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Montag, 15. September 2014

Körperlos

/// Wer will findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe. ///

Samstag Abend war ich zum zweiten Mal auf einer Schaumparty in der K13 Sauna in Oldenburg.

Ich hatte mir schon öfters vorgenommen mal wieder hinzufahren, aber immer wieder Gründe gefunden, es dann doch nicht zu tun. Mal ging es wegen Neurodermitis-bedingter Hauptprobleme nicht (die Gründe waren leider nicht vorgeschoben denn strukturelle Integrität ist bei einer Schaumparty das A&O), mal schreckte der große Overhead ab (wer eine Kabine haben will um die Nacht bis zum ersten Zug nach Hause zu überdauern muss früh da sein und noch mal genauso lange dort warten bis der Zug endlich kommt). Mal überwogen die Zweifel, ob der erste Besuch überhaupt noch zu toppen ist und mal erschlaffte der gute Vorsatz nach dem dem Besuch gewisser Internetseiten schon vorher wieder auf Basispriorität und wurde dadurch schnell durch andere Dinge verdrängt. Irgendwas liegt ja bekanntlich immer an.

Nun nach fast genau 2 Jahren war es dann wieder soweit.

Um 15:30 (6,5 Stunden vor Partybeginn) war ich an der Sauna-Rezeption um noch eine Kabine zu ergattern - dennoch zu spät, nix mehr frei. Wenn Schaumparty ist, ist die Bude immer gerammelt voll.

Auch eine Schrank-Reservierung für einen späteren Check-in war leider nicht möglich. Ich hatte auf etwas mehr Kulanz gehofft, denn für Besucher von Auswärts sind die Partys irgendwie doof zu erreichen. Die Sauna liegt direkt am Oldenburger Hauptbahnhof und die Parkplätze in der Straße sind trotz Parkscheinautomat voll. Die saunaeigenen Parkplätze sind vermutlich ebenso schnell weg wie die Kabinen und die Oldenburger Parkhäuser sind von ihren Öffnungszeiten nicht wirklich kompatibel mit nächtlichen Partys. Da ist die Anreise mit der Bahn die bequemste Lösung. Der erste Zug nach Bremen fährt allerdings erst wieder kurz nach 6.

/// Pläne... ///

Meine ursprüngliche Planung sah vor, eine Kabine anzumieten, in der Kabine nach der Party auszuschlafen und so gegen halb 8 gemütlich Richtung Heimat aufzubrechen. Eine Saunakarte gilt für maximal 12 Stunden, danach kann man noch um maximal 4 Stunden verlängern bevor ein erneuter Eintritt fällig wird. Wenn man inkl. etwas Sicherheitspuffer bis 8 bleiben will, darf man also nicht vor 16 Uhr einchecken.

Da auch Schrankreservierungen nicht möglich waren, habe ich mich noch eine halbe Stunde am Bahnhof in die Sonne gesetzt um dann um 16 Uhr einen Schrank zu reservieren/bezahlen.

/// Doktorspiele ///

Schaum gibt es nur von 22 bis ca. 2 Uhr. Also noch 6 Stunden Zeit.

Ich habe die Zeit genutzt um mir "Doktorspiele" anzuschauen; einen Film, auf den ich bereits seit ich den ersten Trailer gesehen hatte, sehr gespannt war. Nachdem ich von der vampirolaktischen Werbung der Nachmittagsvorstellung schon ausreichend fremdbeschämt war, setzt der Schock mit dem Beginn des Vorspanns und seiner Abhandlung über Testosteron ein. OMFG, wo bin ich da nur reingeraten?

Aber je länger der Film lief, desto besser wurde er. Ob er nun das deutsche American Pie ist, weiß ich nicht.  Ich glaube, die Filme sind nur bedingt vergleichbar. Aber Doktorspiele ist eine gute Mischung aus vielen süßen Jungs und einer Story, die das Genre zwar nicht neu erfindet, aber auch nicht zu sehr in den Genre-Klischees mitschwimmt. In jedem Fall eine gute Einstimmung auf den restlichen Abend. (Bluray ist schon vorbestellt!)

/// Nummerierte Müllsäcke ///

Nach einem kurzen Abstecher zum McDonalds im Hauptbahnhof (es wird eine lange Nacht!) war ich gegen 19 Uhr zurück in der Sauna. Inzwischen waren nicht nur alle Kabinen sondern auch alle Schränke ausgebucht und die immer noch zahlreich eintreffenden Partygäste konnten ihre Klamotten nur noch in nummerierten Säcken an der Rezeption einlagern lassen.

Immer noch 3 Stunden zu überbrücken.

Auf den Aufbau der Sauna war ich ja schon in meinem oben verlinkten Blogartikel von vor 2 Jahren eingegangen, viel hat sich seit dem nicht verändert. Für mich persönlich fehlt irgendwie eine Attraktion, die die Sauna auch ohne Schaum attraktiv macht. Kein Pool, keine vernünftigen Fußbäder, kein schöner Ruheraum mit Musik-DVD wie in Berlin.

Das Publikum war durchmischt und alle Altersgruppen vertreten. Die Schnuckelquote war absolut in Ordnung, auch wenn viele Jungs in Begleitung waren.

/// Gott ///

Punkt 22 Uhr wurde die Schaum-Area eröffnet und ich war als einer der ersten mit dabei. Der Schaum war angenehm warm, das Gedränge mal größer und mal kleiner, ebenso wie die Schaumhöhe. Ich habe mich immer so positioniert, dass ich nicht zu tief im Schaum stand, denn Schaum und Brille sind keine gute Kombination. Wenn überall Schaum ist, kann man sie auch nicht so leicht sauberwischen. Beschlagene Gläser sind allerdings kaum zu vermeiden, da hilft dann nur raus, entschäumen und sauberwischen. Nur in der Dampfsauna ist das noch schlimmer.

Wer mich kennt weiß, dass ich nicht unbedingt ein Freund von schnellem Sex bin. Dementsprechend habe ich mich auf der Party was das angeht auch eher zurückgehalten. Aber ich mag die Ungezwungenheit: Mode und Klamotten spielen auf solchen Partys keine Rolle und es dominieren die schlichten weißen Handtücher, welcher der Saunabetreiber zur Verfügung stellt. Und ich genieße den Körperkontakt.

Wenn ich einen süßen Schnuggel im Arm halte (und nur dann), glaube ich an einen Gott!

/// Postschaumatische Gedanken ///

Nach rund 3 Stunden ging ich endgültig aus dem Schaumbereich raus und habe mich auf eine der Ruheliegen zurückgezogen um eine erste Bilanz des Abends zu ziehen: Ja, die erste Party war noch zu übertreffen, bei weitem sogar!

Mit fortschreitender Uhrzeit zogen sich immer mehr Besucher in ihre Kabinen zurück (so sie denn eine bekommen hatten - Jungs unter 25 haben hier einen taktischen Vorteil weil sie keinen Eintritt zahlen müssen) oder verließen die Sauna. Einige, die wohl auch auf ihren Zug warten mussten, lagen im Ruheraum auf einer Liege und schliefen. Eine Gruppe älterer Männer saß an der Bar.

Die Playlist in der Lounge zeigte auch erste Redundanzen. Kurz um: Nicht mehr viel los.

Rumsitzen/liegen war auf die Dauer zu kühl, somit habe ich regelmäßig Saunagänge eingelegt. Es gibt zwei Trockensaunen und eine Dampfsauna, ich habe aber keine Temperaturangeben gesehen.

Viel Zeit für viele Gedanken.

Beim Schätzen des Alters mancher Partygäste wurde mir auch schmerzlich bewusst, dass ich mich selbst langsam aber sicher der 50%-Marke der statistischen Lebenserwartung nähere. Grund genug, für eine nächtliche Mini-Midlife-Crisis und die Frage, was ich rückblickend anders gemacht hätte und - wichtiger noch - was ich daraus für Schlüsse für die Zukunft ziehen sollte.

Und wie es wohl wäre, sich die Welt wie ein körperloser Geist einfach mal eine Weile aus der Distanz anzuschauen, losgelöst von Zeit und Schaum. Da ich nicht wie Wowbagger enden möchte (ich bin ihm so schon ähnlich genug) und ohne Schnuggel im Arm nicht leben kann, habe ich den Gedanken wieder verworfen.

/// Back To Earth ///

Sonntag früh um halb 8 war ich wieder zu Hause und hatte erstmal einigen Schlaf nachzuholen. So richtig erfolgreich war ich dabei nicht und der Sonntag blieb lethargisch. Ich habe mit diesem Blogeintrag begonnen, habe ihn aber nicht so recht zu Ende bekommen. Dann noch viel emotionale Musik gehört und früh ins Bett gegangen. Zum Glück hatte ich für den heutigen Montag in weiser Voraussicht (und weil mein letzter Urlaub jäh durch eine Dienstreise unterbrochen wurde) einen Tag Urlaub eingereicht.

Nun steht erstmal wieder eine arbeitsame Woche an. Und dann sollte ich mal schauen, ob ich einen Teil der Vorsätze von Sonntag früh in die Tat umsätzen kann... aber wie das so ist, mit den Vorsätzen...

Sonntag, 3. Februar 2013

Gedanken zum Dschungelcamp

Die RTL-Show „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ ging die letzten Wochen durch sämtliche Medien und polarisiert die Menschen wie kaum eine andere Fernsehsendung. Ich finde das Thema ausgesprochen faszinierend, weil es auf gleich mehrfache Weise einen guten Einblick in das Wesen der deutschen Bevölkerung (wenn nicht gar der Menschheit, denn die Show ist keine deutsche Erfindung) gibt. Vorallem schreibe ich diesen Post, weil mir die Heuchelei auf den Keks geht, mit der vielfach über das Dschungelcamp hergezogen wird.

Ich betrachte mich selbst nicht als Hardcore-Fan, auch wenn ich die letzten Staffeln immer wieder gerne eingeschaltet habe, mal mit mehr, mal mit minder großer Begeisterung.

Das diesjährige Dschungelcamp (Januar 2013) fing meiner Meinung nach sehr gut an, stagnierte dann auf hohem Niveau, bis ungefähr ab Mitte der Staffel ein wenig die Luft raus war.

Ich versuche mal zu beschreiben, weshalb ich mir die aktuelle Staffel angeschaut habe:
  1. Joey Heindle und Patrick Nuo sind einfach süß und nett anzuschauen. Dies ist sicherlich ein sehr profaner Grund und Wasser auf die Mühlen der Kritiker, die sowieso jedem Zuschauer des Dschungelcamps niedere Beweggründe unterstellen. Ja, ich stehe dazu: Ich mag süße Jungs, besonders wenn sie auch gelegentlich in Shorts durchs Bild laufen. :-)
  2. Olivia Jones. Ich mag ihren trockenen Humor und die Art, wie sie - einer dritten Moderatorin gleich - das Geschehen im Camp noch mal aus einer anderen Perspektive kommentierte. Olivia ist auch der einzige Camp-Bewohner, dem ich abnehme, dass er/sie nicht im Camp ist, weil er das Geld und die Sendezeit bitter nötig hat, sondern eine gewisse Neugier am "Projekt Dschungelcamp" mitbringt. Sie hat das Konzept verstanden. Top!
  3. Der bissige Humor und die selbstkritische, selbstironische Mediensatire. Dazu später mehr.
  4. Die Ehrlichkeit des Formats, das keinen Hehl daraus macht, dass die meisten „Prominenten“ in Wahrheit schon lange keine mehr sind bzw. nie welche waren. Wenn man manche Fratzen ständig und in allen Medien immer als die Top-Promis des Jahres verkauft bekommt, ist es durchaus erfrischend, wenn das Dschungelcamp einige von ihnen wieder auf den harten Boden der Realität holt. Das mag gemein klingen, ich möchte es aber lieber als intellektuelle Notwehr des Zuschauers bezeichnen. Die Moderatoren sprechen aus, was viele Zuschauer ohnehin denken.
  5. Der soziologische Aspekt: Nicht nur das Camp selbst ist ein Lehrstück für gruppendynamische Prozesse, auch die ganze Fan- und Hater-Szenerie drumherum ist faszinierend. Wer die Volksseele studieren möchte wird z.B. im Dschungelcamp Radio fündig.
    Wenn man in den Moderationstexten des Camps ein wenig zwischen den Zeilen liest, kann man auch durchaus zu dem Schluss kommen, dass die schon fast Gemeinsamkeiten mit dem Gore- und Splatter-Kino aufweisenden übertriebenen Mengen an Ekelgetier in manchen Dschungelprüfungen vorallem dazu dienen, den Beißreflex einiger Kritikergruppen auszulösen. Manche Kritiker scheinen da auch voll und ganz drauf einzusteigen und gar nicht zu merken, dass es vorallem sie und weniger die Kandidaten sind, die von der Sendung vorgeführt werden. Provokation war schon immer ein wichtiges Stilmittel der Kunst.

Zu den Punkten 1 und 2 muss ich denke ich nicht allzu viel sagen.

Mediale Selbstironie

Zum Rest möchte ich dagegen etwas ausholen:

Kennzeichnend für das Dschungelcamp ist, dass es ungeheuer vielschichtig ist:
  • Auf unterster Ebene stehen die diversen Ekelprüfungen und der Voyeurismus, wenn sich Leute Insekten einverleiben müssen oder der ganz normale Alltags-Zickenkrieg tobt. Viele Kritiker, die das Dschungelcamp nie gesehen haben, beißen sich an dieser Schicht fest und schimpfen auf die angebliche Menschenverachtung, die sie darin zu erkennen glauben.
  • Eine Stufe darüber liegt die normale Comedy-Ebene mit mehr oder weniger guten Witzen über die Promis und das aktuelle Camp-Geschehen. Die versteht eigentlich jeder.
  • Wieder eine Stufe höher stehen die Anspielungen auf tagesaktuelle Ereignisse, z.B. aus der Politik. Um diese zu verstehen, muss man schon regelmäßig Zeitung lesen und Nachrichtensendungen gucken.
  • Auf der obersten Ebene stehen Anspielungen auf das Mediengeschäft als solches und das RTL-Programm im Besonderen. Manche Anspielungen sind sehr direkt, bei anderen muss man sehr genau hinschauen/-hören (z.B. wenn wie in der Auftaktfolge eine Belanglosigkeit passiert, sofort dramatische Musik einsetzt wie dies z.B. bei DSDS und Supertalent Usus ist,  die Musik aber nach wenigen Takten wieder abgewürgt wird). Manche Anspielungen sind auch nur für Brancheninsider verständlich. Ich zähle mich nicht dazu, auch wenn ich mehr oder weniger regelmäßig Webseiten mit Nachrichten aus der Medienbranche lese und hier und da eine Vermutung habe, in welche Richtung ein Seitenhieb zielt.

Diese Vielschichtigkeit ist ein Vorteil, denn es ist für jedes Gemüt was dabei, was auch erklären dürfte, weshalb die Einschaltquoten auf einem Niveau liegen, das sonst nur von Fußballübertragungen erreicht wird. Sie ist aber auch von Nachteil, denn die vielen Schichten machen eine Analyse des Formats nicht übersichtlicher und man weiß nie so genau, was nun eigentlich vom Autor beabsichtigt war, was unfreiwillige Komik ist und was man als Zuschauer einfach nur hineininterpretiert.

Der TV-Magazin Quotenmeter hatte im Artikel "Dschungel 2013: Sonja und Daniel gegen den Rest der Welt" einige Kostproben aus der diesjährigen Staffel gesammelt, der Artikel scheint aber inzwischen leider nicht mehr online verfügbar zu sein. Ich verweise daher statt dessen auf die Quotenmeter-TV-Podcast-Folge zum Thema.

Häufige Kritik

Das erste, was Kritikern des Dschungelcamps einfällt, ist die oben bereits angedeutete Menschenverachtung in der Sendung: Menschen werden vom Publikum begafft, müssen allerlei Getier essen und so weiter und so fort.

Manche Vorwürfe sind sicherlich durchaus berechtigt, z.B. der Umgang mit Säugetieren wie Ratten und größeren Reptilien. Ob nun ein Regenwurm schlechter dran ist, wenn er von einem Z-Promi lebendig gegessen wird als ein Wurm, der auf auf einen Angelhaken gespießt einen langen Todeskampf unter Wasser führt, sei mal dahingestellt. Wenn die selben Kritiker, die gegen das Leiden der Regenwürmer im Dschungelcamp kämpfen, mit der selben Energie auch gegen die äußerst brutale Kastration von Ferkeln in Schlachtbetrieben auf die Straße gehen würden, wäre diese Welt vielleicht ein besserer Ort. Aber so wird doch oft mit zweierlei Maß gemessen und man sollte meiner Ansicht nach die Kirche im Dorf lassen.

Neid ist ein wichtiges Gefühl im menschlichen Zusammenleben. Es scheint weniger darauf anzukommen, wie viel (wenig) ein Mensch konkret verdient, solange es ihm nur besser geht als seinen Nachbarn.

Manche Leute erbaut es, wenn sie andere Leute im Dschungelcamp leiden sehen; andere bauen sich daran auf, sich intellektuell hochwertiger zu fühlen als all die "Unterschichtenfernsehgucker", welche Sachen wie das Dschungelcamp gucken. Das Prinzip ist das selbe und man muss - wie man sieht - gar nicht selbst das Dschungelcamp gucken, um sich dadurch besser zu fühlen.

Ich mag am Dschungelcamp, dass es die Menschen demaskiert. Nicht nur die Prominenten, auch die Zuschauer und Kritiker. Soziologisch durchaus spannend.

Aber zurück zur Menschenverachtung: Bevor die Menschenwürde beweint wird, möchte ich folgendes zu bedenken geben:
  • Alle Teilnehmer tun dies freiweillig und (von wenigen Ausnahmen abgesehen) sind alle medienerfahrene Leute. Während Kandidaten in manch anderen Sendungen wirklich nicht zu wissen scheinen, worauf sie sich einlassen, kann sich beim Dschungelcamp keiner damit rausreden. Die Sendung ging dieses Jahr in die 9. Staffel und durch den penetranten Medienhype um die Sendung kann nun wirklich keiner sagen, er wisse nicht worum es darin geht und wie Fernsehen funktioniert.
     
  • Alle Teilnehmer erhalten eine Gage von mehreren zehntausend Euro. Das sind Beträge, die manche normalarbeitende Beschäftigte nicht mal im Jahr verdienen, da kann man in den zwei Wochen Dschungelcamp wohl auch ein wenig was erwarten.
     
  • Manche Dschungelprüfungen mögen spektakulär und gefährlich aussehen, man kann aber davon ausgehen, dass die Macher der Sendung keine Risiken eingehen und nichts dem Zufall überlassen. Das Risiko, in der Sendung ernsthaft zu schaden zu kommen, dürfte somit ziemlich gering sein. Vergleiche mit den römischen Spielen im Kolosseum sind da eher unzutreffend.
     
  • Viele der „Ekelgerichte“ wie die Tausendjährigen Eier aus der Finalshow und die üblichen Insekten-Gerichte gehören in anderen Ländern zum normalen Speiseplan oder gelten gar als Delikatesse und Kulturgut (in China stehen sogar noch ganz andere Dinge auf der Speisekarte). Selbstverständlich gehört einiges an sozialkultureller Überwindung dazu, ein entsprechendes Essen zu verzehren und ich würde es auch nicht machen wollen, aber ich finde auch Käse und Fisch ziemlich ekelig, obwohl die Mehrheit der Deutschen damit kein Problem hat. Wer nun in Bezug auf die Ekelessen die Menschenwürde auspackt, möge sich zunächst mal Gedanken machen, mit welcher Arroganz er damit den Kulturen gegenübertritt, die z.B. regelmäßig Insekten essen. Es gibt sogar Wissenschaftler, welche in Insekten eine Lösung für die Nahrungsmittelknappheit auf der Erde sehen, denn Insekten sind gesund und relativ einfach zu halten und zu züchten.
Ich habe mal versucht herauszufinden, wieviel Geld RTL mit einer Dschungelcamp-Folge macht. Nachdem was sich im Internet so findet (z.B. hier), scheint RTL mit jeder Folge rund eine halbe Millionen Euro Verlust zu machen. Das erscheint mir plausibel, da die erste Werbung in der Auftaktfolge der letzten Staffel, wenn ich mich korrekt erinnere, erst weit nach einer Stunde Laufzeit gesendet wurde. Das Dschungelcamp ist damit eher ein Prestige-Projekt und nicht das schnelle Geld, wie von einigen Seiten immer wieder unterstellt wird.

Sehr schön ist auch das Interview mit Moderationstext-Schreiber Jens Oliver Haas im Blog von Stefan Niggemeier mit einigen Hintergrundinformationen.

Fazit

Ich halte das Dschungelcamp durchaus für Qualitätsfernsehen und auch die Wissenschaft hat es inzwischen als Forschungsobjekt für sich entdeckt.

Bevor der Blogartikel zu sehr nach Lobeshymne klingt, möchte ich allerdings auch dazu sagen: Das Dschungelcamp ist und bleibt primär eine lockere Unterhaltungssendung und ist kein journalistisches Dokumentarformat. Es ist weder der Untergang des Abendlandes noch der Weisheit letzter Schluss des Unterhaltungsfernsehens. Wie in jeder Serie gibt es stärkere und schwächere Folgen und einige Episoden der letzten Staffel fand auch ich ziemlich langweilig und habe vorgespult.

Ob das Camp wirklich den Grimme-Preis erhält, für den es nominiert ist, werden wir wohl erst bei der Preisverleihung erfahren. Die Konkurrenz ist hart und ich persönlich würde den Preis auch lieber bei Roche & Böhmermann sehen.
 
Unstrittig ist aber, dass das Dschungelcamp polarisiert und ich bin sicher, dass dies nicht nur von den Machern so gewollt, sondern auch elementarer Teil des Erfolgsrezeptes ist.

Sonntag, 15. August 2010

The Next Uri Geller Matrix

Gestern war ich mit zwei Freunden in Inception, dem neuesten Streifen von Ex-Titanic-Schnuckel Leonardo DiCaprio.

Meinen beiden Begleitern hat's gefallen, ich fühlte mich doch irgendwie sehr an eine schlechte Matrix-Kopie erinnert: Beide Filme haben (für ihre jeweilige Zeit) geniale Special Effects und beide behandeln mehrere, ineinander verschachtelte Realitätsebenen. Und in beiden werden ganze Lastwagenladungen Munition auf virtuelle "Agenten" bzw. "Projektionen" geballert, ohne dass der Sinn des Ganzen irgendwie erklärbar wäre. Beide Filme verwenden einen pseudo-intellektuellen Unterbau, der philosophische Denkansätze bietet, einer tieferen Betrachtung jedoch nicht so recht standhalten vermag.

Dennoch finde ich Matrix von der Story her deutlich besser gelungen und plausibler. Dort gibt es immerhin die Matrix als verbindendes Glied.

Wie man dagegen "Traum-Sharing" betreiben soll und Träume in beliebig großen Gruppen gemeinsam erleben und gestalten kann in dem man sich einfach eine Kanüle in den Arm(!) steckt, will mir nicht so recht in den Kopf. Vielleicht ist mein Problem mit Inception einfach, dass es im Gegensatz zu Matrix relativ nahe an der Realität angesiedelt ist und meinen eigenen Erfahrungen widerspricht. Das macht die Story greif- und überprüfbarer als die eher abstrakte Story in Matrix: Wenn ich einen Klartraum habe, kann ich den Traum beliebig manipulieren und z.B. fliegen wenn ich das möchte. Mir ist daher nicht klar, wieso das "Opfer" nicht einfach die Kontrolle übernimmt, nachdem es nicht nur im Traum auf den Traumzustand explizit hingewiesen wurde, sondern vorher sogar eine spezielle Selbstverteidigungs-Schulung gegen "Traum-Kidnapping" dafür absolviert hatte.

Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio sagt allerdings, dass er den Streifen auch nicht verstanden habe. Da bin ich ja beruhigt.

Fazit: Inception enthält einige schöne Ideen und gute Effekte, ist mir aber insgesamt zu mentalistisch. Matrix sagt mir da deutlich mehr zu, denn die Grundidee einer Matrix finde ich, bei allen Logikfehlern, die der Film im Detail macht, grundsätzlich plausibel.

Mittwoch, 6. Januar 2010

Video Buster

Bye bye, Sky!

Ich habe heute noch mal die Konditionen von Sky (ehemals Premiere) angeguckt und mich nun entschieden, mein Abo nicht zu verlängern. Selbst wenn sie mir die HD-Kanäle schenken würden stimmt das Preis-Leistungsverhältnis einfach nicht.

Statt dessen habe ich mich dafür nun bei Video Buster angemeldet. Die schicken mir für 20 Euro im Monat 8 DVDs oder Blurays versandkostenfrei zu. Das ist nicht nur deutlich billiger als Sky, ich kann die Filme auch individuell auswählen und bekomme keine Pakete aufgedrückt, von denen mich das meiste eh nicht interessiert. Außerdem brauche ich keine spezielle zertifizierte Hardware und kann beliebig hin- und her spulen, von der besseren Bildqualität mal ganz abgesehen.

Ich habe meinen Wunschzettel jetzt mal mit über 80 Filmen gefüllt (neben den üblichen Blockbustern gibt es gibt auch eine sehr interessante Gay-Film-Abteilung, in der ich bisher selbst seltenere Werke gefunden habe) und teste das jetzt mal. Bei einer monatlichen Kündigungsfrist kann ich da nicht viel verkehrt machen und wenn es gut funktioniert, werde ich wohl ein langfristigeres Abo abschließen, dann wird's noch ein wenig günstiger.

Die ersten beiden Filme sind schon unterwegs zu mir und sollten morgen hier sein.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

skins

Vorhin kamen meine "skins "-DVDs. Folge 1 und 2 habe ich schon gesehen... einfach zu geil. Einzig der Titel ist arg unglücklich gewählt, dabei dürften nämlich viele Leute erstmal an Skinheads denken und mit denen hat die Serie absolut nichts zu tun.

Ich würde sie mal als "heterosexuelles Queer As Folk" bezeichnen, auch wenn es einen schwulen Charakter gibt. Viele süße Jungs und ein herrlich fieser britischer Humor... so mag ich das.

Mehr dazu, wenn ich ein paar weitere Folgen gesehen habe.

Montag, 21. Dezember 2009

StarWars als ASCII-Video-Stream

Gerade beim Lesen eines Blogartikels in einem meiner RSS-Feeds entdeckt:

Unter

telnet towel.blinkenlights.nl

gibs einen StarWars-Film als ASCII-Video-Stream. Zu geil.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Holland, mal wieder

Morgen geht's wieder nach Holland... ich hoffe, die Tests dort verlaufen alle erfolgreich, dann kann ich nämlich endlich anfangen, in so was wie Weihnachtsstimmung zu verfallen...

Gestern bin ich per Zufall auf einen Link zum neuen Harry-Potter-Film gestoßen. Klingt ja vielversprechend, auch wenn ich mir noch nicht so recht vorstellen kann, dass sich Harry tatsächlich entblättert. Aber vielleicht gibt es ja bald auch bei den Filmen eine Ausgabe für Erwachsene, wie es sie bei den Hörbüchern schon länger gibt?

Samstag stand übrigens New Moon auf dem Programm. Teilweise etwas zu viel Schmalz, aber ansonsten ganz nett anzusehen. Mal für eine blu-ray vormerken.

Im Kino lief, neben einem megasüßen Eisverkäufer, auch die Magnum Temptation-Werbung... der Song ist ja irgendwie geil, vor allem im Kino-Sound. Ich glaube, wenn ich aus Holland zurück bin, sollte ich auch mal wieder meine Surround-Anlage aufbauen. Der Song heisst übrigens "Sweet Lady" und ist von der Band Supercharango.

Ich muss nun erstmal meine Tasche für die Reise packen... und danach kommen die Simpsons...

Mehr wenn ich wieder zurück bin.

Samstag, 10. Oktober 2009

Laser-Test

Ein kleines Demovideo meines neuen DMX-Lasers:


Noch nix besonderes, erstmal nur ein paar Testmuster. Wenn ich Zeit habe, baue ich ihn mal richtig in die Lightshow ein.

Dienstag, 22. September 2009

MidiPipe

Freitag von der Dienstreise zurück gekommen, Samstag das Schlafdefizit abgebaut und bis 15:30 geschlafen, Sonntag das nachgeholt, was ich eigentlich Samstag hätte tun wollen...

Im Moment komme ich mal wieder zu nicht allzu viel... aber immerhin macht meine Selbstbau-Lightshow gewisse Fortschritte:

Am Wochenende habe ich E Nomine's "Zorn (Die 12 verbotenen Töne)" mit ein paar Szenen aus "Der Name der Rose" illustriert und finde das Ergebnis soweit ganz gelungen. Immerhin ist es so gut, dass mein Testschnuggel zunächst glaubte, das wäre das offizielle Video zu dem Track. Ich hoffe nun, dass ich am Wochenende dazu komme, auch noch die eigentliche Lightshow um das Video herum zu stricken. Das Video soll dann auf meinem LCD-TV laufen und die Lichteffekte noch einmal zusätzlich visuell unterstützen.

Bis dahin sind aber noch ein paar Vorarbeiten zu erledigen. Von Garage Band bin ich inzwischen weg weil mich der Funktionsumfang der Software nicht glücklich macht. Wie ich feststellen musste, kann ich nicht mal meine Midi-Daten so einfach exportieren und in einer anderen Software weiterverarbeiten... das ist doch echt unprofessionell.

Mal sehen, ob ich die Midi-Daten zumindest in Garage Band abspielen und parallel mit einem anderen Sequenzer wieder aufnehmen kann, auch wenn dabei die Synchronität der Dateien zueinander wahrscheinlich erstmal flöten geht. Vermutlich gib's aber auch irgend ein Export-Plugin von einem Drittanbieter.

Ansonsten nutze ich den Softwarewechsel als Chance für einen Neuanfang. Die momentane Zuordnung der Midi-Befehle zu den Bausteinen meiner Lightshow ist nicht so wirklich gelungen, daher werde ich sie noch mal ändern, so lange ich mir dadurch noch keine zu großen Kompatibilitätsprobleme einhandle.

Gestern habe ich schon mal das Programm MidiPipe getestet, ein schickes kleines Freeware-Tool zum Filtern und Transformieren von Midi-Daten in Echtzeit. Das Tool ist eigentlich recht simpel, wenn man ein wenig trickst, kann man damit aber schon eine ganze Menge anstellen. Ich nutze es als zusätzliche Abstraktionsebene um die Daten von meinem Midi-Controller je nach aktuellen Erfordernissen anzupassen, ohne jedes Mal den eigentlichen Controller umprogrammieren zu müssen.

Ziel des ganzen ist, immer die Lichtszenen griffbereit auf einer Taste zu haben, die ich für die aktuelle Show gerade brauche und die Show anschließend im Sequenzer aufzeichnen kann, ohne für jede Lightshow sämtliche Zuordnungen anpassen zu müssen.

Wenn ich mit E Nomine durch bin, isses dann auch erstmal gut mit Songs mit christlich-mythologischem Kontext. Als nächstes werde ich mir dann wohl "Das Boot" und "Boys Of Summer" vorknöpfen... zu beiden habe ich schon ein paar gute Ideen und zu beiden wird es wohl auch wieder ein selbstgebasteltes Musikvideo als Teil der Show geben, diesmal dann wohl auch zunehmend mit selbstproduziertem Rohmaterial.

Mal sehen, ob das alles so klappt wie ich mir das vorstelle.

Morgen geht's wieder auf Dienstreise... aber wie's ausschaut nur eine Tagestour nach Berlin... hoffentlich bleibt's dabei.

Sonntag, 6. September 2009

Woodstock

Gestern wollte ich eigentlich mit einem Freund in Taking Woodstock. Der Film war allerdings ähnlich überlaufen wie das Festival damals, daher waren nur noch Plätze in der ersten Reihe frei und das haben wir uns dann doch geschenkt. Selbst der Kassierer-Schnuggel meinte, dass diese Plätze nur für 'echte Fans' geeignet seien...

Vielleicht unternehmen wir demnächst noch mal einen zweiten Versuch, die Besetzungsliste, allen voran Paul Dano aus Little Miss Sunshine, klingt ja durchaus vielversprechend.

Wir sind dann statt dessen noch ein wenig durch die City gelaufen, haben uns lange unterhalten und uns zum Schluss einen halben Liter frisch gepressten Orangensaft an der Saftbar im Bremer Hauptbahnhof genehmigt. Sehr lecker... ich glaube, ich sollte mir auch mal eine Saftpresse kaufen.

Nach dem Flippern an der PS3 hätte ich auch mal wieder Lust, an einem echten Gerät zu spielen... hat jemand eine Idee, in welcher Bremer Spielhalle man noch welche findet?

Nächste Woche steht aber erst mal wieder eine neue Dienstreise an... ca. 8 Tage in den wilden Osten... dank UMTS-Stick sollte ich aber auch von dort gelegentlich mal ins Internet kommen.

Freitag, 4. September 2009

Der Vorleser

Heute kam meine schon vor längerer Zeit vorbestellte "Der Vorleser"-bluray-Disk. Wie sich beim Öffnen der Verpackung herausstellte, ist neben der bluray sogar auch noch eine DVD-Version enthalten.

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Eben gerade habe ich mir die Disk angesehen und muss schon sagen: Der Film hat es gewaltig in sich.Link
Ich habe schon von einigen Leuten gehört, der Film sei ein Softporno. Das mag zu zum Teil durchaus zutreffen, der Film zeigt im ersten Akt (aber auch nur dort) wirklich eine ganze Menge Akte und wenn ich ehrlich bin, war der Grund, weshalb ich die bluray- und nicht nur die DVD-Version genommen habe, dass sich Schnuggel David Kross in dem Film komplett entblättert. Durchaus nett anzusehen.

Die Schublade "Softporno" wird dem Film allerdings dennoch nicht gerecht. Unter rein künstlerischen Aspekten hätte man die Nacktszenen vielleicht etwas kürzen können, ich denke aber schon, dass sie nötig sind um zu veranschaulichen, welche tiefen Eindruck Hanna in Michaels Leben hinterlassen haben muss. Ohne den intensiven sexuellen Reiz hätte er ihr wahrscheinlich nicht soviel vorgelesen und ihr auch später keine Hörbücher geschickt oder sich weiter mit ihr befasst.

Ich will an dieser Stelle jetzt nicht zu sehr auf den Inhalt eingehen, denn der Film wirkt glaube ich nur, wenn sich bestimmte Erkenntnisse erst während des Sehens einstellen.

Der Film ist sehr vielschichtig und genau dieser Vorteil ist auch gleichzeig sein größter Nachteil: Es ist schwierig, so viele Ebenen in einem Film unterzubringen. Der Film macht es daher wie ein Uni-Professor: Er entlässt den Zuschauer mit vielen Fragen, die erst beim weiteren Drübernachdenken ihre volle Würze und Tragweite entfalten... auf der moralischen wie auch auf der emotionalen Ebene.

Sonntag, 21. Juni 2009

Singapur: Abschluss und Rückflug

Seit gestern Mittag bin ich zurück in Bremen und seit heute auch wieder halbwegs ausgeschlafen. Gestern Mittag ging es noch einigermaßen, aber im Laufe des Nachmittags kam dann die Müdigkeit und ich habe mich erst aufs Sofa gelegt und bin dann ins Bett rüber gewechselt.

Heute habe ich die Zeit genutzt, schon mal die Singapur-Bilder in mein Webalbum zu prügeln. Da das Upload-Programm ständig abgestürzt ist, eine schweißtreibende Aktion. Ich habe aber gerade gesehen, dass es für diesen Fehler mittlerweile ein Update gibt, mal sehen ob das Problem damit wirklich behoben ist. Die Tage muss ich auch endlich mal die Fotos vom Kirchentag zu Ende sortieren und hochladen.

Die Singapur-Reise war jedenfalls erfolgreich. Der Kunde hat die Abnahme unterschrieben, auch wenn noch ein paar kleinere Restpunkte übrig sind. Aber das ist ja immer so, Kunden sind nie völlig zufrieden. ;-)

Freitag ging es dann noch mal schick geschäftlich essen und das Restaurant, in das wir eingeladen wurden, war sicherlich nicht billig. In Deutschland habe ich ungefähr Vorstellungen davon, was ich in chinesischen Restaurants bestellen kann. Bei dem Essen in Singapur hat unser Gastgeber bestellt und es gab eine große Drehscheibe mit diversen Speisen in der Mitte. Unter den meisten Kreationen konnte ich mir erstmal gar nichts vorstellen und auch das Essen mit Stäbchen will gelernt sein. Es wäre hilfreich gewesen, wenn die Stäbchen Rillen gehabt hätten damit das Essen nicht so leicht wegrutscht...

Nach einem weiteren, eher informellen Meeting ging es dann Abends zum Flughafen.

War ich auf dem Hinflug mit KLM noch ganz zufrieden, bin ich nach dem Rückflug doch arg enttäuscht. Es gab in Singapur keinen vernünftigen Ticketschalter sondern man war gezwungen, die Tickets am Selbstbedienungs-Automaten auszudrucken. Da die Bedienung aber offenbar so kompliziert ist, stand neben jedem Automaten noch ein Angestellter, der den Automaten für die Reisenden bedient hat... und den Automaten auch nicht verstanden hat. So wollten mein Kollege und ich im Flugzeug verständlicherweise nebeneinander sitzen... dies war jedoch nicht möglich, da man zwar Reisegruppen bilden konnte, am Terminal jedoch nur numerische Buchungsnummern einzugeben waren, während unsere alphanumerisch war. Hier muss sich die Allianz aus Air France und KLM, die gemeinsame Ticketschalter und Automaten betreibt, wohl noch auf ein einheitliches System einigen.

Auch am Gepäckabgabeschalter war man nicht im Stande, dieses Problem zu beheben.

Beim Einsteigen streikte dann der Barcode-Scanner und der Schnuggel an der Schleuse musste meine Ticketnummer manuell in eine Papierliste eintragen... der Länge der Liste nach zu urteilen war ich nicht der einzige, bei dem das Ticket nicht maschinell lesbar war. Eine Ursache dafür konnte sein, dass man in Singapur nur billige Streifen aus Thermopapier bekommt, kein richtiges Papier, wie dies in Deutschland üblich ist.

Positiv möchte ich erwähnen, dass der Security-Check in Singapur völlig unproblematisch war. Sachen aufs Band, durch die Schleuse und fertig.

Anders in Amsterdam: Alle Notebooks auspacken und aufklappen. Als wenn das irgend etwas bringen würde... das ist in meinen Augen auch nur ein Sicherheits-Placebo.

Neben der normalen Sicherheitsschleuse gab es in Amsterdam auch eine merkwürdige Kabine, in der sich die Passagiere mit erhobenen Armen hinstellen mussten und dann von einem Sensorkopf umfahren und gescannt wurden. Ob das so ein Backscatter-Scanner war, mit dem man die Leute nackt sehen kann? Sah auf jeden Fall unsympathisch aus.

Der Flug von Singapur nach Amsterdam war anstrengend. Die Maschine war fast ausgebucht, somit war der Luxus des Hinflugs, gleich zwei Plätze in Beschlag nehmen zu können, diesmal nicht drin. Ich saß zwischen einem asiatischen Mädel und einer asiatischen Frau, die beide kleiner als ich waren und daher deutlich weniger Probleme mit dem Platz hatten.

Das hat die Enge ein kleinwenig abgemildert, aber schön war's nicht. Hinzu kamen diesmal diverse Kreischkinder, die dem Flug ebenfalls ihre ganz eigene Note gaben.

Der Flug von Amsterdam nach Bremen war problem- und ereignislos, wenn man davon absieht, dass manche Luftstraßen doch erhebliche Schlag- bzw. Luftlöcher enthalten.

Fazit:
Unterm Strich war die Singapurreise eigentlich ganz in Ordnung und deutlich angenehmer, als ich befürchtet hatte. Singapur ist zwar ein sehr strenges und machmal auch sehr seltsames und bürokratisches Land, aber vieles wird auch nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird. Vielleicht hätte ich schon vorher mit ein paar Schwulen vor Ort chatten sollen, das mir doch ein paar meiner Ängste und Befürchtungen genommen.

Ein wenig schade ist, dass wegen den langen Arbeitszeiten nur relativ wenig Zeit war, um die Stadt und ihre Bewohner näher kennenzulernen. Gerade zum Schluss bin ich auf 15-17 Stunden am Tag gekommen, das ist schon hart. Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich mich sicher auch mal mit einem singapurer Schnuggel getroffen und vielleicht sogar mein schickes Doppelbett einem Belastungstest unterzogen.

Wirklich besser scheinen die singapurer Schnuckel allerdings auch nicht zu sein... der erste meldet sich schon jetzt kaum noch und hat auch die Nachricht, dass ich wieder in Bremen angekommen bin, nicht beantwortet... mache Dinge sind halt überall gleich und Jungs können überall unzuverlässig, unwillig und anstrengend sein...

Ich muss mich nun erstmal auf den aktuellen Stand bringen, was in Deutschland während meiner Abwesenheit alles passiert ist. Soweit ich gehört habe, wurde das leidige Gesetz zur Netzzensur beschlossen? :-(

Aus diesem traurigen Anlass möchte ich diesen Blogeintrag mit einem Video beenden, das mir ein deutscher Schnuggel aus München gestern zugeschickt hat:




In diesem Sinne bis die Tage...

Mittwoch, 3. Juni 2009

Reise(s)pass

Die letzte Nacht war übel... irgendwie konnte ich nicht schlafen und mir gingen 1000 Sachen durch den Kopf, was ich dann irgendwann in der Nacht auch noch mal via Twitter der Welt kundgetan habe.

Um 6 Uhr machte dann der Wecker auf sich aufmerksam, um mich aufzufordern, der Nacht ein abruptes Ende zu setzen und mich fertig zu machen, um (mit einem Umweg über den Bäcker) kurz nach 7 beim Stadtamt zu sein.

Trotz der frühen Stunde waren dennoch schon rund 8 Leute vor mir dran. Früh aufstehen ist doof wenn's alle machen...

Nach etwas über einer Stunde war ich dann mit allem durch und hatte meinen Express-Reisepass beantragt. Ob er rechtzeitig kommt, ist allerdings trotz des Expresszuschlags ungewiss.

Die Fingerabdruckscanner sind übrigens schnarchlangsam. Der Scanvorgang hat bestimmt eine halbe Minute pro Finger gebraucht. Gescannt werden beide Zeigefinger.

Das Amt ruft mich nun an, wenn der Reisepass fertig ist. Wenn's bis Montagnachmittag nicht geklappt hat, muss ich mir noch einen vorläufigen Reisepass ausstellen lassen. Das sind dann noch mal 26 Euro, aber laut einem Anruf bei der deutschen Botschaft in Singapur ist er zur Not ausreichend.

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz kam ich noch an der Kfz-Zulassungsstelle vorbei, wo ein gewisser Herr Ludolf gerade sein Auto abmelden wollte. Da er ein Bremer Kennzeichen in der Hand hielt, war es wohl keiner der Ludolfs (wobei ich die Serie auch noch nie gesehen habe). Die Sachbearbeiterin hat allerdings trotzdem erstaunt nachgefragt.

Zurück in der Firma habe ich dann versucht, meinen Termin für Freitag im Stadtamt zu stornieren. Telefonisch kein Durchkommen, entweder war besetzt oder es nahm keiner ab... ich habe dann eine kurze Mail ans Amt geschrieben, welche auch recht schnell beantwortet wurde. Thema erledigt.

Im Moment schallt der Vocal Trance-Kanal von Digitally Imported aus meinen Boxen und die Müdigkeit hält sich noch in Grenzen... trotzdem sollte ich heute vielleicht etwas eher ins Bett...

Hatte ich schon erzählt, dass ich mir für den Mac noch ein paar Logitech-Boxen mit Subwoofer gekauft habe? Nix großartige, nur ein kleines 2.1-Set für 35 Euro. Die Qualität ist eigentlich recht ordentlich, fast schon zu gut: Für Nachts fehlt eigentlich noch ein Regler um den Subwoofer ein wenig runterregeln zu können.

Für Morgen erwarte ich ein Paket mit meinem Singapur-Reiseführer und einer Hand voll DVDs.

Unter ihnen auch Beautiful Thing, den ich eigentlich auch schon auf VHS-Kassette besitze. Seit mein Videorekorder mal mitten im Film mitten in einem Date elendig verreckt ist, besitze ich allerdings keine Video(kassetten)rekorder mehr. Anstatt jetzt noch einen neuen Recorder zu kaufen, kaufe ich den Film lieber doppelt und habe ihn dann auch in bester Qualität und mit allen Extras.

Soweit erstmal, ich werde nun noch ein wenig Chatten und Relaxen und dann irgendwann ins Bett...

Sonntag, 24. Mai 2009

Gedimmte Illumination

Nun ist das schöne lange Wochenende auch schon wieder vorbei... schade.

Freitag war ich mit zwei Freunden in der Gay-Filmnacht im Cinemaxx. Als Vorfilm lief "Freunde", ein Machwerk, das ich schon seit Jahren hier auf einer Kurzfilm-Sammel-DVD liegen habe und das auch schon damals nicht richtig überzeugt hatte. Der Film von 2001 ist mit Marlon Kittel und Martin Kiefer zwar sehr gut besetzt, aber von der filmischen Umsetzung und der Handlung höchst gewöhnungsbedürftig. Er wirkt wie eine lose Aneinanderreihung von Szenen, bei denen auch zum Schluss nicht so ganz klar wird, wie die nun eigentlich zusammenpassen sollen: Erst bekriegen sich die beiden Jungs, dann sitzen sie später gemeinsam in der Badewanne... wie es zu dieser 180°-Wende kam, wird nicht erzählt.

Auch kameratechnisch überzeugt der Film nicht. Da sitzen zwar zwei süße Jungs in der Badewanne, aber man sieht.... nichts. Alle Szenen, bei denen man dem Film vielleicht noch halbwegs etwas abgewinnen könnte, sind mit Teleobjektiv gefilmt und man ist so nah dran, dass man das Ganze kaum zu erkennen vermag.

Gleich im Anschluss der Hauptfilm. Dieses mal gab es weder Moderation noch Gewinnspiel. Möglicherweise weil man an der Kasse subventionierte Tickets für eine Gay-Party nebenan im Gleis 9 kaufen konnte?

Der Hauptfilm hieß "Rückenwind" und stammt vom gleichen Regisseur und Drehbuchautor wie "Freunde" (Jan Krüger in Personalunion).

Die Handschrift ist unverkennbar: Wieder eine chaotische Story und wieder haben alle Protagonisten einen mehr oder minder ausgeprägten Sockenschuss. Und auch hier wieder diese latent in der Luft liegende Gewalt zwischen den beiden Hauptdarstellern. Bei manchen Szenen im Wald musste ich doch ein wenig an Blair Witch Project denken, auch wenn diesmal keine Hexe sondern ein Adelssohn aus der späten Feudalzeit der Gesucht war. Jener hatte der Legende nach die Angewohnheit, seinen Zeitgenossen ausgeweidete Schwäne auf ihren Federn gebettet vor die Tür zu legen... schon wieder diese Gewaltphantasien des Autors?

Immerhin in einem Punkt ist "Rückenwind" besser als "Freunde": Diesmal sah man auch was von den süßen Hauptdarstellern, und das nicht zu knapp. So wirklich retten tut das den Film allerdings nicht.

Meinen letzten Kritikpunkt hat wieder das Cinemaxx verbockt: Das Bild war viel zu dunkel und die Gesichter der Darsteller lagen zu oft im Dunkeln. Nachdem ich dieses Problem schon bei "Teenage Angst" kritisiert hatte, denke ich, dass es am Videoprojektor liegt, der mit dieser Aufgabe überfordert ist.

Den Rest der Nacht habe ich mit einem Freund gechattet und bin dann irgendwann zwischen 4 und 5 ins Bett gekommen.

Gestern stand ein Besuch des Kirchentages auf dem Programm. Nicht des ganzen Kirchentages, nur die öffentlich zugänglichen Plätze in der Innenstadt und am Osterdeich. Es war voll und es fuhren so viele Busse und Straßenbahnen, dass man an Hauptbahnhof und Domsheide kaum über die Straße kam. An diversen Ständen wurde über Lautsprecheranlagen für den Glauben geworben. So richtig vermochte der Funke auf mich jedoch nicht überspringen (bezogen auf die Atmosphäre, beim Rest ist bei mir eh Hopfen und Malz verloren).

Während am Osterdeich jemand auf der Bühne ausführlich begründete, wieso er 'normal' sei obwohl er 'an diesen Gott glaube' (schon seine Eltern taten dies - ok, überzeugt) spielten nebenan ein paar Jungs halbnackt Fußball und kletterten in Mülltonnen. (Die Frage nach dem "Warum" hatte ich mir bereits Freitag abgewöhnt, so dass ich das einfach mal so zur Kenntnis genommen habe.)

Später haben an anderer Stelle noch mal andere Jungs versucht, in einer Mülltonne den Deich runterzufahren... wenn ich die Fotos sortiert und hochgeladen habe, kann ich mal ein Bild hier posten.

Abends ging es dann mit einem Freund und einem Freund des Freundes nochmal ins Kino: Illuminati

Auch wenn dieser Film teilweise schlechte Kritiken bekommen hat, fand ich ihn nicht sooo übel. Er hat schon deutliche Schwächen, aber gerade das Ende, in dem alle Ereignisse noch einmal in ein völlig anderes Licht gesetzt werden, ist einfach sehenswert.

Zwischendrin ist der Film leider ein wenig substanzlos. Das Team jagt quer durch Rom und versucht Hinweise in den diversen römischen Kirchen zu entschlüsseln. Hier hätte ich mir etwas weniger Hektik und einen größeren Aha-Effekt erhofft. Möglicherweise ist an dieser Stelle zu viel von Dan Browns Roman auf der Strecke geblieben. Mehr Zeit war allerdings auch nicht drin, der Film hat so bereits Überlänge und wurde mit Pause vorgeführt.

Auf dem Rückweg in der Bahn bekam ich sogar einen Sitzplatz. Die Kirchentagsbesucher machten sich offenbar erst später auf den Heimweg und auch die Trommler erfreuten die Bremer Bevölkerung diesmal erst (rund 1,5 Stunden später als normal) gegen 3 Uhr mit ihrem Konzert.

Mit den religiösen Songs schien man gestern Abend auch schon durch gewesen zu sein, in meiner Bahn wurde daher auf Musicalsongs von ABBA und dem König der Löwen zurückgegriffen. Ich hab mal auf den Aufnahmeknopf am Handy gedrückt... wenn ich das konvertiert kriege, kann ich das hier mal eine kurze Kostprobe online stellen. Ist leider irgend ein proprietärer Codec, den nicht mal VLC versteht. :-(

Mittwoch, 13. Mai 2009

Mythos Mac: Der erste Crash

Die letzten Tage war mal wieder viel Stress in der Firma, so dass ich entsprechend wenig zu Hause war. Die letzten Tage habe ich somit ausschließlich am Mac Mini verbracht, denn zum Mailcheck und Chatten muss ich nicht extra meinen Vista-Quadcore hochfahren.

Gestern Abend war noch ein Freund zu Besuch, der mehrere DVD-ROMs mit Daten für mich dabei hatte, die ich mir kopieren wollte.

Beim Mac schiebt man den Datenträger ins Laufwerk und der Inhalt erscheint automatisch auf dem Desktop. Eigentlich nicht so viel anders als bei Windows, nur dass die Laufwerke dort unter "Arbeitsplatz" angezeigt werden und Laufwerksbuchstaben nicht verschwinden, wenn das Laufwerk gerade leer ist. Selbstverständlich zeigen beide Systeme die Datenträger auch im Explorer bzw. Finder an.

Bei den ersten DVDs ging das ohne Probleme. Disk eingelegt, kopiert und durch ziehen auf den Papierkorb wieder ausgeworfen.

Dann gab's Probleme: Die Disk wurde zwar eingezogen, es erschien jedoch kein Symbol auf dem Schreibtisch bzw. im Finder.

Unter Windows würde man den Datenträger unter solchen Umständen wahrscheinlich entnehmen und nochmal neu einlegen. Bei Macs geht dieses Vorgehen leider nicht so einfach, denn eine Auswurftaste wird man an den allermeisten Mac-Laufwerken vergebens suchen. Wenn kein Symbol angezeigt wird, kann man auch nichts zum Auswerfen auf den Papierkorb ziehen oder auch nur anklicken.

Die Eject-Taste auf der Tastatur zeigte ebenfalls keine Wirkung. (Wobei ich die noch nie benutzt habe und auch nicht sicher bin, ob sie sich überhaupt auf das DVD-Laufwerk bezieht oder vielleicht was mit der Medienwiedergabe-Steuerung zu tun hat.)

Eine kurze Google-Suche brachte dann das Ergebnis: Man muss den Mac rebooten und während der Startphase die Maustaste gedrückt halten. Dann wirft der Mac alle Datenträger aus... hätte ich auch selbst drauf kommen können...

(Und weil diese Lösung so intuitiv ist, blenden Macs beim Booten auch nur ein Apfellogo ein und keine Hilfe zu den diversen Tastenkombinationen, die man während des Bootvorgangs drücken kann. Da gib's eine ganze Latte, der Start von CD wird z.B. ebenfalls durch eine Taste ausgelöst.)

Zunächst passierte aber nach dem Neustart-Befehl überhaupt nichts. Der Rechner sagte, er würde herunterfahren und blieb dann in diesem Zustand stecken. Auch nach mehreren Minuten keine Reaktion, normalerweise geht dies recht fix.

Ich habe den Mac dann irgendwann durch gedrückthalten des Power-Schalters aus- und wieder eingeschaltet (immerhin das klappt wie beim PC). Beim folgenden Bootprozess ließ sich dann zum Glück auch die DVD auswerfen.

Nachdem das System wieder hochgefahren war, habe ich's noch einmal versucht und diesmal wurde die Disk anstandslos kopiert.

Mal gucken, ob solche Probleme noch mal vorkommen. Ich habe heute erstmal das nagelneue Update auf Mac OS X 10.5.7 installiert. Der Download war mit fast 500 MB schon ganz ordentlich, somit ist es wohl am ehesten mit einem Windows-Servicepack vergleichbar. Die erreichen ähnliche Größenordnungen.

Laut dem obigen Heise-Artikel stopft das Update auch eine ganze Reihe böser Sicherheitslöcher, die Installation ist also dringend zu empfehlen wenn man einen Original-Mac besitzt.

Wer Mac OS mit Hacks auf einem normalen (jedoch Mac-ähnlichem) PC einsetzt, sollte sich das Update überlegen, denn die Gültigkeitsprüfung der Hardware soll durch das Update erheblich verschärft werden.


Nachdem ich in diesem Blog schon einige Male über Videoschnitt am PC geflucht hatte, habe ich vor ein paar Tagen selbiges am Mac getestet. Ich wollte für einen Freund eine digital über DVB-C aufgenommene Fernsehsendung schneiden und auf eine DVD brennen.

Der Mac bringt dazu iMovie (Schnitt) und iDVD (DVD-Authoring) direkt ab Werk als Teil des iLife-Programmpaketes mit. Funktional scheinen beide Programme wohl ungefähr dem bei Windows mitgelieferten Movie Maker zu entsprechen.

Zur Bedienung kann ich leider nicht viel sagen. Da die MPEG2-kodierten Rohdaten von iMove nicht gelesen werden konnten, war der Test zu Ende, bevor ich überhaupt irgendwas schneiden konnte. Standardformate wie MPEG2 sind absolutes Pflichtprogramm; ein Schnittprogramm, das damit nicht umgehen kann, ist weitestgehend unbrauchbar. iMove scheint dagegen nur auf QuickTime- und DV-Material ausgelegt zu sein. Dicker Minuspunkt.

Ich habe den Film dann mit Premiere Elements unter Windows geschnitten. Ein Vergleich von iMovie/iDVD mit Premiere Elements wäre natürlich extrem unfair, da Premiere alleine mehr kostet als das komplette iLife-Paket kosten würde, wenn man es einzeln kaufen und nicht zusammen mit einem Mac erstehen würde. Ich habe daher zum Schluss auch noch mal probiert, die Dateien mit dem Windows Movie Maker zu laden, was gar kein Problem war. Microsoft scheint seine Hausaufgaben, zumindest was das angeht, deutlich besser als Apple gemacht zu haben.

Mein Münchener Macintologe meinte, dass man wohl viele CODECs unter MacOS nachrüsten könne. Wenn ich Zeit habe, probiere ich das vielleicht mal. Ob ein CODEC reicht, damit iMovie den Film schneiden kann, halte ich allerdings für fraglich.

Nun muss ich aber erstmal ins Bett... diese Nacht leider wieder alleine. :-(

Sonntag, 10. Mai 2009

DNS-Sperren mit Lego erklärt

Gerade bei einem Bekannten im Blog entdeckt: DNS-Sperren mit Lego erklärt

Es muss also nicht immer Playmobil sein... ;-)

Die Zukunft hat begonnen

Eben gerade war ich mit drei Freunden im Kino: Star Trek - Die Zukunft hat begonnen

Mir hat der Film eigentlich ziemlich gut gefallen, ich kann aber auch verstehen, wenn sich einige, vor allem die eingefleischten Fans der Serie, mit ihm sehr schwer tun werden.

Der Film stellt doch einiges anders dar als man es aus der Serie kennt und so recht mag mir das auch nicht gefallen. Aber vielleicht war es wirklich an der Zeit, einen Schnitt zu machen und einen Neuanfang zu wagen um die Thematik noch einmal von einer anderen Seite zu betrachten, ähnlich wie dies bei James Bond gemacht wurde.

So wie die Enterprise in der alten Serie dargestellt wurde (unzählige völlig sinnlose Lämpchen) hätte man es in einem modernen Film nicht machen können, das wäre hochgradig lächerlich geworden. Darüber, ob es so weitreichende Änderungen an der Story gebraucht hätte, kann man sicherlich streiten. Für die Breite Masse sind diese Änderungen denke ich nicht schwerwiegend. Als Fan kommt es drauf an, wie gut man sich auf diese neue Konstellation einlassen mag.

Ich finde den neuen Film ganz spritzig und humorvoll umgesetzt, wobei Chekov für mich der heimliche Star des Films war. Der russische Akzent, mit dem ihn nicht mal der Bordcomputer versteht, ist einfach zu geil. (Der Schauspieler übrigens auch....)

Auch Kirk war in der Simulator-Übung einfach genial.

Vieles wirkt allerdings auch geklaut, so erinenerte mich die Szene mit dem jungen Kirk im Sportwagen doch sehr an die Podrennen aus Star Wars. Und die Romulaner erinnern doch irgendwie sehr an Matrix.

Auch wenn dieser Film nicht 100%ig ins bekannte Star Trek-Universum passt, bin ich doch sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Soweit erstmal... mal sehen ob ich nachher zur Flugschau am Bremer Airport gehe... so richtig motiviert bin ich nicht. Dieses Wochenende war lang und aus meinem Bekanntenkreis hat auch keiner Zeit und Lust. Vielleicht mache ich mir also lieber einen ruhigen Tag... aber das entscheide ich erst nach dem Aufstehen.

PS: Dies ist mein erster auf dem Mac geschriebener Blogeintrag. Zum Schreiben längerer Texte ist der Aufstellungsort allerdings zu unbequem, so dass ich die meisten Blogeinträge sicherlich weiterhin am PC schreiben werde.

Samstag, 9. Mai 2009

Schaumparty

Watt'n Stress schon wieder. Nächste Woche wäre ich beinahe nach Singapur geflogen um einen Kollegen vor Ort zu unterstützen. Gestern Mittag kam dann die Entwarnung: Der Kollege hat es auch alleine hinbekommen und meine Dienste sind dort doch nicht erforderlich.

Ich bin ganz froh, dass es so gekommen ist, denn das wäre zum einen etwas kurzfristig gewesen, zum anderen steht Singapur auf meiner Liste der must-see-Städte ziemlich weit unten. Dies liegt vor allem am in meinen Augen völlig übertriebenen Strafrecht. Für Sachen, die in Deutschland bestenfalls Ordnungswidrigkeiten darstellen, wird man in Singapur verprügelt (Rohrstock auf das nackte Gesäß) oder gleich einen Kopf kürzer gemacht. Die Einfuhr von Kaugummi und Pornografie ist strengsten Untersagt, ebenso Sexpraktiken wie Oral- oder Analsex. Bei letzterem ist wohl gerade ein Umschwung im Gange, wenn auch nur für Heteros. Homosexualität ist selbstverständlich auch verboten.

Auch wenn ich nicht zum Amseln hinfliege, empfinde ich einen Besuch dort als unkalkulierbares Risiko, denn ich habe keine Ahnung, wo die Singapurianer bzw. deren Regierung ihre empfindlichen Punkte haben und ich müsste erstmal mein Handy säubern, ob da nicht vielleicht noch das ein oder andere unschickliche Foto drauf ist. Ich weiss nicht, welche Rechte Polizisten z.B. bei Polizeikontrollen haben. Republiken mit Einparteiensystem sind mir jedenfalls höchst suspekt.

Ich gehe stark davon aus, dass Schaumpartys wie die gestern in der Fun Factory dort ebenfalls verboten sind.

Nachdem ich nun schon seit Jahren ziemlich erfolglos versuche, jemanden aus einem Freundes- und Bekanntenkreis zu einem Besuch einer Schaumparty zu überreden bzw. immer irgendwas kurzfristig dazwischen kam, bin ich gestern nun einfach mal alleine hingefahren.

Ich war so gegen 23:40 dort und der Parkplatz war gerammelt voll. Nur im hintersten Winkel waren noch ein paar Parkplätze frei. Die Fun Factory ist allerdings aufgrund ihrer Lage auch eher eine Autofahrer-Disko. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man dort nur schlecht hin.

Die Schlange an der Kasse hielt sich in Grenzen und auch bei der Türkontrolle ging es relativ schnell.

Zumindest einen Vorteil hat mein Geburtstag: Ab 30 kommt man umsonst rein. Die Kehrseite ist allerdings, dass ich anscheinend auch so aussehe, denn einen Ausweis musste ich nicht vorzeigen.

Dass mich ein Türsteher nicht nach einem Ausweis fragt, setze ich eigentlich voraus und wäre beleidigt, wenn er es täte. Minderjährig bin ich gewiss nicht mehr.

Dass mir der Kassierer jedoch auf meine Nachfrage direkt mein "Seniorenticket" rübergeschoben hat, gibt mir jedoch doch zu denken... und ich tröste mich damit, dass er es erst auf Nachfrage tat.

Auf der Tanzfläche und in der ganzen Mainhall ein Meer unheimlich süßer halbnackter Jungs und ich mitten drin... so voll und eng, dass Körperkontakt unvermeidbar ist.

Ungefähr so stelle ich mir das Paradies vor und wenn ich mir einige der Schöpfungen dort so ansehe, könnte ich ich fast geneigt sein, der Theorie vom Intelligent Design zuzustimmen. (Aber nur fast, bevor sich jetzt hier irgendjemand Hoffnungen macht.) Wahnsinn!

Im Zentrum der Tanzfläche war der Schaum rund 2 Meter hoch (höher als mache, die darin tanzten) und ich frage mich, wie man dort eigentlich noch Luft bekommt. Wahrscheinlich muss man sich dort immer ein Loch nach oben hin freitanzen.

Ich selber habe mich nur in maximal Knietiefe Gefilde begeben. Handy und Portemonnaie waren für den Notfall mit Plastiktüten abgedichtet, man kann ja nie wissen ob man nicht irgendwann auch mal unfreiwillig tiefer im Schaum steckt als man möchte. Der Boden war aalglatt und meine Schuhe hatten kaum Grip.

Das Rauchverbot in Diskotheken ist übrigens eine gute Sache. Die Luft dort war um Klassen besser als bei meinem letzten Besuch. Die Musikauswahl war ok. Eine relativ bunte Mischung aller Genres, bei der ich eigentlich nur mit manchen Malle-Prollhymnen so meine Schwierigkeiten hatte. Die hielten sich aber in Grenzen.

Einzig negative Erfahrung des Abends: Ein Pärchen, er ein ziemlich breiter Typ, sie eine Schnepfe mit dickem Hintern.

Ich stand an einem Geländer und war in den Anblick zweier süßer Typen vertieft, die oben ohne auf einem Podest vor mir tanzten.

Irgendwann schob sich das Mädel mit ihrem Gesäß immer weiter in meine Richtung und setzte sich schließlich auf das Geländer. Dann kam ihr Freund bei mir an und schob mich weg. Ich dachte erst, er wolle nur vorbei, aber offenbar war es ihm ein Dorn im Auge, dass ich so nah an seiner Freundin stand.

Ich habe mich dann zwei Meter weiter (was für die Verhältnisse wirklich ausreichend sein sollte) postiert und mit dem Rücken zu den beiden weiter den beiden süßen Typen auf dem Podest zugeguckt.

Trotzdem kam er ein paar Minuten später noch mal bei mir an. Die "Lady" würde sich von mir bedrängt/belästigt/was-auch-immer fühlen.

Bitte was? Ich habe nicht mal in ihre Richtung geguckt!

Ich habe ihn nur gefragt, wieviele Kilometer Platz "die Lady" denn bräuchte und bin in eine andere Ecke der Disko gegangen weil mir das zu blöd wurde. Vielleicht war er auch beleidigt, weil ich seine Tussie mit dem Arsch nicht angeguckt habe... oder sie steht auf Hinterteile...

Manche Menschen scheinen doch ein mächtiges Ego zu haben und sich für unwiderstehlich zu halten. Der Macker war es definitiv nicht.


Zwischendrin wurden natürlich - die Fun Factory ist ja eine Hetero-Disko - auch immer Mädels gesucht, die möglichst nackig auf der Bühne vor dem DJ-Pult tanzen wollten. Mindestens eine konnte sich dann auch dazu durchringen, für eine Jahreskarte und 100 Euro Freiverzehr vor der sabbernden Meute und dem Hoffotografen ihre Titten zu zeigen. Ich habe das nicht weiter verfolgt, aber das Ergebnis ist sicherlich bald in der Bildgalerie der Fun Factory zu bewundern.

Ein paar erste Fotos sind schon online, ich habe sie allerdings noch nicht durchgesehen ob ich auch irgendwo drauf bin. Die Fun Factory hat auf jeden Fall arg nachgelassen. Früher konnte man die Bilder fast in Originalgröße runterladen, inzwischen sind es nur noch Briefmarken. :-(

Gegen 2:45 bin ich dann wieder zurück gefahren.

Fazit: Hat sich gelohnt! Ich bin zwar eigentlich kein Diskogänger und fühle mich auf jeder Tanzfläche ziemlich deplatziert, so kann ich aber durchaus dann und wann mal einen Abend verbringen. Ein Shirtless-Schnuggel wollte mich wohl auch irgendwie zum Feiern motivieren und zu einer Art Polonaise über den Dance Floor auffordern(?), aber da war ich so überrascht, dass ich erst viel zu spät reagiert habe.

Für die nächste Schaumparty muss ich mir auf jeden Fall eine Begleitung suchen.

Die Rückfahrt habe ich genutzt, um die höheren Geschwindigkeitsbereiche meines neuen Autos auszutesten. Die Einfahrphase ist mittlerweile abgeschlossen und ich darf die Geschwindigkeit langsam steigern. Bis ca, 190 bin ich gekommen, danach kam ich wieder in einen Pulk von Autos und musste abbremsen. Vielleicht finde ich zu späterer Stunde an anderer Stelle noch mal ein längeres Stück freie Autobahn...

Vorhin habe ich Hose, Schuhe und Socken zum Trocknen aufgehängt. Viele Leute haben sich auch auf dem Parkplatz umgezogen, aber ich war ja nicht komplett untergetaucht.

Heute Abend steht der neue Star Trek Film auf dem Programm. Beim Trailer fühlte ich mich doch irgendwie sehr stark an Star Wars erinnert... aber die Kritiken sind sehr gut und ein paar der Hauptdarsteller können sich auch sehen lassen, somit kann der Kinoabend eigentlich nicht völlig in die Hose gehen.

Mein Mac hat übrigens gestern einen eigenen TFT-Monitor spendiert bekommen. Nichts großartiges, aber ist ja auch nur ein Zweitrechner. Der Mac steht nun im Wohnzimmer neben dem Sofa, so dass ich auch beim Fernsehen gucken nebenbei Chatten oder Twittern kann. Der Mac am großen Fernseher war ohnehin etwas überdimensioniert, alleine vom Stromverbrauch.

Mac, Bildschirm und eine externe Platte verbrauchen nun alle zusammen rund 50 Watt, im Standby sogar noch deutlich weniger. Damit kann man wohl erstmal leben...

Mittwoch, 29. April 2009

Mythos Mac: Nun wird's ernst

Da mein ursprünglich geplanter Urlaub jäh unterbrochen wurde, komme ich heute und morgen noch mal in den Genuß zweier außerplanmäßiger freier Tage.

Letzten Sonntag habe ich unter anderem damit verbracht, einem Freund und Mac-User aus München zu einem eigenen kleinen Internet-TV-Sender zu verhelfen. Die ersten Versuche mit Quicktime Broadcaster und Darwin Streaming Server funktionierten zwar im lokalen Netz, allerdings nur über die RTP/RTSP-Protokolle, welche sich relativ schlecht durch einen NAT-Router leiten lassen.

Mit der Streaming-Funktion von VLC lies sich dann auch eine Videodatei oder DVD via TCP streamen und hier empfangen. Nur beim Versuch, seine iSight-Kamera zu streamen, kackt das Programm regelmäßig ab. So richtig beglückend ist das noch nicht.

Montag und gestern habe ich gearbeitet, da war kaum Zeit für Mac-Versuche.

Gestern Abend habe ich die Datensicherung via Time Machine getestet: Einfacher kann eine Datensicherung kaum sein. Man wählt einen Datenträger, der die Sicherung aufnehmen soll, und das Programm kümmert sich um alles weitere, inkl. einer Versionierung der Sicherungen. Zur Wiederherstellung kann man in einer stylischen Oberfläche mit animiertem Sternenhintergrund den Versionsstand wählen, den man komplett oder in Teilen zurückspielen möchte.

Die Rücksicherung selbst habe ich bisher noch nicht getestet.

Im Großen und Ganzen macht das Programm einen recht guten Eindruck. Ein Nachteil ist jedoch, dass man weder auf fremde Dateisysteme noch auf Nicht-Apple-Server sichern kann.

Außerdem kann man offenbar nicht gezielt in eine Archiv-Datei sichern um das Ergebnis dann z.B. auf DVDs zu brennen. Auch scheint es nicht vorgesehen zu sein, dass man einzelne Stände dauerhaft erhalten kann. Alleine Time Machine und die Größe der Platte bestimmen, was wie lange aufgehoben wird. Profis werden somit früher oder später an die Grenzen der Software gelangen, für Computer-Laien ist sie jedoch durchaus sinnvoll, denn sie stellt sicher, dass die Backups zum einen regelmäßig, zum anderen auch nach einem sinnvollen Plan gemacht und aufbewahrt werden.

Nach dem Backup habe ich noch kurz den Boot-Camp-Assistenten zur Installation von Windows getestet. Ich habe keine Installation vorgenommen, aber das Verkleinern der MacOS-Partition ging ohne Probleme und ohne Neustart. So wünscht man sich das. Zwischendrin reagierte das System allerdings nicht mehr, so dass ich schon fast befürchtet hatte, das System sei abgestürzt. War es aber zum Glück nicht.

Damit war die Spielphase vorbei und ich habe die Platte formatiert und MacOS inkl. der Anwendungen nach meinen Wünschen neu installiert. Wäre vielleicht nicht unbedingt nötig gewesen, ich wollte aber zum einen mal die Installation sehen, zum anderen mit einem frischen System in den Produktivbetrieb starten.

Die Installation von MacOS war nicht soviel anders als bei Windows. Man kann grob einstellen, was man installieren möchte (z.B. von welchen Herstellern die Druckertreiber installiert werden sollen).

Großer Kritikpunkt: Man wird nicht durch die Partitionierung der Platte geführt. Nachdem ich zuvor den Boot-Camp-Assistenten probiert hatte, musste ich die dabei eingerichtete leere Windows-Partition erstmal wieder wegbekommen. Im Menü kann man einen Festplatten-Manager starten, wird dabei jedoch nicht geführt. Die Konfigurationsmöglichkeiten im Windows-Setup mögen nicht ganz so vielseitig sein, sind aber meiner Ansicht nach einfacher zu bedienen.

Zum Booten von CD/DVD muss man beim Start übrigens die Taste "c" gedrückt halten. Ein BIOS im klassichen Sinne gibt es bei Macs nicht.

Heute habe ich die meiste Zeit am Mac verbracht. Clients für ICQ, MSN, Skype, Twitter und Emails sind mittlerweile eingerichtet. Die Emails frage ich vorerst nur per IMAP ab, lasse sie also auf dem Server liegen und rufe sie später noch einmal am PC ab, um sie in meine lokale Ordnerstruktur einzuordnen. Dafür muss ich noch eine endgültige Lösung finden.

Ich fände es durchaus reizvoll, meine Emails komplett auf dem Server liegen zu lassen und hier zu Hause nur noch Sicherungskopieren zu lagern. Damit könnte ich problemlos von unterschiedlichen Rechnern und auch auf Dienstreisen auf meine kompletten Emails zugreifen und müsste nicht mehr hinterher sortieren. Von der Serverkapazität wäre das auch kein Problem, dort habe ich quasi unendlich viel Platz. Was mich davon abhält, sind jedoch Datenschutzaspekte. Mir ist unwohl dabei, mein komplettes Mailarchiv bei meinem Provider zu lagern, denn wenn sich jemand in den Account hacken würde, wären damit sehr viele hochsensible Daten in Gefahr. Das ist eine ganz andere Hausnummer, als wenn nur die gerade aktuellen Mails auf dem Server lagern.

Für meine Instanz-Messenger brauche ich auch noch eine Lösung, denn ich möchte die Chatverläufe eigentlich nicht über 1000 verschiedene Geräte verstreut haben.

Ich werde denke ich mal gucken, ob es Virtualisierungssoftware gibt, die sowohl auf PC als auch auf Mac die selben virtuellen Machinen ausführen kann. Dann könnte ich eine kleine virtuelle Maschine unter Windows oder Linux aufsetzen, die meine Messenger, die Emails, Termine, Adressen usw.. enthält. Die könnte (ggf. verschlüsselt) auf einem (lokalen?) Server lagern und durch die Firewall des virtuellen Betriebsystems wären die Daten noch einmal zusätzlich geschützt.

Mit den modernen Virtualisierungstechniken ist es sogar möglich, den Desktop des Gastbetriebsystems auszublenden, so dass sich die virtuellen Programme nicht soviel anders als lokal installierte anfühlen sollten.

Apropos Desktop und intuitive Bedienung bei MacOS: Heute war ich ganz schön am fluchen und ich vermisse meine Windows Taskleiste!

Ich habe heute mehrere Stunden via Skype mit einem Macintologen aus Bremen telefoniert und er hat mir dabei auch diverse Links geschickt. Zeitweise wusste ich aber wirklich nicht mehr, wieviele Safari-Fenster ich nun eigentlich gerade offen habe. Windows zeigt alle offenen Programme übersichtlich in der Taskleiste an. Im MacOS-Dock wird jedoch offenbar immer nur ein Fenster jeder Anwendung angezeigt. Safari taucht dort also nur einmal auf, selbst wenn mehrere Fenster offen sind. Und auch Exposé half dabei nicht weiter, denn dort wurden auch nur die Fenster angezeigt, die nicht minimiert waren.

Dafür, dass die Bedienerfreundlichkeit von MacOS X so hochgelobt wird, bin ich doch etwas enttäuscht. In manchen Dingen ist das System doch sehr intransparent.

Die Hardware des Mac Mini gefällt mir dagegen sehr gut. Ich habe einen Stromverbrauch von ca. 10-20 Watt gemessen, das kann sich schon sehen lassen. Als kleines Surf- und Mailterminal sowie als Home-Server ist der Rechner damit ideal. Ich muss noch mal meinen alten TFT-Monitor bei meinen Eltern abholen. Dann kann ich den Mini damit neben das Sofa stellen, der nimmt ja kaum Platz weg.

So, nun muss ich aber erstmal einkaufen.