im Stande, dieses Problem zu beheben.
Beim Einsteigen streikte dann der Barcode-Scanner und der Schnuggel an der Schleuse musste meine Ticketnummer manuell in eine Papierliste eintragen... der Länge der Liste nach zu urteilen war ich nicht der einzige, bei dem das Ticket nicht maschinell lesbar war. Eine Ursache dafür konnte sein, dass man in Singapur nur billige Streifen aus Thermopapier bekommt, kein richtiges Papier, wie dies in Deutschland üblich ist.
Positiv möchte ich erwähnen, dass der Security-Check in Singapur völlig unproblematisch war. Sachen aufs Band, durch die Schleuse und fertig.
Anders in Amsterdam: Alle Notebooks auspacken und aufklappen. Als wenn das irgend etwas bringen würde... das ist in meinen Augen auch nur ein Sicherheits-Placebo.
Neben der normalen Sicherheitsschleuse gab es in Amsterdam auch eine merkwürdige Kabine, in der sich die Passagiere mit erhobenen Armen hinstellen mussten und dann von einem Sensorkopf umfahren und gescannt wurden. Ob das so ein Backscatter-Scanner war, mit dem man die Leute nackt sehen kann? Sah auf jeden Fall unsympathisch aus.
Der Flug von Singapur nach Amsterdam war anstrengend. Die Maschine war fast ausgebucht, somit war der Luxus des Hinflugs, gleich zwei Plätze in Beschlag nehmen zu können, diesmal nicht drin. Ich saß zwischen einem asiatischen Mädel und einer asiatischen Frau, die beide kleiner als ich waren und daher deutlich weniger Probleme mit dem Platz hatten.
Das hat die Enge ein kleinwenig abgemildert, aber schön war's nicht. Hinzu kamen diesmal diverse Kreischkinder, die dem Flug ebenfalls ihre ganz eigene Note gaben.
Der Flug von Amsterdam nach Bremen war problem- und ereignislos, wenn man davon absieht, dass manche Luftstraßen doch erhebliche Schlag- bzw. Luftlöcher enthalten.
Fazit:
Unterm Strich war die Singapurreise eigentlich ganz in Ordnung und deutlich angenehmer, als ich befürchtet hatte. Singapur ist zwar ein sehr strenges und machmal auch sehr seltsames und bürokratisches Land, aber vieles wird auch nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird. Vielleicht hätte ich schon vorher mit ein paar Schwulen vor Ort chatten sollen, das mir doch ein paar meiner Ängste und Befürchtungen genommen.
Ein wenig schade ist, dass wegen den langen Arbeitszeiten nur relativ wenig Zeit war, um die Stadt und ihre Bewohner näher kennenzulernen. Gerade zum Schluss bin ich auf 15-17 Stunden am Tag gekommen, das ist schon hart. Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich mich sicher auch mal mit einem singapurer Schnuggel getroffen und vielleicht sogar mein schickes Doppelbett einem Belastungstest unterzogen.
Wirklich besser scheinen die singapurer Schnuckel allerdings auch nicht zu sein... der erste meldet sich schon jetzt kaum noch und hat auch die Nachricht, dass ich wieder in Bremen angekommen bin, nicht beantwortet... mache Dinge sind halt überall gleich und Jungs können überall unzuverlässig, unwillig und anstrengend sein...
Ich muss mich nun erstmal auf den aktuellen Stand bringen, was in Deutschland während meiner Abwesenheit alles passiert ist. Soweit ich gehört habe, wurde das leidige Gesetz zur Netzzensur beschlossen? :-(
Aus diesem traurigen Anlass möchte ich diesen Blogeintrag mit einem Video beenden, das mir ein deutscher Schnuggel aus München gestern zugeschickt hat:
In diesem Sinne bis die Tage...
Heute habe ich die Zeit genutzt, schon mal die Singapur-Bilder in mein Webalbum zu prügeln. Da das Upload-Programm ständig abgestürzt ist, eine schweißtreibende Aktion. Ich habe aber gerade gesehen, dass es für diesen Fehler mittlerweile ein Update gibt, mal sehen ob das Problem damit wirklich behoben ist. Die Tage muss ich auch endlich mal die Fotos vom Kirchentag zu Ende sortieren und hochladen.
Die Singapur-Reise war jedenfalls erfolgreich. Der Kunde hat die Abnahme unterschrieben, auch wenn noch ein paar kleinere Restpunkte übrig sind. Aber das ist ja immer so, Kunden sind nie völlig zufrieden. ;-)
Freitag ging es dann noch mal schick geschäftlich essen und das Restaurant, in das wir eingeladen wurden, war sicherlich nicht billig. In Deutschland habe ich ungefähr Vorstellungen davon, was ich in chinesischen Restaurants bestellen kann. Bei dem Essen in Singapur hat unser Gastgeber bestellt und es gab eine große Drehscheibe mit diversen Speisen in der Mitte. Unter den meisten Kreationen konnte ich mir erstmal gar nichts vorstellen und auch das Essen mit Stäbchen will gelernt sein. Es wäre hilfreich gewesen, wenn die Stäbchen Rillen gehabt hätten damit das Essen nicht so leicht wegrutscht...
Nach einem weiteren, eher informellen Meeting ging es dann Abends zum Flughafen.
War ich auf dem Hinflug mit KLM noch ganz zufrieden, bin ich nach dem Rückflug doch arg enttäuscht. Es gab in Singapur keinen vernünftigen Ticketschalter sondern man war gezwungen, die Tickets am Selbstbedienungs-Automaten auszudrucken. Da die Bedienung aber offenbar so kompliziert ist, stand neben jedem Automaten noch ein Angestellter, der den Automaten für die Reisenden bedient hat... und den Automaten auch nicht verstanden hat. So wollten mein Kollege und ich im Flugzeug verständlicherweise nebeneinander sitzen... dies war jedoch nicht möglich, da man zwar Reisegruppen bilden konnte, am Terminal jedoch nur numerische Buchungsnummern einzugeben waren, während unsere alphanumerisch war. Hier muss sich die Allianz aus Air France und KLM, die gemeinsame Ticketschalter und Automaten betreibt, wohl noch auf ein einheitliches System einigen.
Auch am Gepäckabgabeschalter war man nicht im Stande, dieses Problem zu beheben.
Beim Einsteigen streikte dann der Barcode-Scanner und der Schnuggel an der Schleuse musste meine Ticketnummer manuell in eine Papierliste eintragen... der Länge der Liste nach zu urteilen war ich nicht der einzige, bei dem das Ticket nicht maschinell lesbar war. Eine Ursache dafür konnte sein, dass man in Singapur nur billige Streifen aus Thermopapier bekommt, kein richtiges Papier, wie dies in Deutschland üblich ist.
Positiv möchte ich erwähnen, dass der Security-Check in Singapur völlig unproblematisch war. Sachen aufs Band, durch die Schleuse und fertig.
Anders in Amsterdam: Alle Notebooks auspacken und aufklappen. Als wenn das irgend etwas bringen würde... das ist in meinen Augen auch nur ein Sicherheits-Placebo.
Neben der normalen Sicherheitsschleuse gab es in Amsterdam auch eine merkwürdige Kabine, in der sich die Passagiere mit erhobenen Armen hinstellen mussten und dann von einem Sensorkopf umfahren und gescannt wurden. Ob das so ein Backscatter-Scanner war, mit dem man die Leute nackt sehen kann? Sah auf jeden Fall unsympathisch aus.
Der Flug von Singapur nach Amsterdam war anstrengend. Die Maschine war fast ausgebucht, somit war der Luxus des Hinflugs, gleich zwei Plätze in Beschlag nehmen zu können, diesmal nicht drin. Ich saß zwischen einem asiatischen Mädel und einer asiatischen Frau, die beide kleiner als ich waren und daher deutlich weniger Probleme mit dem Platz hatten.
Das hat die Enge ein kleinwenig abgemildert, aber schön war's nicht. Hinzu kamen diesmal diverse Kreischkinder, die dem Flug ebenfalls ihre ganz eigene Note gaben.
Der Flug von Amsterdam nach Bremen war problem- und ereignislos, wenn man davon absieht, dass manche Luftstraßen doch erhebliche Schlag- bzw. Luftlöcher enthalten.
Fazit:
Unterm Strich war die Singapurreise eigentlich ganz in Ordnung und deutlich angenehmer, als ich befürchtet hatte. Singapur ist zwar ein sehr strenges und machmal auch sehr seltsames und bürokratisches Land, aber vieles wird auch nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird. Vielleicht hätte ich schon vorher mit ein paar Schwulen vor Ort chatten sollen, das mir doch ein paar meiner Ängste und Befürchtungen genommen.
Ein wenig schade ist, dass wegen den langen Arbeitszeiten nur relativ wenig Zeit war, um die Stadt und ihre Bewohner näher kennenzulernen. Gerade zum Schluss bin ich auf 15-17 Stunden am Tag gekommen, das ist schon hart. Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich mich sicher auch mal mit einem singapurer Schnuggel getroffen und vielleicht sogar mein schickes Doppelbett einem Belastungstest unterzogen.
Wirklich besser scheinen die singapurer Schnuckel allerdings auch nicht zu sein... der erste meldet sich schon jetzt kaum noch und hat auch die Nachricht, dass ich wieder in Bremen angekommen bin, nicht beantwortet... mache Dinge sind halt überall gleich und Jungs können überall unzuverlässig, unwillig und anstrengend sein...
Ich muss mich nun erstmal auf den aktuellen Stand bringen, was in Deutschland während meiner Abwesenheit alles passiert ist. Soweit ich gehört habe, wurde das leidige Gesetz zur Netzzensur beschlossen? :-(
Aus diesem traurigen Anlass möchte ich diesen Blogeintrag mit einem Video beenden, das mir ein deutscher Schnuggel aus München gestern zugeschickt hat:
In diesem Sinne bis die Tage...
Mittwoch, 10. Juni 2009
Singapur: Angekommen
Ich bin mittlerweile in Singapur angekommen und sitze in meinem Hotelzimmer am Netbook. Es gibt tatsächlich kostenlosen Internetzugang, allerdings ist die Qualität doch sehr schwankend. Eine SIP-Verbindung ins deutsche Festnetz ist mit bisher noch nicht gelungen.
Zumindest scheinen die anderen wichtigen Internetdienste soweit zu funktionieren.
Los ging es gestern (Dienstag) Nachmittag deutscher Zeit mit einer Taxifahrt zum Bremer Flughafen. Hätte ich gewusst, dass das Zahlen per Karte so kompliziert ist, hätte ich wohl gleich bar bezahlt. Mit meiner EC-Karte wusste der Fahrer gar nix anzufangen (obwohl ich beim Bestellen des Taxis über die Zentrale extra nachgefragt hatte), mit der Mastercard ging es dann mit erheblichen Mühen und vielen per Hand ausgefüllten Formularen. Die letzten 1,50 EUR musste ich dann doch noch bar bezahlen, da er sich in seinem Kreditkartenterminal vertippt hatte und nicht wusste, wie er den Betrag korrigieren konnte. Was für'n Akt... aber er meinte, er würde bald ein neues Gerät mit Belegdrucker bekommen, dann sei alles ganz einfach...
Das Einchecken in Bremen war soweit recht problemlos, soweit Flugreisen eben problemlos sein können. Wer bei der Sicherheitskontrolle die Hände in den Hosentaschen hat, macht sich gleich verdächtig. Da kam gleich einer mit einem Hand-Metalldetektor angesprungen...
Langsam entwickel ich eine echte Abneigung gegen Flugreisen. Das Fliegen selbst macht Spaß, aber die ewige Warterei auf alles Mögliche und die Sicherheitskontrollen sind echt ätzend. So macht Reisen keinen Spaß.
Das Schloss an meinem Koffer haben sie bei der Abfertigung aufgebrochen und den Koffer danach nicht mal richtig zugemacht. Fehlen scheint zum Glück -soweit ich das bisher beurteilen konnte- nichts, aber ich kann es absolut nicht ausstehen, wenn Leute in meinen Sachen rumwühlen, insbesondere wenn sie es in meiner Abwesenheit tun!
Das Umsteigen in Amsterdam ging auch ohne besondere Probleme. Wir haben glaube ich einen Umweg genommen und mussten daher in Amsterdam noch mal durch die Sicherheitskontrolle. Laut einem Video im Flugzeug soll es auch einen direkten Weg geben, bei dem man die Sicherheitszone nicht verlassen muss.
Der Flieger, eine Boeing 777 wenn ich das richtig in Erinnerung habe, sah deutlich kleiner aus als ich erwartet hätte. Dennoch war der er nur zu schätzungsweise 2/3 belegt.
Zum Glück, möchte ich anmerken. Laut Reserverungsplan saß neben mir und meinem Kollegen auch noch ein ziemlich korpulenter afrikanisch aussehender Mann bei uns in der 3er-Reihe. Der setzte sich nach dem Start und viel herumirren und zögern schließlich auf einen anderen Platz und laß dort seine "Holy Bible" in XXL-Ausgabe, so dass mein Kollege aufrücken konnte und zwischen uns ein Platz frei wurde.
Angenehm war es dennoch nicht weil es laut war und ich mich trotz des zusätzlichen Platzes nicht ausstrecken konnte. Wenn das Flugzeug voll ist, muss es die Hölle sein, über 12 Stunden in so einem Käfig zu sitzen.
Jeder Passagier hatte einen kleinen LCD-Monitor vor mäßiger Qualität (Auflösung und Blickwinkel), auf dem er/sie Informationen zum Flug (z.B. Flughöhe, Geschwindigkeit über Grund, Restflugdauer, diverse Kartenanzeigen) ansehen oder das bordeigene Entertainment-System nutzen konnte. Letzteres bestand aus Filmen/TV-Serien (Video-on-Demand, somit war auch Spulen möglich), einfachen Videospielen (lustigerweise auch Multiplayer gegen andere Spieler im Flugzeug) und einer Audio-Kategorie mit Musikkanälen und Hörbüchern. Die Reaktionszeit des Systems war mit mehreren Sekunden teilweise quälend langsam, so dass nie klar war, ob der Befehl nicht angekommen war oder lediglich noch etwas dauert. Ansonsten ging es eigentlich. Das Filmangebot war ok, auch wenn leider nicht alle Filme auch in Deutsch vorlagen. Außerdem waren die Filme laut der Einblendung am Anfang "umformatiert" worden um auf dem kleinen Bildschirm besser dargestellt werden zu können... da ich nur Filme geguckt habe, die ich bisher nicht kannte, kann ich dazu wenig sagen.
Gesteuert wurde das ganze über ein Gerät, das auf seiner Vorderseite eine Fernbedienung und auf seiner Rückseite ein Handy mit seitlichem Lesegerät für Kreditkarten war. Ich habe ein paar Fotos gemacht, wenn ich zurück in Bremen bin, kann ich die mal hochladen.
Zusätzlich gab es noch ein Kopfkissen, eine Decke und einen Kopfhörer.
Zwischendrin gab es auch immer wieder kochend heisse Tücher. Beim ersten Mal habe ich mir die Flossen verbrannt, bei den folgenden Malen dann dankend abgelehnt. Waren die als Erfrischungstücher gedacht? So richtig Sinn ergibt das für mich nicht und auch die humorige Erklärung hier erhellt die Antwort noch nicht richtig.
Nach der Landung ging es durch die Passkontrolle und die dortige Sachbearbeiterin durfe das deutsche "ß" kennenlernen.
Ich tue mich mit der singapurischen Mentalität immer noch sehr schwer und ich glaube, so richtig werde ich mich mit diesem Land nie anfreunden. An vielen Fußgängerunterführungen hängen mehrfache Schilder, dass Radfahren dort bei einer Strafe von 500 S$ (ca. 250 EUR) verboten sei. Ähnliche Schilder gibt es auch an vielen anderen Stellen. Wer in der U-Bahn die Notbremse ziehen möchte, ist mit 5000 S$ dabei. Wegen dieser vielen strengen Strafen gibt es im Englischen das Wortspiel "Singapore is a fine city".
Die U-Bahnen sind sowieso lustig. Sie halten hinter Glaswänden mit Türen, so dass der Fahrer genau so halten muss, dass Fahrzeug- und Wandtüren deckungsgleich sind.
Das Wetter ist ziemlich anstrengend... "nur" 33°C, aber extrem feucht und schwül. Auf dem Stadtbummel ging das noch, aber als wir unsere Fressalien vom Supermarkt zum Hotel geschleppt hatten (u.a. schwere Tüten mit Saft) war ich richtig durchgeschwitzt. Autos und Gebäude sind alle sehr angenehm klimatisiert, beim ersten Schritt nach draussen kommt einem jedoch dann wieder die warme Luft entgegen.
Nun ist es hier kurz nach Mitternacht... da werde ich mal ins Bett gehen und ein wenig Schlaf nachholen. Morgen geht's früh raus.
Mehr Eindrücke gibt es dann die Tage...
Zumindest scheinen die anderen wichtigen Internetdienste soweit zu funktionieren.
Los ging es gestern (Dienstag) Nachmittag deutscher Zeit mit einer Taxifahrt zum Bremer Flughafen. Hätte ich gewusst, dass das Zahlen per Karte so kompliziert ist, hätte ich wohl gleich bar bezahlt. Mit meiner EC-Karte wusste der Fahrer gar nix anzufangen (obwohl ich beim Bestellen des Taxis über die Zentrale extra nachgefragt hatte), mit der Mastercard ging es dann mit erheblichen Mühen und vielen per Hand ausgefüllten Formularen. Die letzten 1,50 EUR musste ich dann doch noch bar bezahlen, da er sich in seinem Kreditkartenterminal vertippt hatte und nicht wusste, wie er den Betrag korrigieren konnte. Was für'n Akt... aber er meinte, er würde bald ein neues Gerät mit Belegdrucker bekommen, dann sei alles ganz einfach...
Das Einchecken in Bremen war soweit recht problemlos, soweit Flugreisen eben problemlos sein können. Wer bei der Sicherheitskontrolle die Hände in den Hosentaschen hat, macht sich gleich verdächtig. Da kam gleich einer mit einem Hand-Metalldetektor angesprungen...
Langsam entwickel ich eine echte Abneigung gegen Flugreisen. Das Fliegen selbst macht Spaß, aber die ewige Warterei auf alles Mögliche und die Sicherheitskontrollen sind echt ätzend. So macht Reisen keinen Spaß.
Das Schloss an meinem Koffer haben sie bei der Abfertigung aufgebrochen und den Koffer danach nicht mal richtig zugemacht. Fehlen scheint zum Glück -soweit ich das bisher beurteilen konnte- nichts, aber ich kann es absolut nicht ausstehen, wenn Leute in meinen Sachen rumwühlen, insbesondere wenn sie es in meiner Abwesenheit tun!
Das Umsteigen in Amsterdam ging auch ohne besondere Probleme. Wir haben glaube ich einen Umweg genommen und mussten daher in Amsterdam noch mal durch die Sicherheitskontrolle. Laut einem Video im Flugzeug soll es auch einen direkten Weg geben, bei dem man die Sicherheitszone nicht verlassen muss.
Der Flieger, eine Boeing 777 wenn ich das richtig in Erinnerung habe, sah deutlich kleiner aus als ich erwartet hätte. Dennoch war der er nur zu schätzungsweise 2/3 belegt.
Zum Glück, möchte ich anmerken. Laut Reserverungsplan saß neben mir und meinem Kollegen auch noch ein ziemlich korpulenter afrikanisch aussehender Mann bei uns in der 3er-Reihe. Der setzte sich nach dem Start und viel herumirren und zögern schließlich auf einen anderen Platz und laß dort seine "Holy Bible" in XXL-Ausgabe, so dass mein Kollege aufrücken konnte und zwischen uns ein Platz frei wurde.
Angenehm war es dennoch nicht weil es laut war und ich mich trotz des zusätzlichen Platzes nicht ausstrecken konnte. Wenn das Flugzeug voll ist, muss es die Hölle sein, über 12 Stunden in so einem Käfig zu sitzen.
Jeder Passagier hatte einen kleinen LCD-Monitor vor mäßiger Qualität (Auflösung und Blickwinkel), auf dem er/sie Informationen zum Flug (z.B. Flughöhe, Geschwindigkeit über Grund, Restflugdauer, diverse Kartenanzeigen) ansehen oder das bordeigene Entertainment-System nutzen konnte. Letzteres bestand aus Filmen/TV-Serien (Video-on-Demand, somit war auch Spulen möglich), einfachen Videospielen (lustigerweise auch Multiplayer gegen andere Spieler im Flugzeug) und einer Audio-Kategorie mit Musikkanälen und Hörbüchern. Die Reaktionszeit des Systems war mit mehreren Sekunden teilweise quälend langsam, so dass nie klar war, ob der Befehl nicht angekommen war oder lediglich noch etwas dauert. Ansonsten ging es eigentlich. Das Filmangebot war ok, auch wenn leider nicht alle Filme auch in Deutsch vorlagen. Außerdem waren die Filme laut der Einblendung am Anfang "umformatiert" worden um auf dem kleinen Bildschirm besser dargestellt werden zu können... da ich nur Filme geguckt habe, die ich bisher nicht kannte, kann ich dazu wenig sagen.
Gesteuert wurde das ganze über ein Gerät, das auf seiner Vorderseite eine Fernbedienung und auf seiner Rückseite ein Handy mit seitlichem Lesegerät für Kreditkarten war. Ich habe ein paar Fotos gemacht, wenn ich zurück in Bremen bin, kann ich die mal hochladen.
Zusätzlich gab es noch ein Kopfkissen, eine Decke und einen Kopfhörer.
Zwischendrin gab es auch immer wieder kochend heisse Tücher. Beim ersten Mal habe ich mir die Flossen verbrannt, bei den folgenden Malen dann dankend abgelehnt. Waren die als Erfrischungstücher gedacht? So richtig Sinn ergibt das für mich nicht und auch die humorige Erklärung hier erhellt die Antwort noch nicht richtig.
Nach der Landung ging es durch die Passkontrolle und die dortige Sachbearbeiterin durfe das deutsche "ß" kennenlernen.
Ich tue mich mit der singapurischen Mentalität immer noch sehr schwer und ich glaube, so richtig werde ich mich mit diesem Land nie anfreunden. An vielen Fußgängerunterführungen hängen mehrfache Schilder, dass Radfahren dort bei einer Strafe von 500 S$ (ca. 250 EUR) verboten sei. Ähnliche Schilder gibt es auch an vielen anderen Stellen. Wer in der U-Bahn die Notbremse ziehen möchte, ist mit 5000 S$ dabei. Wegen dieser vielen strengen Strafen gibt es im Englischen das Wortspiel "Singapore is a fine city".
Die U-Bahnen sind sowieso lustig. Sie halten hinter Glaswänden mit Türen, so dass der Fahrer genau so halten muss, dass Fahrzeug- und Wandtüren deckungsgleich sind.
Das Wetter ist ziemlich anstrengend... "nur" 33°C, aber extrem feucht und schwül. Auf dem Stadtbummel ging das noch, aber als wir unsere Fressalien vom Supermarkt zum Hotel geschleppt hatten (u.a. schwere Tüten mit Saft) war ich richtig durchgeschwitzt. Autos und Gebäude sind alle sehr angenehm klimatisiert, beim ersten Schritt nach draussen kommt einem jedoch dann wieder die warme Luft entgegen.
Nun ist es hier kurz nach Mitternacht... da werde ich mal ins Bett gehen und ein wenig Schlaf nachholen. Morgen geht's früh raus.
Mehr Eindrücke gibt es dann die Tage...
Sonntag, 24. Mai 2009
Gedimmte Illumination
Nun ist das schöne lange Wochenende auch schon wieder vorbei... schade.
Freitag war ich mit zwei Freunden in der Gay-Filmnacht im Cinemaxx. Als Vorfilm lief "Freunde", ein Machwerk, das ich schon seit Jahren hier auf einer Kurzfilm-Sammel-DVD liegen habe und das auch schon damals nicht richtig überzeugt hatte. Der Film von 2001 ist mit Marlon Kittel und Martin Kiefer zwar sehr gut besetzt, aber von der filmischen Umsetzung und der Handlung höchst gewöhnungsbedürftig. Er wirkt wie eine lose Aneinanderreihung von Szenen, bei denen auch zum Schluss nicht so ganz klar wird, wie die nun eigentlich zusammenpassen sollen: Erst bekriegen sich die beiden Jungs, dann sitzen sie später gemeinsam in der Badewanne... wie es zu dieser 180°-Wende kam, wird nicht erzählt.
Auch kameratechnisch überzeugt der Film nicht. Da sitzen zwar zwei süße Jungs in der Badewanne, aber man sieht.... nichts. Alle Szenen, bei denen man dem Film vielleicht noch halbwegs etwas abgewinnen könnte, sind mit Teleobjektiv gefilmt und man ist so nah dran, dass man das Ganze kaum zu erkennen vermag.
Gleich im Anschluss der Hauptfilm. Dieses mal gab es weder Moderation noch Gewinnspiel. Möglicherweise weil man an der Kasse subventionierte Tickets für eine Gay-Party nebenan im Gleis 9 kaufen konnte?
Der Hauptfilm hieß "Rückenwind" und stammt vom gleichen Regisseur und Drehbuchautor wie "Freunde" (Jan Krüger in Personalunion).
Die Handschrift ist unverkennbar: Wieder eine chaotische Story und wieder haben alle Protagonisten einen mehr oder minder ausgeprägten Sockenschuss. Und auch hier wieder diese latent in der Luft liegende Gewalt zwischen den beiden Hauptdarstellern. Bei manchen Szenen im Wald musste ich doch ein wenig an Blair Witch Project denken, auch wenn diesmal keine Hexe sondern ein Adelssohn aus der späten Feudalzeit der Gesucht war. Jener hatte der Legende nach die Angewohnheit, seinen Zeitgenossen ausgeweidete Schwäne auf ihren Federn gebettet vor die Tür zu legen... schon wieder diese Gewaltphantasien des Autors?
Immerhin in einem Punkt ist "Rückenwind" besser als "Freunde": Diesmal sah man auch was von den süßen Hauptdarstellern, und das nicht zu knapp. So wirklich retten tut das den Film allerdings nicht.
Meinen letzten Kritikpunkt hat wieder das Cinemaxx verbockt: Das Bild war viel zu dunkel und die Gesichter der Darsteller lagen zu oft im Dunkeln. Nachdem ich dieses Problem schon bei "Teenage Angst" kritisiert hatte, denke ich, dass es am Videoprojektor liegt, der mit dieser Aufgabe überfordert ist.
Den Rest der Nacht habe ich mit einem Freund gechattet und bin dann irgendwann zwischen 4 und 5 ins Bett gekommen.
Gestern stand ein Besuch des Kirchentages auf dem Programm. Nicht des ganzen Kirchentages, nur die öffentlich zugänglichen Plätze in der Innenstadt und am Osterdeich. Es war voll und es fuhren so viele Busse und Straßenbahnen, dass man an Hauptbahnhof und Domsheide kaum über die Straße kam. An diversen Ständen wurde über Lautsprecheranlagen für den Glauben geworben. So richtig vermochte der Funke auf mich jedoch nicht überspringen (bezogen auf die Atmosphäre, beim Rest ist bei mir eh Hopfen und Malz verloren).
Während am Osterdeich jemand auf der Bühne ausführlich begründete, wieso er 'normal' sei obwohl er 'an diesen Gott glaube' (schon seine Eltern taten dies - ok, überzeugt) spielten nebenan ein paar Jungs halbnackt Fußball und kletterten in Mülltonnen. (Die Frage nach dem "Warum" hatte ich mir bereits Freitag abgewöhnt, so dass ich das einfach mal so zur Kenntnis genommen habe.)
Später haben an anderer Stelle noch mal andere Jungs versucht, in einer Mülltonne den Deich runterzufahren... wenn ich die Fotos sortiert und hochgeladen habe, kann ich mal ein Bild hier posten.
Abends ging es dann mit einem Freund und einem Freund des Freundes nochmal ins Kino: Illuminati
Auch wenn dieser Film teilweise schlechte Kritiken bekommen hat, fand ich ihn nicht sooo übel. Er hat schon deutliche Schwächen, aber gerade das Ende, in dem alle Ereignisse noch einmal in ein völlig anderes Licht gesetzt werden, ist einfach sehenswert.
Zwischendrin ist der Film leider ein wenig substanzlos. Das Team jagt quer durch Rom und versucht Hinweise in den diversen römischen Kirchen zu entschlüsseln. Hier hätte ich mir etwas weniger Hektik und einen größeren Aha-Effekt erhofft. Möglicherweise ist an dieser Stelle zu viel von Dan Browns Roman auf der Strecke geblieben. Mehr Zeit war allerdings auch nicht drin, der Film hat so bereits Überlänge und wurde mit Pause vorgeführt.
Auf dem Rückweg in der Bahn bekam ich sogar einen Sitzplatz. Die Kirchentagsbesucher machten sich offenbar erst später auf den Heimweg und auch die Trommler erfreuten die Bremer Bevölkerung diesmal erst (rund 1,5 Stunden später als normal) gegen 3 Uhr mit ihrem Konzert.
Mit den religiösen Songs schien man gestern Abend auch schon durch gewesen zu sein, in meiner Bahn wurde daher auf Musicalsongs von ABBA und dem König der Löwen zurückgegriffen. Ich hab mal auf den Aufnahmeknopf am Handy gedrückt... wenn ich das konvertiert kriege, kann ich das hier mal eine kurze Kostprobe online stellen. Ist leider irgend ein proprietärer Codec, den nicht mal VLC versteht. :-(
Freitag war ich mit zwei Freunden in der Gay-Filmnacht im Cinemaxx. Als Vorfilm lief "Freunde", ein Machwerk, das ich schon seit Jahren hier auf einer Kurzfilm-Sammel-DVD liegen habe und das auch schon damals nicht richtig überzeugt hatte. Der Film von 2001 ist mit Marlon Kittel und Martin Kiefer zwar sehr gut besetzt, aber von der filmischen Umsetzung und der Handlung höchst gewöhnungsbedürftig. Er wirkt wie eine lose Aneinanderreihung von Szenen, bei denen auch zum Schluss nicht so ganz klar wird, wie die nun eigentlich zusammenpassen sollen: Erst bekriegen sich die beiden Jungs, dann sitzen sie später gemeinsam in der Badewanne... wie es zu dieser 180°-Wende kam, wird nicht erzählt.
Auch kameratechnisch überzeugt der Film nicht. Da sitzen zwar zwei süße Jungs in der Badewanne, aber man sieht.... nichts. Alle Szenen, bei denen man dem Film vielleicht noch halbwegs etwas abgewinnen könnte, sind mit Teleobjektiv gefilmt und man ist so nah dran, dass man das Ganze kaum zu erkennen vermag.
Gleich im Anschluss der Hauptfilm. Dieses mal gab es weder Moderation noch Gewinnspiel. Möglicherweise weil man an der Kasse subventionierte Tickets für eine Gay-Party nebenan im Gleis 9 kaufen konnte?
Der Hauptfilm hieß "Rückenwind" und stammt vom gleichen Regisseur und Drehbuchautor wie "Freunde" (Jan Krüger in Personalunion).
Die Handschrift ist unverkennbar: Wieder eine chaotische Story und wieder haben alle Protagonisten einen mehr oder minder ausgeprägten Sockenschuss. Und auch hier wieder diese latent in der Luft liegende Gewalt zwischen den beiden Hauptdarstellern. Bei manchen Szenen im Wald musste ich doch ein wenig an Blair Witch Project denken, auch wenn diesmal keine Hexe sondern ein Adelssohn aus der späten Feudalzeit der Gesucht war. Jener hatte der Legende nach die Angewohnheit, seinen Zeitgenossen ausgeweidete Schwäne auf ihren Federn gebettet vor die Tür zu legen... schon wieder diese Gewaltphantasien des Autors?
Immerhin in einem Punkt ist "Rückenwind" besser als "Freunde": Diesmal sah man auch was von den süßen Hauptdarstellern, und das nicht zu knapp. So wirklich retten tut das den Film allerdings nicht.
Meinen letzten Kritikpunkt hat wieder das Cinemaxx verbockt: Das Bild war viel zu dunkel und die Gesichter der Darsteller lagen zu oft im Dunkeln. Nachdem ich dieses Problem schon bei "Teenage Angst" kritisiert hatte, denke ich, dass es am Videoprojektor liegt, der mit dieser Aufgabe überfordert ist.
Den Rest der Nacht habe ich mit einem Freund gechattet und bin dann irgendwann zwischen 4 und 5 ins Bett gekommen.
Gestern stand ein Besuch des Kirchentages auf dem Programm. Nicht des ganzen Kirchentages, nur die öffentlich zugänglichen Plätze in der Innenstadt und am Osterdeich. Es war voll und es fuhren so viele Busse und Straßenbahnen, dass man an Hauptbahnhof und Domsheide kaum über die Straße kam. An diversen Ständen wurde über Lautsprecheranlagen für den Glauben geworben. So richtig vermochte der Funke auf mich jedoch nicht überspringen (bezogen auf die Atmosphäre, beim Rest ist bei mir eh Hopfen und Malz verloren).
Während am Osterdeich jemand auf der Bühne ausführlich begründete, wieso er 'normal' sei obwohl er 'an diesen Gott glaube' (schon seine Eltern taten dies - ok, überzeugt) spielten nebenan ein paar Jungs halbnackt Fußball und kletterten in Mülltonnen. (Die Frage nach dem "Warum" hatte ich mir bereits Freitag abgewöhnt, so dass ich das einfach mal so zur Kenntnis genommen habe.)
Später haben an anderer Stelle noch mal andere Jungs versucht, in einer Mülltonne den Deich runterzufahren... wenn ich die Fotos sortiert und hochgeladen habe, kann ich mal ein Bild hier posten.
Abends ging es dann mit einem Freund und einem Freund des Freundes nochmal ins Kino: Illuminati
Auch wenn dieser Film teilweise schlechte Kritiken bekommen hat, fand ich ihn nicht sooo übel. Er hat schon deutliche Schwächen, aber gerade das Ende, in dem alle Ereignisse noch einmal in ein völlig anderes Licht gesetzt werden, ist einfach sehenswert.
Zwischendrin ist der Film leider ein wenig substanzlos. Das Team jagt quer durch Rom und versucht Hinweise in den diversen römischen Kirchen zu entschlüsseln. Hier hätte ich mir etwas weniger Hektik und einen größeren Aha-Effekt erhofft. Möglicherweise ist an dieser Stelle zu viel von Dan Browns Roman auf der Strecke geblieben. Mehr Zeit war allerdings auch nicht drin, der Film hat so bereits Überlänge und wurde mit Pause vorgeführt.
Auf dem Rückweg in der Bahn bekam ich sogar einen Sitzplatz. Die Kirchentagsbesucher machten sich offenbar erst später auf den Heimweg und auch die Trommler erfreuten die Bremer Bevölkerung diesmal erst (rund 1,5 Stunden später als normal) gegen 3 Uhr mit ihrem Konzert.
Mit den religiösen Songs schien man gestern Abend auch schon durch gewesen zu sein, in meiner Bahn wurde daher auf Musicalsongs von ABBA und dem König der Löwen zurückgegriffen. Ich hab mal auf den Aufnahmeknopf am Handy gedrückt... wenn ich das konvertiert kriege, kann ich das hier mal eine kurze Kostprobe online stellen. Ist leider irgend ein proprietärer Codec, den nicht mal VLC versteht. :-(
Freitag, 22. Mai 2009
Die schönsten Zitate zum Kirchentag
"Die Logik ist der Weisheit Anfang, nicht ihr Ende." (Mr. Spock)
"Religionen sind Fertighäuser für arme Seelen." (Karlheinz Deschner)
"Ich denke, also bin ich kein Christ." (Karlheinz Deschner)
"Aufklärung ist Ärgernis, wer die Welt erhellt, macht ihren Dreck deutlicher." (Karlheinz Deschner)
"Denken überzeugt Denkende; darum überzeugt Denken selten." (Karlheinz Deschner)
"Je größer der Dachschaden, desto schöner der Aufblick zum Himmel." (Karlheinz Deschner)
"Der beste Beweis für Menschenkenntnis ist stille Mordlust" (Frank Sinatra)
"Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und trotzdem den Mund halten." (Karl Valentin)
"Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es." (Bertrand Russell in "The Sine Society")
"Der Volksmund sagt: Religion ist Opium für das Volk. Das ist irreführend. Opium ist eine bewußtseinserweiternde Droge." (Volker Pispers)
"The Bible contains 6 admonishments to homosexuals and 362 admonishments to heterosexuals. That doesn't mean that God doesn't love heterosexuals. It's just that they need more supervision." (Lynne Lavner)
"Der Mensch gibt sich mit nichts zufrieden...
...außer mit seinem Verstand.
Je geringer, desto zufriedener!" (Unbekannt)
"Manche Bücher entfalten erst im Kamin ihr volles Aroma" (Manuel Montelbain)
"Nicht ist so verzichtbar wie die Sitten und Gebräuche anderer Völker" (Jack London)
"Man müßte in Sodom oder Gomorrha Urlaub machen können." (Babra Streisand)
"Man könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber keines ist treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer. Die, die drinnen sind, können sowieso nicht hinaus, und die, die draußen sind, wollen nicht hinein." (Mark Twain)
Aus dem Netz zum Tode von Papst Johannes Paul II: "Das Zeitliche war ja auch fast das einzige, was er bisher noch nicht gesegnet hatte."
"Wenn Michelangelo heterosexuell gewesen wäre, hätte er die Sixtinische Kapelle mit einer Rolle weiß angestrichen." (Rita Mae Brown)
"Jede hinreichend fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden." (Arthur C. Clarke)
"Ein Fanatiker tut, was der liebe Gott tun würde, wenn der nur Bescheid wüsste." (Unbekannt)
"Der gesunde Menschenverstand ist die Summe der Vorurteile, die man bis zu seinem 18. Lebensjahr angesammelt hat." (Albert Einstein)
"Religionen sind Fertighäuser für arme Seelen." (Karlheinz Deschner)
"Ich denke, also bin ich kein Christ." (Karlheinz Deschner)
"Aufklärung ist Ärgernis, wer die Welt erhellt, macht ihren Dreck deutlicher." (Karlheinz Deschner)
"Denken überzeugt Denkende; darum überzeugt Denken selten." (Karlheinz Deschner)
"Je größer der Dachschaden, desto schöner der Aufblick zum Himmel." (Karlheinz Deschner)
"Der beste Beweis für Menschenkenntnis ist stille Mordlust" (Frank Sinatra)
"Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und trotzdem den Mund halten." (Karl Valentin)
"Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es." (Bertrand Russell in "The Sine Society")
"Der Volksmund sagt: Religion ist Opium für das Volk. Das ist irreführend. Opium ist eine bewußtseinserweiternde Droge." (Volker Pispers)
"The Bible contains 6 admonishments to homosexuals and 362 admonishments to heterosexuals. That doesn't mean that God doesn't love heterosexuals. It's just that they need more supervision." (Lynne Lavner)
"Der Mensch gibt sich mit nichts zufrieden...
...außer mit seinem Verstand.
Je geringer, desto zufriedener!" (Unbekannt)
"Manche Bücher entfalten erst im Kamin ihr volles Aroma" (Manuel Montelbain)
"Nicht ist so verzichtbar wie die Sitten und Gebräuche anderer Völker" (Jack London)
"Man müßte in Sodom oder Gomorrha Urlaub machen können." (Babra Streisand)
"Man könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber keines ist treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer. Die, die drinnen sind, können sowieso nicht hinaus, und die, die draußen sind, wollen nicht hinein." (Mark Twain)
Aus dem Netz zum Tode von Papst Johannes Paul II: "Das Zeitliche war ja auch fast das einzige, was er bisher noch nicht gesegnet hatte."
"Wenn Michelangelo heterosexuell gewesen wäre, hätte er die Sixtinische Kapelle mit einer Rolle weiß angestrichen." (Rita Mae Brown)
"Jede hinreichend fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden." (Arthur C. Clarke)
"Ein Fanatiker tut, was der liebe Gott tun würde, wenn der nur Bescheid wüsste." (Unbekannt)
"Der gesunde Menschenverstand ist die Summe der Vorurteile, die man bis zu seinem 18. Lebensjahr angesammelt hat." (Albert Einstein)
Sonntag, 10. Mai 2009
DNS-Sperren mit Lego erklärt
Gerade bei einem Bekannten im Blog entdeckt: DNS-Sperren mit Lego erklärt
Es muss also nicht immer Playmobil sein... ;-)
Es muss also nicht immer Playmobil sein... ;-)
Samstag, 2. Mai 2009
pl0gbar
Eben gerade habe ich in der Zeitung gelesen, dass am 6. September (kurz vor der Wahl) ein autofreier Sonntag in Bremen stattfinden soll. Das ist auch auch wieder mal Symbolpolitik vom Feinsten, zumal eh nur ein keiner Teil von Bremen (Innenstadt und Teile der Neustadt) betroffen sein soll.
Lustig wäre es doch, die City zum Kirchentag für den Autoverkehr zu sperren. Das würde auch dem Thema Klimaschutz, das sich der Kirchentag auf die Fahnen geschrieben hat, ein wenig mehr Nachdruck und Glaubwürdigkeit verleihen. Und ein Durchkommen ist da sowieso nicht mehr möglich...
Mir ist sowieso nicht klar, wie das funktionieren soll. Beim letzten Kirchentag 2007 in Köln wurden vom Veranstalter über 100'000 Dauerbesucher und über 900'000 Teilnehmer an allen Tagen gezählt.
Das ist für Bremen schon eine ganze Menge, selbst ohne diese zusätzlichen Besucher war es gestern an der Schlachte schon verdammt voll.
Ich war gestern mit zwei Freunden dort um einen dritten Freund bei seiner neuen Arbeitsstelle zu besuchen. Auch im Lokal war es brechend voll. (Ich muss ihn noch mal wegen seinem süßen Kollegen löchern... bisher weiß ich nur, dass sein Spitzname Joschi ist.)
Anschließend ging es zu dritt von der Schlachte zurück zu mir: DVD-Abend mit dem Zodiac-Killer. Ganz schön schwere Kost, vor allem für die Uhrzeit. Zum Schluss hat der Film jedenfalls seine Längen... irgendwann gegen halb 5 bin ich dann ins Bett.
Eine andere Art von Bar ist die "pl0gbar", die am Donnerstag Abend im Bremer Traditions-Internetcafe Lift stattfand. Mein letzter Besuch im Lift dürfte (von dieser Woche abgesehen) bestimmt über 10 Jahre zurückliegen. Damals fanden dort immer Channelpartys des #gaybremen-IRC-Channels statt. Auch wenn das Lift kein schwules Cafe ist, gilt es doch als sehr gay-freundlich und ist daher auf vielen Szeneseiten bei den Location-Tipps verlinkt. Ich glaube, das Lift hat oder hatte auch mal einen schwulen Betreiber... zumindest erinnere ich mich auch dunkel, dass damals eine Regenbogenflagge im Schaufenster hing?
Ich werde wirklich alt, wenn ich nun schon solche Geschichten von 'damals' zum Besten geben kann...
Aber nicht nur ich, auch das Lift hat schon bessere Tage gesehen und bräuchte dringend mal wieder ein Lifting... besonders die sanitären Anlagen sehen übel aus. :-(
Trotzdem hat der Laden irgendwie immer noch unheimlich viel Charme und ich fand es dort am Donnerstag recht gemütlich. Ausreichend Platz, gemütliche Sitzecken und günstige Getränkepreise.
Also genau richtig, für eine pl0gbar.
Hinter diesem etwas sperrigen (und für meinen Geschmack auch etwas zu pseudo-coolen) Ausdruck verbirgt sich im Grunde nicht mehr als ein Internet-Stammtisch. Wie damals (schon wieder dieses Wort *brr*) auf den Channelpartys treffen sich Leute, die sonst eher in virtuellen Gefilden miteinander zu tun haben, an einem Ort im First Life um dort ein Bier oder eine Cola zu trinken und ein wenig zu quatschen.
Der größte Unterschied zu damals ist eigentlich, dass die Veranstaltung etwas weiter gefasst ist. Es geht nicht um die Chatter eines einzelnen Chatraums sondern um ein Forum für Twitterer, Blogger, Podcaster, Videocaster und sonstige (mehr oder weniger) Internet-Kreative.
Da die pl0gbar am Donnerstag meine erste war, kann ich nicht beurteilen, ob diese Bremer pl0gbar typisch für andere Bremer pl0gbars und pl0gbars in anderen Städten ist. Auffällig ist auf jeden Fall, dass fast alle der 8 Teilnehmer sehr Mac-affin sind waren zum größten Teil irgendwas mit digitalen Medien und Design zu tun haben.
Ich denke, ich werde noch ein paar pl0gbars abwarten müssen, bevor ich die Zusammenhänge dieses Mikrokosmoses richtig beurteilen kann. Ich sehe allerdings die Gefahr, dass die Veranstaltung möglicherweise etwas zu speziell ist. Alleine der Titel dürfte viele Menschen abschrecken, die nicht extrem aufgeschlossen gegenüber neuen Trends und Hypes sind. Selbst von den Bloggern dürfte sich nur ein kleiner Teil davon angesprochen fühlen. (Ich bin was das angeht ja auch eher etwas konservativ.)
Das soll jetzt natürlich nichts über die Teilnehmer persönlich aussagen. Wie alle Menschen sind sie so vielschichtig, so dass sich durchaus auch Schnittmengen mit meinen Interessen ergeben und ich hoffe, dass ich den einen oder anderen noch mal etwas genauer kennenlernen kann.
Apropos Kennenlernen: Ich glaube, ich sollte mein für den Test angelegtes Parship-Profil komplett löschen. Nachdem die kostenpflichtige Mitgliedschaft letzten Monat ausgelaufen ist, gehen sie mir alle paar Tage mit Emails zu Superdupersondersparangeboten zur Verlängerung der Mitgliedschaft auf den Sack. Kann man das irgendwo ausstellen? Selbst wenn ich 60 Euro spare ist das immer noch zu teuer!
Und wer immer noch nicht überzeugt ist, dass Stop!-Seiten gegen Kinderpornoseiten eine dumme Idee sind, möge mal hier klicken.
Lustig wäre es doch, die City zum Kirchentag für den Autoverkehr zu sperren. Das würde auch dem Thema Klimaschutz, das sich der Kirchentag auf die Fahnen geschrieben hat, ein wenig mehr Nachdruck und Glaubwürdigkeit verleihen. Und ein Durchkommen ist da sowieso nicht mehr möglich...
Mir ist sowieso nicht klar, wie das funktionieren soll. Beim letzten Kirchentag 2007 in Köln wurden vom Veranstalter über 100'000 Dauerbesucher und über 900'000 Teilnehmer an allen Tagen gezählt.
Das ist für Bremen schon eine ganze Menge, selbst ohne diese zusätzlichen Besucher war es gestern an der Schlachte schon verdammt voll.
Ich war gestern mit zwei Freunden dort um einen dritten Freund bei seiner neuen Arbeitsstelle zu besuchen. Auch im Lokal war es brechend voll. (Ich muss ihn noch mal wegen seinem süßen Kollegen löchern... bisher weiß ich nur, dass sein Spitzname Joschi ist.)
Anschließend ging es zu dritt von der Schlachte zurück zu mir: DVD-Abend mit dem Zodiac-Killer. Ganz schön schwere Kost, vor allem für die Uhrzeit. Zum Schluss hat der Film jedenfalls seine Längen... irgendwann gegen halb 5 bin ich dann ins Bett.
Eine andere Art von Bar ist die "pl0gbar", die am Donnerstag Abend im Bremer Traditions-Internetcafe Lift stattfand. Mein letzter Besuch im Lift dürfte (von dieser Woche abgesehen) bestimmt über 10 Jahre zurückliegen. Damals fanden dort immer Channelpartys des #gaybremen-IRC-Channels statt. Auch wenn das Lift kein schwules Cafe ist, gilt es doch als sehr gay-freundlich und ist daher auf vielen Szeneseiten bei den Location-Tipps verlinkt. Ich glaube, das Lift hat oder hatte auch mal einen schwulen Betreiber... zumindest erinnere ich mich auch dunkel, dass damals eine Regenbogenflagge im Schaufenster hing?
Ich werde wirklich alt, wenn ich nun schon solche Geschichten von 'damals' zum Besten geben kann...
Aber nicht nur ich, auch das Lift hat schon bessere Tage gesehen und bräuchte dringend mal wieder ein Lifting... besonders die sanitären Anlagen sehen übel aus. :-(
Trotzdem hat der Laden irgendwie immer noch unheimlich viel Charme und ich fand es dort am Donnerstag recht gemütlich. Ausreichend Platz, gemütliche Sitzecken und günstige Getränkepreise.
Also genau richtig, für eine pl0gbar.
Hinter diesem etwas sperrigen (und für meinen Geschmack auch etwas zu pseudo-coolen) Ausdruck verbirgt sich im Grunde nicht mehr als ein Internet-Stammtisch. Wie damals (schon wieder dieses Wort *brr*) auf den Channelpartys treffen sich Leute, die sonst eher in virtuellen Gefilden miteinander zu tun haben, an einem Ort im First Life um dort ein Bier oder eine Cola zu trinken und ein wenig zu quatschen.
Der größte Unterschied zu damals ist eigentlich, dass die Veranstaltung etwas weiter gefasst ist. Es geht nicht um die Chatter eines einzelnen Chatraums sondern um ein Forum für Twitterer, Blogger, Podcaster, Videocaster und sonstige (mehr oder weniger) Internet-Kreative.
Da die pl0gbar am Donnerstag meine erste war, kann ich nicht beurteilen, ob diese Bremer pl0gbar typisch für andere Bremer pl0gbars und pl0gbars in anderen Städten ist. Auffällig ist auf jeden Fall, dass fast alle der 8 Teilnehmer sehr Mac-affin sind waren zum größten Teil irgendwas mit digitalen Medien und Design zu tun haben.
Ich denke, ich werde noch ein paar pl0gbars abwarten müssen, bevor ich die Zusammenhänge dieses Mikrokosmoses richtig beurteilen kann. Ich sehe allerdings die Gefahr, dass die Veranstaltung möglicherweise etwas zu speziell ist. Alleine der Titel dürfte viele Menschen abschrecken, die nicht extrem aufgeschlossen gegenüber neuen Trends und Hypes sind. Selbst von den Bloggern dürfte sich nur ein kleiner Teil davon angesprochen fühlen. (Ich bin was das angeht ja auch eher etwas konservativ.)
Das soll jetzt natürlich nichts über die Teilnehmer persönlich aussagen. Wie alle Menschen sind sie so vielschichtig, so dass sich durchaus auch Schnittmengen mit meinen Interessen ergeben und ich hoffe, dass ich den einen oder anderen noch mal etwas genauer kennenlernen kann.
Apropos Kennenlernen: Ich glaube, ich sollte mein für den Test angelegtes Parship-Profil komplett löschen. Nachdem die kostenpflichtige Mitgliedschaft letzten Monat ausgelaufen ist, gehen sie mir alle paar Tage mit Emails zu Superdupersondersparangeboten zur Verlängerung der Mitgliedschaft auf den Sack. Kann man das irgendwo ausstellen? Selbst wenn ich 60 Euro spare ist das immer noch zu teuer!
Und wer immer noch nicht überzeugt ist, dass Stop!-Seiten gegen Kinderpornoseiten eine dumme Idee sind, möge mal hier klicken.
Freitag, 24. April 2009
"Stopp den Kinderpornos! Mehr als Wahlkampf?"
Ich habe über Twitter einen Link auf die Aufzeichnung einer Talkshow bei n-tv bekommen, in dem noch einmal alle Argumente zur Zensurdebatte zusammengefasst werden und verschiedene Interessenvertreter zu Wort kommen:
"Stopp den Kinderpornos! Mehr als Wahlkampf?" bei n-tv.de
Sehr empfehlenswert!
"Stopp den Kinderpornos! Mehr als Wahlkampf?" bei n-tv.de
Sehr empfehlenswert!
Donnerstag, 23. April 2009
CSD-Termine 2009
CSD-Termine 2009: http://www.gay-web.de/csd/
Gleich mal im Kalender eintragen, das gibt sicher wieder viele schöne Fotos...
Gleich mal im Kalender eintragen, das gibt sicher wieder viele schöne Fotos...
Montag, 30. März 2009
Re: Ist jeder Schwule schwul?
Gerade lese ich bei Impi einen Blogeintrag mit dem Thema "Ist jeder Schwule schwul?" und ich muss sagen, dass ich mich darüber doch ein wenig wundere, um nicht zu sagen ärgere.
Da ich in dem Eintrag auch noch falsch zitiert werde, möchte ich an dieser Stelle mal eine Stellungnahme bzw. Richtigstellung schreiben:
In dem geschilderten Fall kommen mehrere "schockierende" Aspekte zusammen, die man nicht in einen Topf werfen sollte:
Erstens geht es um einen alten Mann. 'Alte Menschen und Sexualität' ist generell ein schwieriges Thema und vielen alten Leuten wird von der jüngeren Generation kaum eine eigene Sexualität zugestanden. Nach den heutigen Normen sollen alte Menschen die lieben, verständnisvollen Großeltern sein, deren Erfüllung ausschließlich darin besteht, Briefmarken zu sammeln und mit ihren Enkeln zu spielen.
Zweitens: Der Mann ist ein Anhänger der SM-Lederszene, welche immer noch sehr kritisch beäugt wird. Wer mit SM noch nie in Berührung gekommen ist, mag im ersten Moment einen Schreck bekommen. Ich stecke in der SM-Szene auch nicht so tief drin, aber ich kann dennoch sagen, dass das alles nicht so schlimm ist, wie es auf den ersten Blick aussehen mag. Auch die Gründe dafür sind bei näherer Betrachtung durchaus nachvollziehbar.
SM ist im Übrigen auch keine schwule Erfindung, diese Spielart wird ebenso in heterosexuellen Kreisen praktiziert. Und auch da ist der Skandal groß, wenn Details in die Öffentlichkeit dringen, wie man z.B. im Skandal um FIA-Präsident Mosley sehen konnte (was an den Nazigeschichten dran war, vermag ich nicht zu beurteilen).
Dass Schwule mit ihrer Sexualität offener umgehen als die meisten Heteros, ist wohl unstrittig. Irgend eine böse Zunge hat mal gesagt, dass Schwule so seien wie Heteros gerne wären, wäre da nicht der "Bremsklotz Frau". Das ist natürlich überspitzt formuliert, aber im Kern denke ich schon zutreffend.
Wenn Impi mit dem Thema noch keine Berührungspunkte hatte, kann ich schon verstehen, wenn ihn der Anblick so vieler Tabus auf einmal schockiert. Eins muss jedoch klar gesagt werden: GayRomeo ist ein Chat für volljährige schwule Männer. Kinder und Jugendliche haben dort keinen Zutritt und es gibt dort Foren zu wirklich jedem Thema, Von allen möglichen Fernsehserien über diverse Hobbys (z.B. auch Geocaching oder Amateurfunk) über philosophische Themen bis hin zu Hardcore-Sex deckt die Plattform so ziemlich die gesamte Bandbreite menschlichen Lebens ab.
Drittens: Der Mann ist schwul. Das ist aber in meinen Augen der unwichtigste Aspekt, denn in der Einsamkeit sind alle Menschen gleich.
Die Frage nach einer schwulen Beziehung als "Easy Mode" einer heterosexuellen Beziehung offenbart in meinen Augen ein großes Unverständnis der Zusammenhänge, denn es impliziert eine Wahlmöglichkeit, die es nicht gibt. Es mag für Schwule einfacher sein, Sex zu finden als für einen Hetero. Aber jemandem, der von Männern nicht erregt wird, hilft das auch nicht weiter.
Sex ist zudem keine Liebe. Wer mehr als reine Triebbefriedigung sucht, hat es als Schwuler auch nicht einfacher als ein Hetero.
Schwerer möglicherweise schon, aber nicht, weil Schwule nicht so "liebesfähig" sind, sondern weil die "Schwulenkonzentration" niedriger ist. Wenn nur rund 5-10% der Bevölkerung überhaupt als potentielle Partner in Frage kommen (so hoch liegt der geschätzte durchschnittliche Anteil Schwuler an der (männlichen) Gesamtbevölkerung), macht das die Sache schon rein statistisch nicht gerade einfacher. In diesem 5-10%-Fenster spielt sich dann genau das selbe Schauspiel ab, das man auch im Heterolager findet.
Nebenbei bemerkt ist ein schwuler Lebensweg immer noch mit gesellschaftlichen Problemen verbunden und ein Coming-Out (sowohl das innere, als auch das äußere) kostet immer noch eine Menge Kraft. Wer eine schwule Beziehung führt, geht also wohl kaum den Weg des geringsten Widerstandes.
Die Gay-Szene hat sich lediglich das Konzept der Freien Liebe erhalten. Das gab's auch in Heterokreisen schon, wurde jedoch von religiösen Eiferern wieder zurückgedrängt.
Einen Unterschied gibt es jedoch zwischen schwulen und heterosexuellen Chatplattformen: Die Schwulen sind deutlich besser organisiert. GayRomeo ist so was wie der Quasi-Standard, weshalb die Seite auch "schwules Einwohnermeldeamt" oder "die blauen Seiten" (in Anlehnung an die gelben Seiten) genannt wird. Im Heterobereich gibt es mehr unabhängige Seiten, was angesichts der Anzahl der Chatter auch nicht wirklich verwunderlich ist. Selbst GayRomeo hat immer wieder Ausfälle weil die Server dem Ansturm einfach nicht gewachsen sind.
(Gay-)Parship ist übrigens tatsächlich ein wenig "elitärer". Dort hat mich bisher noch keiner nach schnellem Sex gefragt, statt dessen habe ich mit so vielen Doktoranden gechattet wie schon lange nicht mehr. (Das heißt nicht, dass auf der Plattform nur Doktoren registriert sind, aber das System hat offenbar richtig erkannt, dass ich eher jemanden mit etwas mehr in der Birne suche. Einen Doktortitel setzte ich aber natürlich nicht voraus. Aber das nur am Rande, das Thema bekommt wahrscheinlich noch mal einen eigenen Blogeintrag.)
Ich denke nicht, dass Schwule vor der Verantwortung weglaufen wollen, sondern dass die Menschen von Heute generell mit dem Stress und den Anforderungen der modernen Arbeitswelt überfordert sind und die zunehmende Forderung nach ständiger Flexibilität in allen Lebensbereichen hier ihren Tribut fordert.
Ich glaube aber wie gesagt nicht, dass es Schwule diesbezüglich einfacher haben. Schnelle Triebbefriedigung ist das eine, aber Wärme und Geborgenheit etwas ganz anderes. Ein Wechsel des Ufers (sofern es denn ginge) würde Deine Probleme also sehr wahrscheinlich nicht lösen.
Was mich an Deinem Blogeintrag aufregt ist, dass Du Dich mehrere Stunden in einen schwulen Chat einloggst und die gesammelten Eindrücke nutzt, um in einem Blogeintrag halbgare Thesen vom Stapel zu lassen.
Ich habe nichts dagegen, wenn Du mal in die schwule Welt reinguckst. Ganz im Gegenteil, ich finde es gut und wichtig, auch mal über den eigenen Tellerrand zu gucken. Aber nicht zuletzt, weil Du ein Kennenlern-Treffen mit mir wiederholt abgelehnt hast, drängt sich mir der Eindruck auf, dass Du an einem tieferen Verständnis meiner und der schwulen Lebensweise im Allgemeinen gar nicht ernsthaft interessiert bist. Wenn Du schon mehrere Stunden in einem schwulen Chat verbracht hast, hättest Du zumindest die Chance nutzen können, ein paar der anderen Chatter zu interviewen und vielleicht dadurch zu einem tieferen Verständnis der schwulen Kultur zu kommen.
Nach diesem Blogeintrag und Deinen Kommentaren zum Parship-Eintrag denke ich erst recht, dass wir uns mal treffen sollten. Wenn ein Heteromann sich nicht mit mir auf eine Cola zu einem unverbindlichen Kennenlernen treffen mag, weil er Angst hat, damit emotional nicht klarzukommen und dieser Mann kurze kurze Zeit später mehrere Stunden in einem schwulen Chat verbringt, dann mache ich mir absolut keine Sorgen, dass wir uns bei dem Treffen nichts zu erzählen hätten...
An dieser Stelle ist aber wohl der Punkt gekommen, an dem diese Diskussion nicht mehr in einem öffentlichen Blog geführt werden sollte. Wenn Du ein Interesse an einer offenen Diskussion hast, kannst Du Dich ja per Email bei mir melden.
Da ich in dem Eintrag auch noch falsch zitiert werde, möchte ich an dieser Stelle mal eine Stellungnahme bzw. Richtigstellung schreiben:
"Die Profile dort sind sehr unterschiedlich und es wäre albern, jetzt irgendwelche grundsätzlichen Aussagen zu treffen. Was mich aber tief getroffen hat waren Profile von oft älteren Herren, die in Lederanzügen posierten und wo im ganzen Profil ein tiefer Ausdruck von Einsamkeit durchdrang."Es mag durchaus sein, dass diese Menschen einsam sind. Wenn man mal ehrlich ist, sind doch die meisten Menschen in der heutigen Zeit auf die eine oder andere Art einsam. Aber das hat nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun.
In dem geschilderten Fall kommen mehrere "schockierende" Aspekte zusammen, die man nicht in einen Topf werfen sollte:
Erstens geht es um einen alten Mann. 'Alte Menschen und Sexualität' ist generell ein schwieriges Thema und vielen alten Leuten wird von der jüngeren Generation kaum eine eigene Sexualität zugestanden. Nach den heutigen Normen sollen alte Menschen die lieben, verständnisvollen Großeltern sein, deren Erfüllung ausschließlich darin besteht, Briefmarken zu sammeln und mit ihren Enkeln zu spielen.
Zweitens: Der Mann ist ein Anhänger der SM-Lederszene, welche immer noch sehr kritisch beäugt wird. Wer mit SM noch nie in Berührung gekommen ist, mag im ersten Moment einen Schreck bekommen. Ich stecke in der SM-Szene auch nicht so tief drin, aber ich kann dennoch sagen, dass das alles nicht so schlimm ist, wie es auf den ersten Blick aussehen mag. Auch die Gründe dafür sind bei näherer Betrachtung durchaus nachvollziehbar.
SM ist im Übrigen auch keine schwule Erfindung, diese Spielart wird ebenso in heterosexuellen Kreisen praktiziert. Und auch da ist der Skandal groß, wenn Details in die Öffentlichkeit dringen, wie man z.B. im Skandal um FIA-Präsident Mosley sehen konnte (was an den Nazigeschichten dran war, vermag ich nicht zu beurteilen).
Dass Schwule mit ihrer Sexualität offener umgehen als die meisten Heteros, ist wohl unstrittig. Irgend eine böse Zunge hat mal gesagt, dass Schwule so seien wie Heteros gerne wären, wäre da nicht der "Bremsklotz Frau". Das ist natürlich überspitzt formuliert, aber im Kern denke ich schon zutreffend.
Wenn Impi mit dem Thema noch keine Berührungspunkte hatte, kann ich schon verstehen, wenn ihn der Anblick so vieler Tabus auf einmal schockiert. Eins muss jedoch klar gesagt werden: GayRomeo ist ein Chat für volljährige schwule Männer. Kinder und Jugendliche haben dort keinen Zutritt und es gibt dort Foren zu wirklich jedem Thema, Von allen möglichen Fernsehserien über diverse Hobbys (z.B. auch Geocaching oder Amateurfunk) über philosophische Themen bis hin zu Hardcore-Sex deckt die Plattform so ziemlich die gesamte Bandbreite menschlichen Lebens ab.
Drittens: Der Mann ist schwul. Das ist aber in meinen Augen der unwichtigste Aspekt, denn in der Einsamkeit sind alle Menschen gleich.
"Mir stellte sich da zwangsläufig die Frage, ob Homosexualität nicht auch eine Art „Ausweichen“ sein kann, wenn man(n) von der heterosexuellen Liebe überfordert oder enttäuscht ist?"Dieser Absatz ist - vorsichtig ausgedrückt - ziemlicher Schwachsinn. Ich habe ziemlich tiefen Einblick sowohl in heterosexuelle als auch in schwule Beziehungen und deren Sexleben, somit kann ich mit absoluter Sicherheit sagen, dass es keine heterosexuelle oder schwule Liebe gibt. Es gibt einfach nur Liebe, und die ist in allen Fällen ziemlich gleich, egal ob man auf blond oder braun, Männer oder Frauen steht. In allen Fällen ist die Liebe mit den gleichen Problemen, Chancen und Freuden verbunden.
Die Frage nach einer schwulen Beziehung als "Easy Mode" einer heterosexuellen Beziehung offenbart in meinen Augen ein großes Unverständnis der Zusammenhänge, denn es impliziert eine Wahlmöglichkeit, die es nicht gibt. Es mag für Schwule einfacher sein, Sex zu finden als für einen Hetero. Aber jemandem, der von Männern nicht erregt wird, hilft das auch nicht weiter.
Sex ist zudem keine Liebe. Wer mehr als reine Triebbefriedigung sucht, hat es als Schwuler auch nicht einfacher als ein Hetero.
Schwerer möglicherweise schon, aber nicht, weil Schwule nicht so "liebesfähig" sind, sondern weil die "Schwulenkonzentration" niedriger ist. Wenn nur rund 5-10% der Bevölkerung überhaupt als potentielle Partner in Frage kommen (so hoch liegt der geschätzte durchschnittliche Anteil Schwuler an der (männlichen) Gesamtbevölkerung), macht das die Sache schon rein statistisch nicht gerade einfacher. In diesem 5-10%-Fenster spielt sich dann genau das selbe Schauspiel ab, das man auch im Heterolager findet.
Nebenbei bemerkt ist ein schwuler Lebensweg immer noch mit gesellschaftlichen Problemen verbunden und ein Coming-Out (sowohl das innere, als auch das äußere) kostet immer noch eine Menge Kraft. Wer eine schwule Beziehung führt, geht also wohl kaum den Weg des geringsten Widerstandes.
"Im schwulen Milieu geht das Anbandeln ja oft unkomplizierter von statten, herrscht sozusagen keine Etikette und das Balzritual ist leichter und öfter auf Sex ausgerichtet."Männer interessieren sich nun mal besonders für Sex, das gilt auch für Heteros. Guck Dir doch mal Filme wie American Pie an. Oder hör Dir Porno-Rap an. Da dreht sich auch alles nur um Sex, am besten mit mehreren Mädels gleichzeitig.
Die Gay-Szene hat sich lediglich das Konzept der Freien Liebe erhalten. Das gab's auch in Heterokreisen schon, wurde jedoch von religiösen Eiferern wieder zurückgedrängt.
"Und auch wenn im schwulen Netz viele „Faker“ ihr Unwesen treiben, wie Lars derzeit in seinem Blog betont"Das habe ich so nie gesagt! Ich sprach vom Internet allgemein. Ich sehe das auch nicht als schwules Problem an. Es ist ein allgemeines gesellschaftliches Problem, dass die scheinbare Anonymität im Netz die Nutzer zu allerlei Blödsinn verleitet. In heterosexuellen Chats gibt es auch genügend Leute, die sich für jemand anders ausgeben und z.B. einen Klassenkameraden verarschen, in dem sie sich als Frau ausgeben und mit ihm flirten, um das Chatlog dann weiterzuverteilen. Guck mal bei Heise, was da alles über Mobbing bei SchülerVZ und MySpace steht.
Einen Unterschied gibt es jedoch zwischen schwulen und heterosexuellen Chatplattformen: Die Schwulen sind deutlich besser organisiert. GayRomeo ist so was wie der Quasi-Standard, weshalb die Seite auch "schwules Einwohnermeldeamt" oder "die blauen Seiten" (in Anlehnung an die gelben Seiten) genannt wird. Im Heterobereich gibt es mehr unabhängige Seiten, was angesichts der Anzahl der Chatter auch nicht wirklich verwunderlich ist. Selbst GayRomeo hat immer wieder Ausfälle weil die Server dem Ansturm einfach nicht gewachsen sind.
(Gay-)Parship ist übrigens tatsächlich ein wenig "elitärer". Dort hat mich bisher noch keiner nach schnellem Sex gefragt, statt dessen habe ich mit so vielen Doktoranden gechattet wie schon lange nicht mehr. (Das heißt nicht, dass auf der Plattform nur Doktoren registriert sind, aber das System hat offenbar richtig erkannt, dass ich eher jemanden mit etwas mehr in der Birne suche. Einen Doktortitel setzte ich aber natürlich nicht voraus. Aber das nur am Rande, das Thema bekommt wahrscheinlich noch mal einen eigenen Blogeintrag.)
"ich stelle einfach mal unwissend die Behauptung auf: Es gibt nicht wenige Schwule, die statt Verantwortung nur den schnellen Sex suchen. Damit mag ich mich irren, damit will ich niemanden verurteilen, damit will ich im Grunde auch gar nicht über Schwule schreiben."Warum? Weil nicht alle eine Familie gründen und Kinder zeugen? Auch diese schwulen Paare gibt es. Und auch bei Heteropaaren sind die Zahlen eher rückläufig.
Ich denke nicht, dass Schwule vor der Verantwortung weglaufen wollen, sondern dass die Menschen von Heute generell mit dem Stress und den Anforderungen der modernen Arbeitswelt überfordert sind und die zunehmende Forderung nach ständiger Flexibilität in allen Lebensbereichen hier ihren Tribut fordert.
"Zwei Dinge sind es, die mir daran am Herzen liegen. Zum einen – und dafür benötigt es kaum mehr Empathie als die eines Bauzaunes, fühle ich selber mich durch die sublimen Normen überfordert, die ich einhalten muss, um das zu bekommen, was ich zum Überleben brauche: Wärme."Klingt, als wenn der Neid die Feder geführt hat. Ich nehme es mal als Kompliment.
Ich glaube aber wie gesagt nicht, dass es Schwule diesbezüglich einfacher haben. Schnelle Triebbefriedigung ist das eine, aber Wärme und Geborgenheit etwas ganz anderes. Ein Wechsel des Ufers (sofern es denn ginge) würde Deine Probleme also sehr wahrscheinlich nicht lösen.
"Zum anderen aber geht es mir auch um den bewussten Tabubruch. Es ist doch absurd, das hierzulande jeder jeden am liebsten wegen jeder kleinen Krise zum Psychologen schicken möchte, bei sexuellen Normabweichungen aber sofort überschwänglich betont wird, das doch alles erlaubt sei, was den Beteiligten Spaß macht."Ist dem so? Ist mir bisher nicht aufgefallen.
"Aber – ist es nicht genau dieses „nicht mehr hinterfragen“-wollen und dürfen, das den Weg ebnet für Intoleranz und Hass, das Tür und Tor für religiöse Spinner öffnet, die Schwule neuerdings von ihrer Krankheit heilen wollen?"Man darf alles hinterfragen und ich bin ganz allgemein ein Gegner von Tabus und ein Befürworter von offenen Gesprächen. Es gibt meiner Ansicht nach nichts gefährlicheres als Halbwissen. Der Halbwissende glaubt etwas zu wissen, obwohl er in Wirklichkeit keine Ahnung hat und das verleitet ihn zu Schlussfolgerungen, die auf den ersten Blick logisch klingen und daher auch andere Halbwissende überzeugen, bei näherer Betrachtung jedoch falsch sind. Ich denke, gerade der Islam hat damit sehr stark zu kämpfen. Aber dieses Schema findet man eigentlich überall.
Was mich an Deinem Blogeintrag aufregt ist, dass Du Dich mehrere Stunden in einen schwulen Chat einloggst und die gesammelten Eindrücke nutzt, um in einem Blogeintrag halbgare Thesen vom Stapel zu lassen.
Ich habe nichts dagegen, wenn Du mal in die schwule Welt reinguckst. Ganz im Gegenteil, ich finde es gut und wichtig, auch mal über den eigenen Tellerrand zu gucken. Aber nicht zuletzt, weil Du ein Kennenlern-Treffen mit mir wiederholt abgelehnt hast, drängt sich mir der Eindruck auf, dass Du an einem tieferen Verständnis meiner und der schwulen Lebensweise im Allgemeinen gar nicht ernsthaft interessiert bist. Wenn Du schon mehrere Stunden in einem schwulen Chat verbracht hast, hättest Du zumindest die Chance nutzen können, ein paar der anderen Chatter zu interviewen und vielleicht dadurch zu einem tieferen Verständnis der schwulen Kultur zu kommen.
Nach diesem Blogeintrag und Deinen Kommentaren zum Parship-Eintrag denke ich erst recht, dass wir uns mal treffen sollten. Wenn ein Heteromann sich nicht mit mir auf eine Cola zu einem unverbindlichen Kennenlernen treffen mag, weil er Angst hat, damit emotional nicht klarzukommen und dieser Mann kurze kurze Zeit später mehrere Stunden in einem schwulen Chat verbringt, dann mache ich mir absolut keine Sorgen, dass wir uns bei dem Treffen nichts zu erzählen hätten...
An dieser Stelle ist aber wohl der Punkt gekommen, an dem diese Diskussion nicht mehr in einem öffentlichen Blog geführt werden sollte. Wenn Du ein Interesse an einer offenen Diskussion hast, kannst Du Dich ja per Email bei mir melden.
Sonntag, 29. März 2009
101 Dinge
Beim Ausfüllen meines Parship-Profils kam auch die Frage "Ich reagiere allergisch auf ...", die ich mit "Intoleranz, Populismus und übertriebene Irrationalität (z.B. religiöser Fundamentalismus)." beantwortet habe. Gemeint ist damit zum Beispiel BKA-Präsident Jörg Ziercke, der es offenbar besser weiß als seine erfahrenen Kollegen aus Schweden und vehement eine Internetzensur als Heilmittel gegen Kinderpornos fordert.
Das ist meinen Augen der selbe kurzsichtige Populismus, der auch nach jedem Amoklauf in der "Killerspiel"-Debatte aufgekocht wird.
Eine ähnliche Thematik scheint auch der Film "Ben X" aufzugreifen, zu dem ich vorhin eine Kritik in einem anderen Blog las. Klingt auf jeden Fall interessant und ich habe den Film mal auf meinen Merkzettel gesetzt.
Apropos Merkzettel: Vor einem halben Jahr hatte ich über das Buch "101 Dinge, die man getan haben sollte, bevor das Leben vorbei ist" berichtet. Mittlerweile habe ich das Buch gelesen und mir zu jeder darin beschriebenen Aufgabe eine Notiz gemacht, was ich davon halte:
Wie man im Diagramm sieht, bin ich nur für einen kleinen Bruchteil der Aufgaben zu begeistern. Vieles ist einfach nur blöd oder der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Spaßfaktor.
Ein paar der Anekdoten und (eher nutzlosen) Fakten sind aber ganz interessant: So soll es in Japan in einigen Büros Puppen mit den Gesichtern der Vorgesetzten geben, an denen die Mitarbeiter ihren Frust abreagieren können. (Vielleicht wäre das auch mal ein Modell für deutsche Schulen, wenn man den Jugendlichen schon ihre Ego-Shooter madig macht...)
Außerdem lernt der Leser, was unter einer Dishabiliophobie zu verstehen ist.
Das Fazit fällt damit eher ernüchternd aus: Das Buch ist teilweise echt genial und mit einer Menge Humor geschrieben, aber insgesamt fällt der Inhalt einfach zu dürftig aus. Mit etwas mehr Ausführlichkeit und Tiefgang wäre das Buch um Klassen besser.
Das ist meinen Augen der selbe kurzsichtige Populismus, der auch nach jedem Amoklauf in der "Killerspiel"-Debatte aufgekocht wird.
Eine ähnliche Thematik scheint auch der Film "Ben X" aufzugreifen, zu dem ich vorhin eine Kritik in einem anderen Blog las. Klingt auf jeden Fall interessant und ich habe den Film mal auf meinen Merkzettel gesetzt.
Apropos Merkzettel: Vor einem halben Jahr hatte ich über das Buch "101 Dinge, die man getan haben sollte, bevor das Leben vorbei ist" berichtet. Mittlerweile habe ich das Buch gelesen und mir zu jeder darin beschriebenen Aufgabe eine Notiz gemacht, was ich davon halte:
Wie man im Diagramm sieht, bin ich nur für einen kleinen Bruchteil der Aufgaben zu begeistern. Vieles ist einfach nur blöd oder der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Spaßfaktor.
Ein paar der Anekdoten und (eher nutzlosen) Fakten sind aber ganz interessant: So soll es in Japan in einigen Büros Puppen mit den Gesichtern der Vorgesetzten geben, an denen die Mitarbeiter ihren Frust abreagieren können. (Vielleicht wäre das auch mal ein Modell für deutsche Schulen, wenn man den Jugendlichen schon ihre Ego-Shooter madig macht...)
Außerdem lernt der Leser, was unter einer Dishabiliophobie zu verstehen ist.
Das Fazit fällt damit eher ernüchternd aus: Das Buch ist teilweise echt genial und mit einer Menge Humor geschrieben, aber insgesamt fällt der Inhalt einfach zu dürftig aus. Mit etwas mehr Ausführlichkeit und Tiefgang wäre das Buch um Klassen besser.
Donnerstag, 19. März 2009
World Of Bullshit II
Beim Durchgucken meines RSS-Readers habe ich noch einen Blogeintrag von Hanno Zulla gefunden. Er ist schon ein paar Tage alt, aber zu geil:
Guten Abend, meine Damen und Herren, Sie sehen die Abendnachrichten.
Guten Abend, meine Damen und Herren, Sie sehen die Abendnachrichten.
Mittwoch, 18. März 2009
World Of Bullshit
Da hat die taz den Nagel auf den Kopf getroffen (wenn dieses Sprichwort nicht zu brutal ist):
Killerspiele mal wieder am Pranger: World Of Bullshit
(Details zu meiner Holland-Reise finden sich übrigens auf meiner Twitter-Seite.)
Killerspiele mal wieder am Pranger: World Of Bullshit
(Details zu meiner Holland-Reise finden sich übrigens auf meiner Twitter-Seite.)
Donnerstag, 12. Februar 2009
Happy Birthday Charles Darwin!
Charles Darwin wäre heute 200 geworden und Technology Review hat dieses Ereignis zum Anlass genommen, ein paar Missverständnisse rund um seine Theorien zu klären: "Sind 150 Jahre Darwin nicht genug?"
Dort verlinkt und ebenfalls recht interessant ist der schon etwas ältere Artikel "Streit um Darwin".
Dort verlinkt und ebenfalls recht interessant ist der schon etwas ältere Artikel "Streit um Darwin".
Sonntag, 26. Oktober 2008
Streetview-Hickhack
Eben gerade habe ich (wie üblich beim Abwaschen) die aktuelle Folge des Podcasts des Computer Club 2 gehört und auch wenn ich hier schon öfter eine Lanze für den Datenschutz gebrochen habe, so möchte ich in diesem Fall dem Beitrag zu Google widersprechen.
Während die Mehrheit der deutschen Bevölkerung fast gar kein Datenschutzempfinden zu haben scheint und ich offenbar zu den wenigen gehöre, die über keine Punktesammelkarte verfügen (jedenfalls kommt es mir immer so vor, wenn ich an der Kasse nach einer solchen Karte gefragt werde), stürzen sich manche andere Menschen in genau das andere Extrem und entwickeln eine regelrechte Paranoia.
Ich finde Google Streetview durchaus sinnvoll, denn man hat so die Chance, Reisen effizienter zu planen und sich schon im Vorfeld einen Überblick über Parkmöglichkeiten und Engstellen (wenn man mal mit einem größeren Transporter oder mit Anhänger unterwegs ist) zu verschaffen.
Was ist dabei, solange Google nur auf öffentlichen Straßen filmt und Gesichter und Autokennzeichen unkenntlich gemacht werden?
Das Argument, dass Verbrecher damit ihre Beutezüge planen könnten, halte ich für abwegig, denn dafür braucht man kein Google Streetview. Dafür muss man nur einmal mit dem Auto durch das entsprechende Wohngebiet fahren und hat einen viel besseren Eindruck davon, wo es etwas zu holen geben könnte und wo jemand zu Hause ist, als ihn die statischen Streetview-Bilder jemals geben könnten.
Man kann Streetview aber auch als Waffe gegen die Verbrecher einsetzen: Zum Beispiel beim Kauf über eBay. Gibt es an der vom Verkäufer angegebenen Adresse überhaupt eine Firma oder steht da nur ein einsamer Briefkasten auf der Kuhwiese?
Natürlich können sich auch Versicherungsunternehmen und Kreditgeber einen Überblick über den Wohlstand oder die heruntergekommenen Verhältnisse eines Kunden machen, aber auch das ist ohne Streetview kein Problem, denn entsprechende Scoring-Datenbanken gibt es schon lange.
Solange sich Google an die Spielregeln hält, sind ihre Aufnahmen nach deutschem Recht nicht illegal, daher versuchen nun manche Kommunen wie die Gemeinde Molfsee bei Kiel, Google mit Tricks wie einer Straßensondernutzungsgenehmigung das Leben schwer zu machen. Wenn die Google-Wagen tatsächlich so langsam fahren, dass sich hinter ihnen lange Staus bilden, ist ein Verbot der Aufnahmen sicherlich wirklich sinnvoll, aber dann nicht wegen der Fotos, sondern weil sie den Verkehr blockieren. Dann muss sich Google einen Weg einfallen lassen, wie sich die Aufnahmen beschleunigen lassen.
Der zweite Aufreger war das im gleichen Beitrag genannte Urteil des Landgerichts Hamburg, in dem Google das Erstellen von Miniaturansichten für die Bildersuche verboten worden war. Warum sind die Kläger nicht einfach froh, dass ihre Bilder in der Bildersuche auftauchen und daher gefunden werden können? Nur so können sie auch etwas verkaufen.
Wenn keine Bilder bei den Suchergebnissen auftauchen dürfen, dürfen bald auch keine Textauszüge mehr angezeigt werden, denn auch die können geschützte Marken, urheberrechtlich geschützte Textpassagen oder andere juristische Tretminen enthalten. Was nützt aber ein Internet, das zwar voller nützlicher Informationen ist, man diese Informationen mangels Suchmaschinen jedoch nicht mehr auffinden kann?
Immerhin scheinen sich auch die Richter der Nebenwirkungen ihres Urteils bewusst zu sein und verweisen auf den Gesetzgeber, der ihnen bei der Urteilsfindung wenig Spielraum gelassen habe. Ob das stimmt, vermag ich als juristischer Laie nicht zu beurteilen. Fest steht jedoch, dass das Urteil an den Grundpfeilern des Internets rüttelt.
Während die Mehrheit der deutschen Bevölkerung fast gar kein Datenschutzempfinden zu haben scheint und ich offenbar zu den wenigen gehöre, die über keine Punktesammelkarte verfügen (jedenfalls kommt es mir immer so vor, wenn ich an der Kasse nach einer solchen Karte gefragt werde), stürzen sich manche andere Menschen in genau das andere Extrem und entwickeln eine regelrechte Paranoia.
Ich finde Google Streetview durchaus sinnvoll, denn man hat so die Chance, Reisen effizienter zu planen und sich schon im Vorfeld einen Überblick über Parkmöglichkeiten und Engstellen (wenn man mal mit einem größeren Transporter oder mit Anhänger unterwegs ist) zu verschaffen.
Was ist dabei, solange Google nur auf öffentlichen Straßen filmt und Gesichter und Autokennzeichen unkenntlich gemacht werden?
Das Argument, dass Verbrecher damit ihre Beutezüge planen könnten, halte ich für abwegig, denn dafür braucht man kein Google Streetview. Dafür muss man nur einmal mit dem Auto durch das entsprechende Wohngebiet fahren und hat einen viel besseren Eindruck davon, wo es etwas zu holen geben könnte und wo jemand zu Hause ist, als ihn die statischen Streetview-Bilder jemals geben könnten.
Man kann Streetview aber auch als Waffe gegen die Verbrecher einsetzen: Zum Beispiel beim Kauf über eBay. Gibt es an der vom Verkäufer angegebenen Adresse überhaupt eine Firma oder steht da nur ein einsamer Briefkasten auf der Kuhwiese?
Natürlich können sich auch Versicherungsunternehmen und Kreditgeber einen Überblick über den Wohlstand oder die heruntergekommenen Verhältnisse eines Kunden machen, aber auch das ist ohne Streetview kein Problem, denn entsprechende Scoring-Datenbanken gibt es schon lange.
Solange sich Google an die Spielregeln hält, sind ihre Aufnahmen nach deutschem Recht nicht illegal, daher versuchen nun manche Kommunen wie die Gemeinde Molfsee bei Kiel, Google mit Tricks wie einer Straßensondernutzungsgenehmigung das Leben schwer zu machen. Wenn die Google-Wagen tatsächlich so langsam fahren, dass sich hinter ihnen lange Staus bilden, ist ein Verbot der Aufnahmen sicherlich wirklich sinnvoll, aber dann nicht wegen der Fotos, sondern weil sie den Verkehr blockieren. Dann muss sich Google einen Weg einfallen lassen, wie sich die Aufnahmen beschleunigen lassen.
Der zweite Aufreger war das im gleichen Beitrag genannte Urteil des Landgerichts Hamburg, in dem Google das Erstellen von Miniaturansichten für die Bildersuche verboten worden war. Warum sind die Kläger nicht einfach froh, dass ihre Bilder in der Bildersuche auftauchen und daher gefunden werden können? Nur so können sie auch etwas verkaufen.
Wenn keine Bilder bei den Suchergebnissen auftauchen dürfen, dürfen bald auch keine Textauszüge mehr angezeigt werden, denn auch die können geschützte Marken, urheberrechtlich geschützte Textpassagen oder andere juristische Tretminen enthalten. Was nützt aber ein Internet, das zwar voller nützlicher Informationen ist, man diese Informationen mangels Suchmaschinen jedoch nicht mehr auffinden kann?
Immerhin scheinen sich auch die Richter der Nebenwirkungen ihres Urteils bewusst zu sein und verweisen auf den Gesetzgeber, der ihnen bei der Urteilsfindung wenig Spielraum gelassen habe. Ob das stimmt, vermag ich als juristischer Laie nicht zu beurteilen. Fest steht jedoch, dass das Urteil an den Grundpfeilern des Internets rüttelt.
Abonnieren
Posts (Atom)