Nachdem ich mir gerade beim allsonntäglichen Abwasch den Soziopod #25 zum Thema Sexismus angehört und dabei auch ein paar durchaus interessante neue Blickwinkel auf die ansonsten mehr als ausgelutschte Debatte erfahren habe, passt es ziemlich gut, dass ich sowieso noch einen kleinen(!) Blogeintrag zum Thema weibliche Pornografie auf der Agenda habe.
Warum sich ein Schwuler für die weibliche Sicht auf Pornografie interessiert?
"Na weils um nackte Jungs geht!", ist wohl die naheliegendste Antwort, greift aber etwas zu kurz.
Die klassische Rollenverteilung sieht vor, dass Männer pausenlos hinter allem her sind, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist, während Frauen Migräne haben. Auch als schwuler Mann habe ich genug Erfahrung mit Frauen um zu wissen, dass an diesen Klisches nicht viel dran sein kann. Aber wie ist es wirklich?
Die Wikipedia zitiert im Artikel "All about Anna" aus dem Stern Nr. 40 vom 27. September 2007: "Auch Frauen gucken gern Menschen beim Sex zu. Was sie nicht mögen, sind endlose Nahaufnahmen von rammelnden Körperteilen ohne Geschichte dahinter. Lars von Trier kapierte das als Erster und produzierte qualitativ hochwertige Frauenpornos.“
Was Lars von Trier nun mit "All About Anna" zutun hat und warum gerade ein Mann gute Frauenpornos machen soll, erschließt sich mir zwar momentan noch nicht (vielleicht sollte ich mir das Stern-Heft mal besorgen?), der Kernaussage kann ich aber durchaus zustimmen: Nicht, dass ich von Pornofilmen große Geschichten erwarte, aber der sehr starre Ablauf und die Kameraführung, auch der meisten Schwulenpornos, halte ich für durchaus diskussionswürdig. Aber das ist ein anderes Thema.
(Über Filmprojekte wie "F*cking Different", in denen lesbische Frauen Schwulenpornos drehen und sich Schwule an Lesbenpornos versuchen, und ob die Ergebnisse dadurch besser werden, vermag ich momentan nichts zu sagen, da ich den Film noch nicht gesehen habe.)
Der öffentlich-rechtliche Digitalsender DRadio Wissen hatte im März 2012 eine Talkrunde über Pornografie. Dort war auch Nicole Rüdiger zu Gast, eine der beiden Herausgeberinnen des "Jungsheft", einem "Pornoheft für Mädchen".
Ich habe mir aus Neugier zwei Exemplare bestellt. Die Heftchen haben vom Format und Layout ein wenig was von einer Schülerzeitung, man erkennt sofort, dass es sich mehr um ein Hobbyprojekt als um ein kommerzielles Hochglanzmagazin handelt. Innendrin gibt es Fotos von nackten Männern, erotische Kurzgeschichten, Interviews und Aufklärungstexte wie das "Sex ABC" und Artikel zu sexuell übertragbaren Krankheiten. Ein Heft kostet normalerweise 6 Euro, ältere Ausgaben gibt es z.T. auch etwas günstiger.
Die Jungs, die sich für die Fotostrecken nackig machen, tun dies alleine für den Ruhm, eine finanzielle Vergütung gibt es nicht. Dementsprechend sind es auch eher die "Jungs von Nebenan", also relativ "normale" Jungs, was keineswegs ein negativ ist. Trotzdem merkt man dem Magazin an, dass es sicherlich nicht ganz einfach ist, entsprechende Männer zu finden, welche sich im Magazin abdrucken lassen wollen: Bei den Bilderstrecken stehen zwar Informationen zu Name und Beruf des Models, das Alter wird lieber weggelassen.
Die Druckqualität ist ansich durchaus ordentlich, die Bilder sind aber für meinen Geschmack zum Teil zu dunkel. Vielen Bildern sieht man an, dass kein professioneller Fotograf an Werke war.
Die Stärke des Jungsheftes liegt eindeutig in den Textbeiträgen, wobei die Spannbreite hier recht groß ist. Einige Artikel erinnern ein wenig an Bravo und Dr. Sommer, während es bei "I fisted a girl"(Heft #9) schon ans lesbische eingemachte geht. Inkl. Farbfoto.
"Kauf mich - Nackte Männer in der Werbung" (Heft #7) ist dagegen durchaus anspruchsvollere Literatur.
Fazit:
Das Jungsheft hat seinen eigenen Charme durch die Jungs von Nebenan, allerdings lassen sich einige nur mit viel Wohlwollen noch als "Jungs" bezeichnen. Ob das Heft damit für junge (erwachsene) Mädchen interessant ist, weiß ich nicht. Ich honoriere aber den Versuch, im Internetzeitalter noch ein Printheft im Selbstverlag herauszubringen, das ist mit Sicherheit nicht einfach.
Das Wesen der weiblichen Sexualität kann selbstverständlich auch dieser Blogeintrag nicht endgültig klären, aber nach der Lektüre der beiden Hefte fühle ich mich in meiner schon vorher durch Gespräche mit Mädels geprägten Meinung bestätigt, dass sich Frauen und Männer gar nicht so sehr unterscheiden, wie manche Männer denken und dass es auf manchem Frauenabend mächtig zur Sache geht. Hamburger Kiez-Queen Olivia Jones hat das schon vor Jahren erkannt und führt eine Menstrip-Bar nur für Frauen auf der Reeperbahn.
Na dann rann, Mädelz!
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Sonntag, 17. Februar 2013
Sonntag, 9. September 2012
K13 Sauna Oldenburg
Gestern gings mit einem Bekannten zur Schaumparty in die K13 Club Sauna in Oldenburg. Da ich bisher noch nie dort war und sich der Besuch gut meine bisherigen Sauna-Kritiken einreiht, möchte ich auch zu dieser Gay-Sauna eine kurze Rezension schreiben.
Lage
Die Sauna liegt direkt am Hauptbahnhof, was die üblichen Vorteile bei der Anreise mit dem Zug und die üblichen Parkplatz-Nachteile bei der Anreise mit dem Auto bedingt. Die Sauna scheint ein paar (Kunden?-)Parkplätze unter dem Gebäude zu haben, man dürfte aber zu den Hauptzeiten viel Glück brauchen, um davon einen zu ergattern. Da gestern zudem auch noch Schaumparty war, habe ich keine freien Parkplätze in der Umgebung gesehen, allerdings auch nicht danach gesucht, da wir mit dem Zug angereist sind.
Der Eingang zur Sauna befindet sich in der 2. Etage und ist gut ausgeschildert.
Preise
Oben ist ein kleiner Schalter, an dem man den Eintritt bezahlen muss. Die Preise sind an der Tafel etwas besser erklärt als im Internet, so ganz verstehe ich sie aber immer noch nicht. Während die Preise ohne Kabine noch relativ klar sind, wird es bei Kabinennutzung kompliziert.
Ich habe dem Betreiber eine Email geschrieben, mit der Bitte, mir das Preisgefüge noch mal etwas genauer zu erklären, habe aber bisher keine Antwort erhalten. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass man nach 4 Stunden Kabinen-Nutzung quasi "Zwangsausgecheckt" wird und dann erneuten Eintritt zahlen muss. Wie die 1,50 EUR Stundengebühr dort reinpassen und ob man neben dem Eintritt auch die 5 bzw. 8 EUR Kabinenzuschlag nochmal bezahlen muss, weiß ich nicht.
Ich würde es begrüßen, wenn die Sauna ihre Preisstruktur umstellen würde: Eintritt zahlt man wenn man reingeht und nicht zwischendrin noch mal. Und dann kann es meinetwegen Freistunden und nach deren Ablauf Stundenzuschläge auf den Eintritt und die Kabinennutzung geben.
Umkleide
Wir hatten eigentlich vor, eine Kabine zu mieten um die Zeit bis zum ersten Zug zurück nach Bremen zu überbrücken, wegen der Schaumparty waren aber schon alle Zimmer belegt und wir hatten noch nur noch die Wahl, uns einen Spind zu teilen oder unsere Klamotten in Tüten an der Rezeption lagern zu lassen.
Das Personal war nett und es gab auch eine kleine persönliche Einführung was wo zu finden ist.
Aufbau
Im Obergeschoss (2. Etage) gibt es einen Bistrobereich mit Theke und Tischen, 3 Saunen (zwei normale und eine Dampfsauna), Duschen, ein Alibi-Fußbad (s.u.), ein kostenloses Internet-Terminal und diverse Ruheliegen. Das Obergeschoss ist recht liebevoll eingerichtet.
Im Untergeschoss (1. Etage - im Erdgeschoss sind die Parkplätze) liegen die Kabinen, der Schaumbereich mit angeschlossenem Mini-Barbereich und ein paar der üblichen Einrichtungen und Gerätschaften wie man sie aus Gay-Saunen kennt. Und wie in allen Gaysaunen sind die Gänge so verwinkelt, dass man als neuer Besucher fast ein Navi braucht um sich zurechtzufinden.
An der Sauberkeit gibt es denke ich nichts auszusetzen, auch die Schaumspuren wurden regelmäßig weggewischt (im Untergeschoss gibt es keine Duschen, so dass man eingeschäumt einmal quer durch die Sauna muss und dabei zwangsläufig eine eine Schaumspur hintersich lässt - dies macht die Schaum-Area aber auch leicht zu finden).
Schaumbereich
Der Schaumbereich war ganz nett, aber für die Größe der Sauna möglicherweise etwas überdimensioniert. Am Anfang war es noch relativ voll, aber die meiste Zeit gab es genug Platz damit sich mehrere räumlich getrennte Grüppchen bilden konnten. Etwas voller mit etwas mehr Gruppenkuscheln wäre mir lieber gewesen.
Die Schaumkanone an der Decke wurde im Intervallbetrieb geschaltet, entsprechend ging der Schaumpegel immer rauf und runter. Hier ist noch etwas Raum für Verbesserungen, denn der Schaumstand erreichte auch Pegel über Kopfhöhe. Ich glaube zwar nicht, dass man im Schaum ersticken kann (immerhin besteht er fast nur aus Luft), einatmen möchte ich das Schaumfluid aber trotzdem nicht und habe mich immer schnell zum Rand begeben wenn die Kanone wieder eingesetzt hat.
Irgendwann im Laufe der Nacht wurden der Schaumbereich und der untere Barbereich geschlossen. (Die Schaumparty war eine Sonderveranstaltung und ist daher nicht dauerhaft geöffnet.)
Saunen
Die Saunen blieben durchgängig geöffnet. An den beiden Trockensaunen gibt es nichts auszusetzen. Sie sind klein und gemütlich (und waren zumindest gestern die meiste Zeit leer). Das Dampfbad ist vom Dampf selbst auch ok, allerdings stockfinster. Wer's mag. Ich würde zumindest ein Schummerlicht bevorzugen, schon alleine aus Sicherheitsgründen.
Fußbäder waren zwar vorhanden, sahen aber nicht besonders einladend aus. Fußbäder sind für richtiges Saunieren von zentraler Bedeutung, da sie einen Reflex des Körpers ausnutzen um den Körper(kern) nach dem Saunagang wieder abzukühlen. Aber immerhin, ich habe auch schon Gay-Saunen komplett ohne Fußbäder gesehen. Wer richtig saunieren will, geht aber wohl besser in eine normale Sauna. (Vielleicht bin ich aber auch etwas verwöhnt weil wir am Bremer Weserpark eine wirklich Top-Sauna-Adresse haben?)
Ruhebereiche
Die Ruhebereiche erinnern dafür etwas zu sehr an Familiensaunen: Es gibt mehrere Liegestühle in einigem Abstand zueinander, dazwischen Tische mit Zeitschriften wie Men's Health und 'Box'.
Wer kuscheln will, muss sich eine Privatkabine nehmen oder Glück haben und einen Platz auf der kleinen Liegefläche im Untergeschoss erwischen. Gestern war da aber immer alles voll.
Eine schöne Liegefläche oder ein Whirlpool würden die Sauna gehörig aufwerten, sowohl für Pärchen als auch für Singles, die mit anderen Singles auf Tuchfühlung gehen möchten.
"Fernsehzimmer"
Das "Fernsehzimmer" hat einen ähnlichen tribünenhaften Aufbau wie eine Sauna, nur dass es statt Saunaofen einen Fernseher gibt, auf dem diverse Erzeugnisse der Erwachsenenunterhaltungsindustrie laufen. Die Berliner Sauna, die ich letztes Jahr besucht hatte, bewies da mit dem Schillervideo etwas mehr Niveau. Wer dort länger verweilen möchte, sollte sich unbedingt ein Kissen mitbringen, die hölzerne Tribüne hat keinerlei Rückenpolsterung.
Funktionsmöbel und Darkrooms
Im Untergeschoss stehen die üblichen Funktionsmöbel wie Slings, Gloryholes und diverses SM-Zubehör (Andreaskreuz, Pranger, Bock, Gynäkologenstuhl), welche ich aber nicht getestet habe.
Die Darkrooms werden ihrem Namen voll und ganz gerecht: Man sieht die Hand vor Augen nicht. Auch hier gilt: Wer's mag. Ich halte mich eher an den Spruch "Das Auge isst mit" und Überraschungen im Dunkeln sind nicht so meins.
Publikum
Wobei Überraschungen nicht immer negativ sein müssen. Das Sauna-Publikum fällt in diese Kategorie: Es waren deutlich mehr junge Leute da als ich befürchtet hatte. Ich denke mal, die Schaumparty als Special Event und der Freie Eintritt für Jungs bis 24 werden gestern ihren Teil dazu beigetragen haben. Wenn ich sehe, was da an heißen Typen rumlief, bin sogar ich als überzeugter Atheist kurzzeitig fast geneigt, die Evolutionstheorie anzuzweifeln. Aber nur fast.
Fazit
Wenn ich die rund 9 Stunden Aufenthalt im K13 Sauna Club in einem Wort zusammenfassen sollte, denke ich, dass "Befriedigend" eine treffende Beschreibung ist. Die letzte Nacht hat sich auf jeden Fall gelohnt, auch wenn ich erst um Viertel vor 8 endlich in meinem Bett lag. Für das nächste Mal sollte ich wohl doch mal nach geeigneten Parkplätzen Ausschau halten, die Zeit bis zum Früh-Zug kann man auch zu Zweit kaum ohne Zeitschriften überbrücken. Zu späterer Stunde war es schon recht leer.
Ob sich der Besuch auch lohnt wenn keine Schaumparty ist, weiß ich nicht. Ich habe da momentan noch ein paar Zweifel. Auch die Kabinenpreise finde ich überzogen.
Und es bleibt das generelle Problem der schwulen Szene: Schneller Sex ist meistens kein Problem, für Leute, die eher ein bisschen Kuscheln wollen, ist das Angebot dagegen ziemlich gering.
Irgendwann muss ich wohl selber mal eine Kuschelparty organisieren...
*** UPDATE 2012-09-11 ***
Gerade kam die Antwort auf meine Bitte um Erläuterung der Preisstruktur:
Lage
Die Sauna liegt direkt am Hauptbahnhof, was die üblichen Vorteile bei der Anreise mit dem Zug und die üblichen Parkplatz-Nachteile bei der Anreise mit dem Auto bedingt. Die Sauna scheint ein paar (Kunden?-)Parkplätze unter dem Gebäude zu haben, man dürfte aber zu den Hauptzeiten viel Glück brauchen, um davon einen zu ergattern. Da gestern zudem auch noch Schaumparty war, habe ich keine freien Parkplätze in der Umgebung gesehen, allerdings auch nicht danach gesucht, da wir mit dem Zug angereist sind.
Der Eingang zur Sauna befindet sich in der 2. Etage und ist gut ausgeschildert.
Preise
Oben ist ein kleiner Schalter, an dem man den Eintritt bezahlen muss. Die Preise sind an der Tafel etwas besser erklärt als im Internet, so ganz verstehe ich sie aber immer noch nicht. Während die Preise ohne Kabine noch relativ klar sind, wird es bei Kabinennutzung kompliziert.
Ich habe dem Betreiber eine Email geschrieben, mit der Bitte, mir das Preisgefüge noch mal etwas genauer zu erklären, habe aber bisher keine Antwort erhalten. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass man nach 4 Stunden Kabinen-Nutzung quasi "Zwangsausgecheckt" wird und dann erneuten Eintritt zahlen muss. Wie die 1,50 EUR Stundengebühr dort reinpassen und ob man neben dem Eintritt auch die 5 bzw. 8 EUR Kabinenzuschlag nochmal bezahlen muss, weiß ich nicht.
Ich würde es begrüßen, wenn die Sauna ihre Preisstruktur umstellen würde: Eintritt zahlt man wenn man reingeht und nicht zwischendrin noch mal. Und dann kann es meinetwegen Freistunden und nach deren Ablauf Stundenzuschläge auf den Eintritt und die Kabinennutzung geben.
Umkleide
Wir hatten eigentlich vor, eine Kabine zu mieten um die Zeit bis zum ersten Zug zurück nach Bremen zu überbrücken, wegen der Schaumparty waren aber schon alle Zimmer belegt und wir hatten noch nur noch die Wahl, uns einen Spind zu teilen oder unsere Klamotten in Tüten an der Rezeption lagern zu lassen.
Das Personal war nett und es gab auch eine kleine persönliche Einführung was wo zu finden ist.
Aufbau
Im Obergeschoss (2. Etage) gibt es einen Bistrobereich mit Theke und Tischen, 3 Saunen (zwei normale und eine Dampfsauna), Duschen, ein Alibi-Fußbad (s.u.), ein kostenloses Internet-Terminal und diverse Ruheliegen. Das Obergeschoss ist recht liebevoll eingerichtet.
Im Untergeschoss (1. Etage - im Erdgeschoss sind die Parkplätze) liegen die Kabinen, der Schaumbereich mit angeschlossenem Mini-Barbereich und ein paar der üblichen Einrichtungen und Gerätschaften wie man sie aus Gay-Saunen kennt. Und wie in allen Gaysaunen sind die Gänge so verwinkelt, dass man als neuer Besucher fast ein Navi braucht um sich zurechtzufinden.
An der Sauberkeit gibt es denke ich nichts auszusetzen, auch die Schaumspuren wurden regelmäßig weggewischt (im Untergeschoss gibt es keine Duschen, so dass man eingeschäumt einmal quer durch die Sauna muss und dabei zwangsläufig eine eine Schaumspur hintersich lässt - dies macht die Schaum-Area aber auch leicht zu finden).
Schaumbereich
Der Schaumbereich war ganz nett, aber für die Größe der Sauna möglicherweise etwas überdimensioniert. Am Anfang war es noch relativ voll, aber die meiste Zeit gab es genug Platz damit sich mehrere räumlich getrennte Grüppchen bilden konnten. Etwas voller mit etwas mehr Gruppenkuscheln wäre mir lieber gewesen.
Die Schaumkanone an der Decke wurde im Intervallbetrieb geschaltet, entsprechend ging der Schaumpegel immer rauf und runter. Hier ist noch etwas Raum für Verbesserungen, denn der Schaumstand erreichte auch Pegel über Kopfhöhe. Ich glaube zwar nicht, dass man im Schaum ersticken kann (immerhin besteht er fast nur aus Luft), einatmen möchte ich das Schaumfluid aber trotzdem nicht und habe mich immer schnell zum Rand begeben wenn die Kanone wieder eingesetzt hat.
Irgendwann im Laufe der Nacht wurden der Schaumbereich und der untere Barbereich geschlossen. (Die Schaumparty war eine Sonderveranstaltung und ist daher nicht dauerhaft geöffnet.)
Saunen
Die Saunen blieben durchgängig geöffnet. An den beiden Trockensaunen gibt es nichts auszusetzen. Sie sind klein und gemütlich (und waren zumindest gestern die meiste Zeit leer). Das Dampfbad ist vom Dampf selbst auch ok, allerdings stockfinster. Wer's mag. Ich würde zumindest ein Schummerlicht bevorzugen, schon alleine aus Sicherheitsgründen.
Fußbäder waren zwar vorhanden, sahen aber nicht besonders einladend aus. Fußbäder sind für richtiges Saunieren von zentraler Bedeutung, da sie einen Reflex des Körpers ausnutzen um den Körper(kern) nach dem Saunagang wieder abzukühlen. Aber immerhin, ich habe auch schon Gay-Saunen komplett ohne Fußbäder gesehen. Wer richtig saunieren will, geht aber wohl besser in eine normale Sauna. (Vielleicht bin ich aber auch etwas verwöhnt weil wir am Bremer Weserpark eine wirklich Top-Sauna-Adresse haben?)
Ruhebereiche
Die Ruhebereiche erinnern dafür etwas zu sehr an Familiensaunen: Es gibt mehrere Liegestühle in einigem Abstand zueinander, dazwischen Tische mit Zeitschriften wie Men's Health und 'Box'.
Wer kuscheln will, muss sich eine Privatkabine nehmen oder Glück haben und einen Platz auf der kleinen Liegefläche im Untergeschoss erwischen. Gestern war da aber immer alles voll.
Eine schöne Liegefläche oder ein Whirlpool würden die Sauna gehörig aufwerten, sowohl für Pärchen als auch für Singles, die mit anderen Singles auf Tuchfühlung gehen möchten.
"Fernsehzimmer"
Das "Fernsehzimmer" hat einen ähnlichen tribünenhaften Aufbau wie eine Sauna, nur dass es statt Saunaofen einen Fernseher gibt, auf dem diverse Erzeugnisse der Erwachsenenunterhaltungsindustrie laufen. Die Berliner Sauna, die ich letztes Jahr besucht hatte, bewies da mit dem Schillervideo etwas mehr Niveau. Wer dort länger verweilen möchte, sollte sich unbedingt ein Kissen mitbringen, die hölzerne Tribüne hat keinerlei Rückenpolsterung.
Funktionsmöbel und Darkrooms
Im Untergeschoss stehen die üblichen Funktionsmöbel wie Slings, Gloryholes und diverses SM-Zubehör (Andreaskreuz, Pranger, Bock, Gynäkologenstuhl), welche ich aber nicht getestet habe.
Die Darkrooms werden ihrem Namen voll und ganz gerecht: Man sieht die Hand vor Augen nicht. Auch hier gilt: Wer's mag. Ich halte mich eher an den Spruch "Das Auge isst mit" und Überraschungen im Dunkeln sind nicht so meins.
Publikum
Wobei Überraschungen nicht immer negativ sein müssen. Das Sauna-Publikum fällt in diese Kategorie: Es waren deutlich mehr junge Leute da als ich befürchtet hatte. Ich denke mal, die Schaumparty als Special Event und der Freie Eintritt für Jungs bis 24 werden gestern ihren Teil dazu beigetragen haben. Wenn ich sehe, was da an heißen Typen rumlief, bin sogar ich als überzeugter Atheist kurzzeitig fast geneigt, die Evolutionstheorie anzuzweifeln. Aber nur fast.
Fazit
Wenn ich die rund 9 Stunden Aufenthalt im K13 Sauna Club in einem Wort zusammenfassen sollte, denke ich, dass "Befriedigend" eine treffende Beschreibung ist. Die letzte Nacht hat sich auf jeden Fall gelohnt, auch wenn ich erst um Viertel vor 8 endlich in meinem Bett lag. Für das nächste Mal sollte ich wohl doch mal nach geeigneten Parkplätzen Ausschau halten, die Zeit bis zum Früh-Zug kann man auch zu Zweit kaum ohne Zeitschriften überbrücken. Zu späterer Stunde war es schon recht leer.
Ob sich der Besuch auch lohnt wenn keine Schaumparty ist, weiß ich nicht. Ich habe da momentan noch ein paar Zweifel. Auch die Kabinenpreise finde ich überzogen.
Und es bleibt das generelle Problem der schwulen Szene: Schneller Sex ist meistens kein Problem, für Leute, die eher ein bisschen Kuscheln wollen, ist das Angebot dagegen ziemlich gering.
Irgendwann muss ich wohl selber mal eine Kuschelparty organisieren...
*** UPDATE 2012-09-11 ***
Gerade kam die Antwort auf meine Bitte um Erläuterung der Preisstruktur:
"Ohne Kabine sind das 14 Euro Eintritt plus 3 Euro Mindestverzehr für 12 Stunden. In der 13. bis 16. Stunde kommt jeweils 1 Euro pro Stunde hinzu, ab der 17. Stunde kostet es nochmal einen Eintritt.Dass das so gemeint sein könnte, hätte ich aus dem knappen Hinweis auf der Homepage wohl niemals herausgelesen und auch die Freunde und Bekannten, die ich diesbezüglich gefragt hatte, lagen mit ihrer Interpretation falsch. Aber so sind die Preise in Ordnung.
Mit Kabine sind das 14 Euro Eintritt plus 3 Euro Mindestverzehr plus 5 Euro für die Kabine für 12 Stunden. In der 13. bis 16. Stunde kommen jeweils 1,50 Euro pro Stunde hinzu und ab der 17. Stunde dann nochmal der Eintritt und Kabinenzuschlag."
Samstag, 7. Mai 2011
Kinderpornos für Blinde?
In der Achterstraße haben mich vorhin bei meinem APRS-Test zwei Vollpfosten im dicken Cabrio gefragt, wieso ich denn ein "Mikrofon" in der Tasche habe (die Antenne des Handfunkgeräts guckte ein Stück aus der Hemdtasche) und dass ich sie doch bestimmt bespitzeln wolle. Da ich in der Nähe eines Spielplatzes sei (ist da einer? Ich hab keinen gesehen, hab aber auch nicht drauf geachtet), wäre ich bestimmt "so einer" und sie sollten die Polizei rufen.
Ich finde es echt beängstigend, unter welcher Paranoia manche Menschen offenbar inzwischen leiden. Was denken die, mache ich da? Kinderpornos für Blinde?
Herr, wirf Hirn vom Himmel!
Ich finde es echt beängstigend, unter welcher Paranoia manche Menschen offenbar inzwischen leiden. Was denken die, mache ich da? Kinderpornos für Blinde?
Herr, wirf Hirn vom Himmel!
Mittwoch, 18. August 2010
Prototyp
Gestern habe ich zum zweiten Mal Ralf König's "Prototyp" gelesen. Der Comic ist einfach zu geil.
"Prototyp" behandelt im Gegensatz zu fast allen anderen König-Comics kein schwules Thema, sondern den biblischen Sündenfall.
Hauptakteure sind die sprechende Schlange Luz, der erste Mensch Adam und die gesichtslose, in Fraktur schreibende Stimme Gottes. Später kommt auch noch Eva hinzu, ein echtes Vollweib und Power-Emanze, die von "Das Weib sei dem Manne untertan" so gar nichts hält.
Besonders Schlange Luz ist einfach göttlich (bzw. dämonisch) und auf jeden Fall für mich der Haupt-Sympathieträger des Buches (und bringt die besten Sprüche). Luz verführt Adam, Fallobst vom Baum der Erkenntnis zu essen, worauf die Erkenntnis auch voll zuschlägt und Adam zum Denker und Philosophen wird. Es kommt, wie es kommen muss: Adam wird Atheist.
Es folgt ein sehr scharfsinniger und extrem unterhaltsam verpackter Streifzug durch die Philosophie der Versuchung, Willensfreiheit, Triebe und Erkenntnis, in dem Anspielungen auf viele berühmte Philosophen vorkommen. Das sollte aber niemanden abschrecken, denn der Leichtigkeit der Erzählung tut dies keinen Abbruch.
Der 2. von insgesamt 3 geplanten Bänden, "Archetyp" (natürlich eine Anspielung auf Noah), kommt im Dezember raus und ich ich bin schon echt gespannt.
"Prototyp" behandelt im Gegensatz zu fast allen anderen König-Comics kein schwules Thema, sondern den biblischen Sündenfall.
Hauptakteure sind die sprechende Schlange Luz, der erste Mensch Adam und die gesichtslose, in Fraktur schreibende Stimme Gottes. Später kommt auch noch Eva hinzu, ein echtes Vollweib und Power-Emanze, die von "Das Weib sei dem Manne untertan" so gar nichts hält.
Besonders Schlange Luz ist einfach göttlich (bzw. dämonisch) und auf jeden Fall für mich der Haupt-Sympathieträger des Buches (und bringt die besten Sprüche). Luz verführt Adam, Fallobst vom Baum der Erkenntnis zu essen, worauf die Erkenntnis auch voll zuschlägt und Adam zum Denker und Philosophen wird. Es kommt, wie es kommen muss: Adam wird Atheist.
Es folgt ein sehr scharfsinniger und extrem unterhaltsam verpackter Streifzug durch die Philosophie der Versuchung, Willensfreiheit, Triebe und Erkenntnis, in dem Anspielungen auf viele berühmte Philosophen vorkommen. Das sollte aber niemanden abschrecken, denn der Leichtigkeit der Erzählung tut dies keinen Abbruch.
Der 2. von insgesamt 3 geplanten Bänden, "Archetyp" (natürlich eine Anspielung auf Noah), kommt im Dezember raus und ich ich bin schon echt gespannt.
Sonntag, 15. August 2010
The Next Uri Geller Matrix
Gestern war ich mit zwei Freunden in Inception, dem neuesten Streifen von Ex-Titanic-Schnuckel Leonardo DiCaprio.
Meinen beiden Begleitern hat's gefallen, ich fühlte mich doch irgendwie sehr an eine schlechte Matrix-Kopie erinnert: Beide Filme haben (für ihre jeweilige Zeit) geniale Special Effects und beide behandeln mehrere, ineinander verschachtelte Realitätsebenen. Und in beiden werden ganze Lastwagenladungen Munition auf virtuelle "Agenten" bzw. "Projektionen" geballert, ohne dass der Sinn des Ganzen irgendwie erklärbar wäre. Beide Filme verwenden einen pseudo-intellektuellen Unterbau, der philosophische Denkansätze bietet, einer tieferen Betrachtung jedoch nicht so recht standhalten vermag.
Dennoch finde ich Matrix von der Story her deutlich besser gelungen und plausibler. Dort gibt es immerhin die Matrix als verbindendes Glied.
Wie man dagegen "Traum-Sharing" betreiben soll und Träume in beliebig großen Gruppen gemeinsam erleben und gestalten kann in dem man sich einfach eine Kanüle in den Arm(!) steckt, will mir nicht so recht in den Kopf. Vielleicht ist mein Problem mit Inception einfach, dass es im Gegensatz zu Matrix relativ nahe an der Realität angesiedelt ist und meinen eigenen Erfahrungen widerspricht. Das macht die Story greif- und überprüfbarer als die eher abstrakte Story in Matrix: Wenn ich einen Klartraum habe, kann ich den Traum beliebig manipulieren und z.B. fliegen wenn ich das möchte. Mir ist daher nicht klar, wieso das "Opfer" nicht einfach die Kontrolle übernimmt, nachdem es nicht nur im Traum auf den Traumzustand explizit hingewiesen wurde, sondern vorher sogar eine spezielle Selbstverteidigungs-Schulung gegen "Traum-Kidnapping" dafür absolviert hatte.
Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio sagt allerdings, dass er den Streifen auch nicht verstanden habe. Da bin ich ja beruhigt.
Fazit: Inception enthält einige schöne Ideen und gute Effekte, ist mir aber insgesamt zu mentalistisch. Matrix sagt mir da deutlich mehr zu, denn die Grundidee einer Matrix finde ich, bei allen Logikfehlern, die der Film im Detail macht, grundsätzlich plausibel.
Meinen beiden Begleitern hat's gefallen, ich fühlte mich doch irgendwie sehr an eine schlechte Matrix-Kopie erinnert: Beide Filme haben (für ihre jeweilige Zeit) geniale Special Effects und beide behandeln mehrere, ineinander verschachtelte Realitätsebenen. Und in beiden werden ganze Lastwagenladungen Munition auf virtuelle "Agenten" bzw. "Projektionen" geballert, ohne dass der Sinn des Ganzen irgendwie erklärbar wäre. Beide Filme verwenden einen pseudo-intellektuellen Unterbau, der philosophische Denkansätze bietet, einer tieferen Betrachtung jedoch nicht so recht standhalten vermag.
Dennoch finde ich Matrix von der Story her deutlich besser gelungen und plausibler. Dort gibt es immerhin die Matrix als verbindendes Glied.
Wie man dagegen "Traum-Sharing" betreiben soll und Träume in beliebig großen Gruppen gemeinsam erleben und gestalten kann in dem man sich einfach eine Kanüle in den Arm(!) steckt, will mir nicht so recht in den Kopf. Vielleicht ist mein Problem mit Inception einfach, dass es im Gegensatz zu Matrix relativ nahe an der Realität angesiedelt ist und meinen eigenen Erfahrungen widerspricht. Das macht die Story greif- und überprüfbarer als die eher abstrakte Story in Matrix: Wenn ich einen Klartraum habe, kann ich den Traum beliebig manipulieren und z.B. fliegen wenn ich das möchte. Mir ist daher nicht klar, wieso das "Opfer" nicht einfach die Kontrolle übernimmt, nachdem es nicht nur im Traum auf den Traumzustand explizit hingewiesen wurde, sondern vorher sogar eine spezielle Selbstverteidigungs-Schulung gegen "Traum-Kidnapping" dafür absolviert hatte.
Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio sagt allerdings, dass er den Streifen auch nicht verstanden habe. Da bin ich ja beruhigt.
Fazit: Inception enthält einige schöne Ideen und gute Effekte, ist mir aber insgesamt zu mentalistisch. Matrix sagt mir da deutlich mehr zu, denn die Grundidee einer Matrix finde ich, bei allen Logikfehlern, die der Film im Detail macht, grundsätzlich plausibel.
Mittwoch, 11. August 2010
PC-Tastatur am Mac: Die Lösung
Wenn man eingefleischte Macintologen zur Kompatibilität von OSX zu Standard-PC-Hardware befragt, bekommt man meistens zu hören, dass das alles gar kein Problem sei, auch wenn die Apple-Hardware selbstverständlich viel besser sei.
Glaubt ihnen kein Wort!
Es ist zwar richtig, dass man eine PC-Tastatur an den Mac stecken kann und diese dann augenscheinlich funktioniert. Wenn man genauer hinsieht, stellt man jedoch fest, dass einige Tasten wie z.B. "{", "}", "[" und "]" anders belegt sind. (Auf meiner Original-Tastatur von Apple sind diese Zeichen nicht einmal eingezeichnet!)
Zweites Problem:
Beim Versuch, das erste Problem zu lösen, hat sich irgendwie der Tastaturtyp verstellt und der Button zum Ändern des Tastaturtyps war plötzlich verschwunden. Resultat war, dass OSX eine englische Tastatur mit deutscher Beschriftung angenommen hat (gib's sowas in der Realität überhaupt?), d.h. dass die "<"-Taste zwischen linker Shift-Taste und "y" fehlte (wie bei US-Tastaturen üblich), die Umlaute aber trotzdem funktionierten. Auf der virtuellen Bildschirmtastatur war das Fehlen der Taste klar zu sehen, statt dessen war die linke Shift-Taste breiter. Auf der Hardwaretastatur konnte OSX die Taste zum Glück nicht wegdiskutieren, so dass hier "^" und "<" vertauscht waren.
Ich habe in verschiedenen Foren nach Lösungen gesucht und das Problem scheint häufiger aufzutreten. Eine Lösung gab es jedoch nicht, da man das eigentliche Problem lieber durch die Diskussion der Zeichensetzung im Ursprungsposting zu verdrängen versuchte.
Nach langem Suchen habe ich schließlich in einem Blog die Lösung gefunden:
Man muss die Datei /Library/Preferences/com.apple.keyboardtype.plist löschen und den Mac rebooten. Danach wird man wieder nach dem Tastaturtyp gefragt und auch der Button ist wieder da.
Damit war die Vertauschung von "^" und "<" aufgehoben und auch die Bildschirmtastatur zeigte die fehlende Taste wieder an.
Für die falsche Belegung der AltGr-Kombinationen (z.B. eckige und geschweifte Klammern) habe ich die Lösung in Form des Tastaturlayout-Editors Ukelele gefunden. Ukelele ermöglicht das Erstellen komplett eigener Tastaturlayouts und liefert auch schon viele fertige Presets mit.
Für mein Problem reichte es, die beiden Dateien "LogitechGerman.keylayout" (das eigentliche Keyboardlayout) und "LogitechGerman.icns" (ein Icon mit einer Deutschlandflagge) aus dem Ukelele-Paket nach "/Library/Keyboard Layouts" zu kopieren, den Rechner zu rebooten und die neue Konfiguration "Logitech German" in den Spracheinstellungen von OS X zu aktivieren (dazu erst in den Settungs anhaken damit das Layout überhaupt geladen wird und anschließend oben in der Menüzeile auswählen, damit es auch benutzt wird).
Seit dem sind mir keine falschen Tasten mehr aufgefallen und sollte ich doch noch welche finden, kann ich sie mit Ukelele selbst anpassen.
Bleibt die Frage, wieso Apple nicht in der Lage ist, ein vollständiges Tastaturlayout für PC-Tastaturen bereits ab Werk mitzuliefern...
Glaubt ihnen kein Wort!
Es ist zwar richtig, dass man eine PC-Tastatur an den Mac stecken kann und diese dann augenscheinlich funktioniert. Wenn man genauer hinsieht, stellt man jedoch fest, dass einige Tasten wie z.B. "{", "}", "[" und "]" anders belegt sind. (Auf meiner Original-Tastatur von Apple sind diese Zeichen nicht einmal eingezeichnet!)
Zweites Problem:
Beim Versuch, das erste Problem zu lösen, hat sich irgendwie der Tastaturtyp verstellt und der Button zum Ändern des Tastaturtyps war plötzlich verschwunden. Resultat war, dass OSX eine englische Tastatur mit deutscher Beschriftung angenommen hat (gib's sowas in der Realität überhaupt?), d.h. dass die "<"-Taste zwischen linker Shift-Taste und "y" fehlte (wie bei US-Tastaturen üblich), die Umlaute aber trotzdem funktionierten. Auf der virtuellen Bildschirmtastatur war das Fehlen der Taste klar zu sehen, statt dessen war die linke Shift-Taste breiter. Auf der Hardwaretastatur konnte OSX die Taste zum Glück nicht wegdiskutieren, so dass hier "^" und "<" vertauscht waren.
Ich habe in verschiedenen Foren nach Lösungen gesucht und das Problem scheint häufiger aufzutreten. Eine Lösung gab es jedoch nicht, da man das eigentliche Problem lieber durch die Diskussion der Zeichensetzung im Ursprungsposting zu verdrängen versuchte.
Nach langem Suchen habe ich schließlich in einem Blog die Lösung gefunden:
Man muss die Datei /Library/Preferences/com.apple.keyboardtype.plist löschen und den Mac rebooten. Danach wird man wieder nach dem Tastaturtyp gefragt und auch der Button ist wieder da.
Damit war die Vertauschung von "^" und "<" aufgehoben und auch die Bildschirmtastatur zeigte die fehlende Taste wieder an.
Für die falsche Belegung der AltGr-Kombinationen (z.B. eckige und geschweifte Klammern) habe ich die Lösung in Form des Tastaturlayout-Editors Ukelele gefunden. Ukelele ermöglicht das Erstellen komplett eigener Tastaturlayouts und liefert auch schon viele fertige Presets mit.
Für mein Problem reichte es, die beiden Dateien "LogitechGerman.keylayout" (das eigentliche Keyboardlayout) und "LogitechGerman.icns" (ein Icon mit einer Deutschlandflagge) aus dem Ukelele-Paket nach "/Library/Keyboard Layouts" zu kopieren, den Rechner zu rebooten und die neue Konfiguration "Logitech German" in den Spracheinstellungen von OS X zu aktivieren (dazu erst in den Settungs anhaken damit das Layout überhaupt geladen wird und anschließend oben in der Menüzeile auswählen, damit es auch benutzt wird).
Seit dem sind mir keine falschen Tasten mehr aufgefallen und sollte ich doch noch welche finden, kann ich sie mit Ukelele selbst anpassen.
Bleibt die Frage, wieso Apple nicht in der Lage ist, ein vollständiges Tastaturlayout für PC-Tastaturen bereits ab Werk mitzuliefern...
Montag, 14. Dezember 2009
Made my day!
Meine Urlaubsanträge sind durch... ab Donnerstag Nachmittag habe ich offiziell Weihnachtsurlaub bzw. Überstundenabbau. Bis zum 17. Januar. Herrlich! Das brauche ich mal wieder, zumal es auch wieder bitter kalt zu werden scheint. Heute morgen musste ich auch schon mein Auto freikratzen und irgendjemand hat mir ein großes Herz auf die Scheibe gemalt... wer das wohl war? Ich gehe zwar nicht davon aus, dass sich das an mich richtet, aber vielleicht war's ja immerhin eine Schnuggel, der einem anderen Schnuggel eine Liebeserklärung zum Fest machen wollte...
Lacher des Tages war auf jeden Fall die heise-Meldung "Berater: iPhone-Fans leiden unter dem Stockholm-Syndrom". Aus meinen Erfahrungen bei Twitter kann ich nur bestätigen: Das ist größtenteils wirklich so! Made my day!
Ein Bekannter möchte sich nun sogar ein Apple-Logo auf das Handgelenk tätowieren lassen. Immerhin hat er mir zugesichert, dass ich das nicht verstehen müsse. Beruhigend.
Morgen dürfte mein gestern bestelltes (Bio-)Ethanol-Tischfeuer kommen. Da muss ich dann noch mal in den Baumarkt und Brennstoff holen. Erstmal nur eine kleine Flasche zum Testen.
Wenn ich überzeugt bin, werde ich mir noch einen größeren Kanister im Internet ordern. Das Problem beim Baumarkt ist allerdings, dass es dort keine Kundenrezensionen gibt und die Qualität des dort angebotenen Ethanols von ziemlich stinkend bis ausgezeichnet reichen soll... ich hoffe, ich erwische was vernünftiges und nicht so eine gepanschte Plörre.
Lacher des Tages war auf jeden Fall die heise-Meldung "Berater: iPhone-Fans leiden unter dem Stockholm-Syndrom". Aus meinen Erfahrungen bei Twitter kann ich nur bestätigen: Das ist größtenteils wirklich so! Made my day!
Ein Bekannter möchte sich nun sogar ein Apple-Logo auf das Handgelenk tätowieren lassen. Immerhin hat er mir zugesichert, dass ich das nicht verstehen müsse. Beruhigend.
Morgen dürfte mein gestern bestelltes (Bio-)Ethanol-Tischfeuer kommen. Da muss ich dann noch mal in den Baumarkt und Brennstoff holen. Erstmal nur eine kleine Flasche zum Testen.
Wenn ich überzeugt bin, werde ich mir noch einen größeren Kanister im Internet ordern. Das Problem beim Baumarkt ist allerdings, dass es dort keine Kundenrezensionen gibt und die Qualität des dort angebotenen Ethanols von ziemlich stinkend bis ausgezeichnet reichen soll... ich hoffe, ich erwische was vernünftiges und nicht so eine gepanschte Plörre.
Mittwoch, 9. Dezember 2009
formspring.me
Da formspring.me offenbar gerade voll im Trend liegt, habe ich mal spontan zwei Accounts erstellt:
http://www.formspring.me/pcx dient als eine Mischung aus FAQ und Gästebuch zu mir und meinem Blog.
http://www.formspring.me/GaySprechstunde soll eine Art Aufklärungsprojekt zu allen Fragen rund um Homosexualität, Schwulsein und 'der Liebe an und für sich' sein. Nach der Lektüre der formspring-Seiten anderer Schwuler mit zum Teil wirklich hanebüchenen Fragen scheint mir ein wenig Aufklärung doch immer noch gefragt zu sein. Da Pornografie laut AGBs verboten ist, bitte ich darum, ein gewisses Niveau einzuhalten. Ich muss noch mal rausfinden, wie prüde der Provider ist.
Ich lass das mal als Versuchsballon laufen... mal gucken ob und wie es läuft. Wenn's nix wird, wird's halt wieder eingestampft.
Da ich heute auf Dienstreise gehe, werden die ersten Antworten wohl nicht vor dem Wochenende kommen... aber Fragen könnt ihr natürlich trotzdem schon stellen. :-)
http://www.formspring.me/pcx dient als eine Mischung aus FAQ und Gästebuch zu mir und meinem Blog.
http://www.formspring.me/GaySprechstunde soll eine Art Aufklärungsprojekt zu allen Fragen rund um Homosexualität, Schwulsein und 'der Liebe an und für sich' sein. Nach der Lektüre der formspring-Seiten anderer Schwuler mit zum Teil wirklich hanebüchenen Fragen scheint mir ein wenig Aufklärung doch immer noch gefragt zu sein. Da Pornografie laut AGBs verboten ist, bitte ich darum, ein gewisses Niveau einzuhalten. Ich muss noch mal rausfinden, wie prüde der Provider ist.
Ich lass das mal als Versuchsballon laufen... mal gucken ob und wie es läuft. Wenn's nix wird, wird's halt wieder eingestampft.
Da ich heute auf Dienstreise gehe, werden die ersten Antworten wohl nicht vor dem Wochenende kommen... aber Fragen könnt ihr natürlich trotzdem schon stellen. :-)
Dienstag, 15. September 2009
Rette Deine Freiheit
Vorhin habe ich bei Golem ein geniales Video zu den Internetsperren entdeckt:
Das Video in Groß und weiterführende Infos: http://www.rettedeinefreiheit.de/
Das Video in Groß und weiterführende Infos: http://www.rettedeinefreiheit.de/
Donnerstag, 9. Juli 2009
Reorganisationen
Momentan bin ich von Twitter echt gefrustet. Ursache ist das übliche... viele Messages bleiben einfach ohne jede Reaktion und selbst Leute, zu denen ich eigentlich einen recht engen Umgang pflege, fühlen sich nicht immer dazu bemüßigt, auf direkt an die gerichtete Fragen auch zu antworten. So was nervt mich.
Vorhin habe ich per Zufall festgestellt, dass mich ein anderer User sogar geblockt hat.
Ich weiss ja, dass ich manchmal durchaus nervig sein kann und manch einem bin ich die letzten Tage wahrscheinlich auch schon ziemlich auf den Senkel gegangen, aber gerade dieser User war eigentlich jemand, mit dem ich nur sehr sporadischen Kontakt hatte und bei dem mich diese harte Reaktion daher wirklich überrascht, zu mal er vorher keinen Ton gesagt hat.
Aber so ist das wohl im Leben und ganz besonders im Internet: Die Sitten werden rauher und wer den Nachrichten von fast 150 Leuten folgt, hat wohl einfach nicht die Zeit, auf jeden persönlich einzugehen... da kann der zwischenmenschliche Umgang wohl schon mal leiden.... Da ist die Aussicht, den Kontakt einfach mit einem Klick einzustellen, wohl verlockend.
Ich selber kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt jemanden in einem Chat oder bei Twitter geblockt habe. Bisher habe ich immer an meinem Leitsatz "Menschliche Probleme lassen sich nicht durch technische Maßnahmen lösen" festgehalten. Bisher lies sich das immer anders lösen, wenn auch vielleicht nicht immer ganz so zeiteffizient.
Möglicherweise werde ich aber auch demnächst mal zur Strichliste greifen und eine Statistik machen, wer meine Nachrichten mit welcher Quote beantwortet. Die untersten Plätze werden dann "entfollowed" (aber nicht geblockt, denn das wäre übertrieben!).
Das hätte gleich zwei positive Effekte: Erstens ärgerte ich mich nicht längerer darüber, ignoriert zu werden. Zweitens verhinderte ich so, jemandem unwissend und ungewollt auf den Sack zu gehen.
Ein zweiter Grund für meinen Twitter-Frust ist das vor einigen Wochen umgestellte Verhalten des Systems. Bekam man früher alle (öffentlichen) Antworten seiner abonnierten Kontakte mit, sieht man nun nur noch an die Allgemeinheit gerichtete Tweets und Antworten auf Tweets von Leuten, denen man selbst ebenfalls folgt. So entgehen einem nicht nur viele potentielle neue Chatpartner, man verpasst u.U. auch viele Informationen aus dem Leben seiner Freunde, wenn sie diese Informationen nur in öffentlichen Antworten schreiben.
Ich habe schon überlegt, ob ich nicht mal einen Open-Source-Twiter-Client nehmen und mit einem RSS-Reader kreuzen sollte. Via RSS und über die Twitter-Webseite kann man nämlich alle Nachrichten abrufen.
Aber es gibt auch positives zu vermelden: Vorhin kam eine Mail, dass meine Bestellung abgeschickt wurde, somit sollte morgen oder übermorgen meine bestellte Netzwerkfestplatte (NAS mit 2 spiegelbaren 1 TB -Festplatten) hier eintreffen und dann kann ich endlich beginnen. auch die Datenspeicherung innerhalb meines Hausnetzes umzustrukturieren.
Seit ich den kleinen Mac Mini im Wohnzimmer stehen habe, hat der große PC im Arbeitszimmer in der Woche ziemlich viel Pause und wird nur noch sporadisch benutzt. Das liegt allerdings weniger daran, dass der Mac so toll ist [1], als daran, dass ein kleiner kompakter Rechner für das bisschen Chatten nach einem langen Arbeitstag völlig ausreicht, insbesondere wenn er auch noch direkt neben dem Sofa steht. :-)
Blöde ist allerdings die Synchronisation der Daten, die ich bisher manuell mache. Um dies in Zukunft zu vereinfachen also nun die neue NAS-Platte, die eigenständig ins Netzwerk eingebunden wird und dann von allen Rechnern und Notebooks gleichermaßen erreichbar ist.
Zusätzlich habe ich mein Datensicherungskonzept überarbeitet, so dass ich meine wichtigen Arbeitsdaten in Zukunft öfter sichern kann und die einzelnen Rechner sich kreuzweise gegenseitig sichern, so dass ich von allen wichtigen Daten versionierte und auf mehrere unabhängige Geräte verteilte Sicherungen habe.
Mal gucken, wie sich dieses Konzept in der Praxis bewährt... wenn alles klappt, wie ich mir das vorstelle, ist der Gewinn an Datensicherheit und Komfort beträchtlich.
[1]: Mein Urteil, dass Mac OS zwar nicht schlecht, Windows jedoch nicht grundsätzlich überlegen ist, verfestigt sich immer mehr. Ich habe vor ein paar Tagen eine neue 1 TB-USB-Platte als zusätzlichen Speicher für die sehr kleine interne Platte des Mac Mini gekauft und die Partitionierung der Platte in 3 Partitionen (1x FAT32 zum Datenaustausch mit der PS3, 1x für Time Machine Backups und eine große Datenpartition) war ein ziemlicher Akt, da Mac OS X nur kryptische Fehlermeldungen ausgegeben hat. Nach dem ich die Reihenfolge der Partitionen verändert hatte, ging es dann irgendwann. Dennoch eine schwache Leistung.
Vorhin habe ich per Zufall festgestellt, dass mich ein anderer User sogar geblockt hat.
Ich weiss ja, dass ich manchmal durchaus nervig sein kann und manch einem bin ich die letzten Tage wahrscheinlich auch schon ziemlich auf den Senkel gegangen, aber gerade dieser User war eigentlich jemand, mit dem ich nur sehr sporadischen Kontakt hatte und bei dem mich diese harte Reaktion daher wirklich überrascht, zu mal er vorher keinen Ton gesagt hat.
Aber so ist das wohl im Leben und ganz besonders im Internet: Die Sitten werden rauher und wer den Nachrichten von fast 150 Leuten folgt, hat wohl einfach nicht die Zeit, auf jeden persönlich einzugehen... da kann der zwischenmenschliche Umgang wohl schon mal leiden.... Da ist die Aussicht, den Kontakt einfach mit einem Klick einzustellen, wohl verlockend.
Ich selber kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt jemanden in einem Chat oder bei Twitter geblockt habe. Bisher habe ich immer an meinem Leitsatz "Menschliche Probleme lassen sich nicht durch technische Maßnahmen lösen" festgehalten. Bisher lies sich das immer anders lösen, wenn auch vielleicht nicht immer ganz so zeiteffizient.
Möglicherweise werde ich aber auch demnächst mal zur Strichliste greifen und eine Statistik machen, wer meine Nachrichten mit welcher Quote beantwortet. Die untersten Plätze werden dann "entfollowed" (aber nicht geblockt, denn das wäre übertrieben!).
Das hätte gleich zwei positive Effekte: Erstens ärgerte ich mich nicht längerer darüber, ignoriert zu werden. Zweitens verhinderte ich so, jemandem unwissend und ungewollt auf den Sack zu gehen.
Ein zweiter Grund für meinen Twitter-Frust ist das vor einigen Wochen umgestellte Verhalten des Systems. Bekam man früher alle (öffentlichen) Antworten seiner abonnierten Kontakte mit, sieht man nun nur noch an die Allgemeinheit gerichtete Tweets und Antworten auf Tweets von Leuten, denen man selbst ebenfalls folgt. So entgehen einem nicht nur viele potentielle neue Chatpartner, man verpasst u.U. auch viele Informationen aus dem Leben seiner Freunde, wenn sie diese Informationen nur in öffentlichen Antworten schreiben.
Ich habe schon überlegt, ob ich nicht mal einen Open-Source-Twiter-Client nehmen und mit einem RSS-Reader kreuzen sollte. Via RSS und über die Twitter-Webseite kann man nämlich alle Nachrichten abrufen.
Aber es gibt auch positives zu vermelden: Vorhin kam eine Mail, dass meine Bestellung abgeschickt wurde, somit sollte morgen oder übermorgen meine bestellte Netzwerkfestplatte (NAS mit 2 spiegelbaren 1 TB -Festplatten) hier eintreffen und dann kann ich endlich beginnen. auch die Datenspeicherung innerhalb meines Hausnetzes umzustrukturieren.
Seit ich den kleinen Mac Mini im Wohnzimmer stehen habe, hat der große PC im Arbeitszimmer in der Woche ziemlich viel Pause und wird nur noch sporadisch benutzt. Das liegt allerdings weniger daran, dass der Mac so toll ist [1], als daran, dass ein kleiner kompakter Rechner für das bisschen Chatten nach einem langen Arbeitstag völlig ausreicht, insbesondere wenn er auch noch direkt neben dem Sofa steht. :-)
Blöde ist allerdings die Synchronisation der Daten, die ich bisher manuell mache. Um dies in Zukunft zu vereinfachen also nun die neue NAS-Platte, die eigenständig ins Netzwerk eingebunden wird und dann von allen Rechnern und Notebooks gleichermaßen erreichbar ist.
Zusätzlich habe ich mein Datensicherungskonzept überarbeitet, so dass ich meine wichtigen Arbeitsdaten in Zukunft öfter sichern kann und die einzelnen Rechner sich kreuzweise gegenseitig sichern, so dass ich von allen wichtigen Daten versionierte und auf mehrere unabhängige Geräte verteilte Sicherungen habe.
Mal gucken, wie sich dieses Konzept in der Praxis bewährt... wenn alles klappt, wie ich mir das vorstelle, ist der Gewinn an Datensicherheit und Komfort beträchtlich.
[1]: Mein Urteil, dass Mac OS zwar nicht schlecht, Windows jedoch nicht grundsätzlich überlegen ist, verfestigt sich immer mehr. Ich habe vor ein paar Tagen eine neue 1 TB-USB-Platte als zusätzlichen Speicher für die sehr kleine interne Platte des Mac Mini gekauft und die Partitionierung der Platte in 3 Partitionen (1x FAT32 zum Datenaustausch mit der PS3, 1x für Time Machine Backups und eine große Datenpartition) war ein ziemlicher Akt, da Mac OS X nur kryptische Fehlermeldungen ausgegeben hat. Nach dem ich die Reihenfolge der Partitionen verändert hatte, ging es dann irgendwann. Dennoch eine schwache Leistung.
Sonntag, 21. Juni 2009
Singapur: Abschluss und Rückflug
Seit gestern Mittag bin ich zurück in Bremen und seit heute auch wieder halbwegs ausgeschlafen. Gestern Mittag ging es noch einigermaßen, aber im Laufe des Nachmittags kam dann die Müdigkeit und ich habe mich erst aufs Sofa gelegt und bin dann ins Bett rüber gewechselt.
Heute habe ich die Zeit genutzt, schon mal die Singapur-Bilder in mein Webalbum zu prügeln. Da das Upload-Programm ständig abgestürzt ist, eine schweißtreibende Aktion. Ich habe aber gerade gesehen, dass es für diesen Fehler mittlerweile ein Update gibt, mal sehen ob das Problem damit wirklich behoben ist. Die Tage muss ich auch endlich mal die Fotos vom Kirchentag zu Ende sortieren und hochladen.
Die Singapur-Reise war jedenfalls erfolgreich. Der Kunde hat die Abnahme unterschrieben, auch wenn noch ein paar kleinere Restpunkte übrig sind. Aber das ist ja immer so, Kunden sind nie völlig zufrieden. ;-)
Freitag ging es dann noch mal schick geschäftlich essen und das Restaurant, in das wir eingeladen wurden, war sicherlich nicht billig. In Deutschland habe ich ungefähr Vorstellungen davon, was ich in chinesischen Restaurants bestellen kann. Bei dem Essen in Singapur hat unser Gastgeber bestellt und es gab eine große Drehscheibe mit diversen Speisen in der Mitte. Unter den meisten Kreationen konnte ich mir erstmal gar nichts vorstellen und auch das Essen mit Stäbchen will gelernt sein. Es wäre hilfreich gewesen, wenn die Stäbchen Rillen gehabt hätten damit das Essen nicht so leicht wegrutscht...
Nach einem weiteren, eher informellen Meeting ging es dann Abends zum Flughafen.
War ich auf dem Hinflug mit KLM noch ganz zufrieden, bin ich nach dem Rückflug doch arg enttäuscht. Es gab in Singapur keinen vernünftigen Ticketschalter sondern man war gezwungen, die Tickets am Selbstbedienungs-Automaten auszudrucken. Da die Bedienung aber offenbar so kompliziert ist, stand neben jedem Automaten noch ein Angestellter, der den Automaten für die Reisenden bedient hat... und den Automaten auch nicht verstanden hat. So wollten mein Kollege und ich im Flugzeug verständlicherweise nebeneinander sitzen... dies war jedoch nicht möglich, da man zwar Reisegruppen bilden konnte, am Terminal jedoch nur numerische Buchungsnummern einzugeben waren, während unsere alphanumerisch war. Hier muss sich die Allianz aus Air France und KLM, die gemeinsame Ticketschalter und Automaten betreibt, wohl noch auf ein einheitliches System einigen.
Auch am Gepäckabgabeschalter war man nicht im Stande, dieses Problem zu beheben.
Beim Einsteigen streikte dann der Barcode-Scanner und der Schnuggel an der Schleuse musste meine Ticketnummer manuell in eine Papierliste eintragen... der Länge der Liste nach zu urteilen war ich nicht der einzige, bei dem das Ticket nicht maschinell lesbar war. Eine Ursache dafür konnte sein, dass man in Singapur nur billige Streifen aus Thermopapier bekommt, kein richtiges Papier, wie dies in Deutschland üblich ist.
Positiv möchte ich erwähnen, dass der Security-Check in Singapur völlig unproblematisch war. Sachen aufs Band, durch die Schleuse und fertig.
Anders in Amsterdam: Alle Notebooks auspacken und aufklappen. Als wenn das irgend etwas bringen würde... das ist in meinen Augen auch nur ein Sicherheits-Placebo.
Neben der normalen Sicherheitsschleuse gab es in Amsterdam auch eine merkwürdige Kabine, in der sich die Passagiere mit erhobenen Armen hinstellen mussten und dann von einem Sensorkopf umfahren und gescannt wurden. Ob das so ein Backscatter-Scanner war, mit dem man die Leute nackt sehen kann? Sah auf jeden Fall unsympathisch aus.
Der Flug von Singapur nach Amsterdam war anstrengend. Die Maschine war fast ausgebucht, somit war der Luxus des Hinflugs, gleich zwei Plätze in Beschlag nehmen zu können, diesmal nicht drin. Ich saß zwischen einem asiatischen Mädel und einer asiatischen Frau, die beide kleiner als ich waren und daher deutlich weniger Probleme mit dem Platz hatten.
Das hat die Enge ein kleinwenig abgemildert, aber schön war's nicht. Hinzu kamen diesmal diverse Kreischkinder, die dem Flug ebenfalls ihre ganz eigene Note gaben.
Der Flug von Amsterdam nach Bremen war problem- und ereignislos, wenn man davon absieht, dass manche Luftstraßen doch erhebliche Schlag- bzw. Luftlöcher enthalten.
Fazit:
Unterm Strich war die Singapurreise eigentlich ganz in Ordnung und deutlich angenehmer, als ich befürchtet hatte. Singapur ist zwar ein sehr strenges und machmal auch sehr seltsames und bürokratisches Land, aber vieles wird auch nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird. Vielleicht hätte ich schon vorher mit ein paar Schwulen vor Ort chatten sollen, das mir doch ein paar meiner Ängste und Befürchtungen genommen.
Ein wenig schade ist, dass wegen den langen Arbeitszeiten nur relativ wenig Zeit war, um die Stadt und ihre Bewohner näher kennenzulernen. Gerade zum Schluss bin ich auf 15-17 Stunden am Tag gekommen, das ist schon hart. Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich mich sicher auch mal mit einem singapurer Schnuggel getroffen und vielleicht sogar mein schickes Doppelbett einem Belastungstest unterzogen.
Wirklich besser scheinen die singapurer Schnuckel allerdings auch nicht zu sein... der erste meldet sich schon jetzt kaum noch und hat auch die Nachricht, dass ich wieder in Bremen angekommen bin, nicht beantwortet... mache Dinge sind halt überall gleich und Jungs können überall unzuverlässig, unwillig und anstrengend sein...
Ich muss mich nun erstmal auf den aktuellen Stand bringen, was in Deutschland während meiner Abwesenheit alles passiert ist. Soweit ich gehört habe, wurde das leidige Gesetz zur Netzzensur beschlossen? :-(
Aus diesem traurigen Anlass möchte ich diesen Blogeintrag mit einem Video beenden, das mir ein deutscher Schnuggel aus München gestern zugeschickt hat:
In diesem Sinne bis die Tage...
Heute habe ich die Zeit genutzt, schon mal die Singapur-Bilder in mein Webalbum zu prügeln. Da das Upload-Programm ständig abgestürzt ist, eine schweißtreibende Aktion. Ich habe aber gerade gesehen, dass es für diesen Fehler mittlerweile ein Update gibt, mal sehen ob das Problem damit wirklich behoben ist. Die Tage muss ich auch endlich mal die Fotos vom Kirchentag zu Ende sortieren und hochladen.
Die Singapur-Reise war jedenfalls erfolgreich. Der Kunde hat die Abnahme unterschrieben, auch wenn noch ein paar kleinere Restpunkte übrig sind. Aber das ist ja immer so, Kunden sind nie völlig zufrieden. ;-)
Freitag ging es dann noch mal schick geschäftlich essen und das Restaurant, in das wir eingeladen wurden, war sicherlich nicht billig. In Deutschland habe ich ungefähr Vorstellungen davon, was ich in chinesischen Restaurants bestellen kann. Bei dem Essen in Singapur hat unser Gastgeber bestellt und es gab eine große Drehscheibe mit diversen Speisen in der Mitte. Unter den meisten Kreationen konnte ich mir erstmal gar nichts vorstellen und auch das Essen mit Stäbchen will gelernt sein. Es wäre hilfreich gewesen, wenn die Stäbchen Rillen gehabt hätten damit das Essen nicht so leicht wegrutscht...
Nach einem weiteren, eher informellen Meeting ging es dann Abends zum Flughafen.
War ich auf dem Hinflug mit KLM noch ganz zufrieden, bin ich nach dem Rückflug doch arg enttäuscht. Es gab in Singapur keinen vernünftigen Ticketschalter sondern man war gezwungen, die Tickets am Selbstbedienungs-Automaten auszudrucken. Da die Bedienung aber offenbar so kompliziert ist, stand neben jedem Automaten noch ein Angestellter, der den Automaten für die Reisenden bedient hat... und den Automaten auch nicht verstanden hat. So wollten mein Kollege und ich im Flugzeug verständlicherweise nebeneinander sitzen... dies war jedoch nicht möglich, da man zwar Reisegruppen bilden konnte, am Terminal jedoch nur numerische Buchungsnummern einzugeben waren, während unsere alphanumerisch war. Hier muss sich die Allianz aus Air France und KLM, die gemeinsame Ticketschalter und Automaten betreibt, wohl noch auf ein einheitliches System einigen.
Auch am Gepäckabgabeschalter war man nicht im Stande, dieses Problem zu beheben.
Beim Einsteigen streikte dann der Barcode-Scanner und der Schnuggel an der Schleuse musste meine Ticketnummer manuell in eine Papierliste eintragen... der Länge der Liste nach zu urteilen war ich nicht der einzige, bei dem das Ticket nicht maschinell lesbar war. Eine Ursache dafür konnte sein, dass man in Singapur nur billige Streifen aus Thermopapier bekommt, kein richtiges Papier, wie dies in Deutschland üblich ist.
Positiv möchte ich erwähnen, dass der Security-Check in Singapur völlig unproblematisch war. Sachen aufs Band, durch die Schleuse und fertig.
Anders in Amsterdam: Alle Notebooks auspacken und aufklappen. Als wenn das irgend etwas bringen würde... das ist in meinen Augen auch nur ein Sicherheits-Placebo.
Neben der normalen Sicherheitsschleuse gab es in Amsterdam auch eine merkwürdige Kabine, in der sich die Passagiere mit erhobenen Armen hinstellen mussten und dann von einem Sensorkopf umfahren und gescannt wurden. Ob das so ein Backscatter-Scanner war, mit dem man die Leute nackt sehen kann? Sah auf jeden Fall unsympathisch aus.
Der Flug von Singapur nach Amsterdam war anstrengend. Die Maschine war fast ausgebucht, somit war der Luxus des Hinflugs, gleich zwei Plätze in Beschlag nehmen zu können, diesmal nicht drin. Ich saß zwischen einem asiatischen Mädel und einer asiatischen Frau, die beide kleiner als ich waren und daher deutlich weniger Probleme mit dem Platz hatten.
Das hat die Enge ein kleinwenig abgemildert, aber schön war's nicht. Hinzu kamen diesmal diverse Kreischkinder, die dem Flug ebenfalls ihre ganz eigene Note gaben.
Der Flug von Amsterdam nach Bremen war problem- und ereignislos, wenn man davon absieht, dass manche Luftstraßen doch erhebliche Schlag- bzw. Luftlöcher enthalten.
Fazit:
Unterm Strich war die Singapurreise eigentlich ganz in Ordnung und deutlich angenehmer, als ich befürchtet hatte. Singapur ist zwar ein sehr strenges und machmal auch sehr seltsames und bürokratisches Land, aber vieles wird auch nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird. Vielleicht hätte ich schon vorher mit ein paar Schwulen vor Ort chatten sollen, das mir doch ein paar meiner Ängste und Befürchtungen genommen.
Ein wenig schade ist, dass wegen den langen Arbeitszeiten nur relativ wenig Zeit war, um die Stadt und ihre Bewohner näher kennenzulernen. Gerade zum Schluss bin ich auf 15-17 Stunden am Tag gekommen, das ist schon hart. Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich mich sicher auch mal mit einem singapurer Schnuggel getroffen und vielleicht sogar mein schickes Doppelbett einem Belastungstest unterzogen.
Wirklich besser scheinen die singapurer Schnuckel allerdings auch nicht zu sein... der erste meldet sich schon jetzt kaum noch und hat auch die Nachricht, dass ich wieder in Bremen angekommen bin, nicht beantwortet... mache Dinge sind halt überall gleich und Jungs können überall unzuverlässig, unwillig und anstrengend sein...
Ich muss mich nun erstmal auf den aktuellen Stand bringen, was in Deutschland während meiner Abwesenheit alles passiert ist. Soweit ich gehört habe, wurde das leidige Gesetz zur Netzzensur beschlossen? :-(
Aus diesem traurigen Anlass möchte ich diesen Blogeintrag mit einem Video beenden, das mir ein deutscher Schnuggel aus München gestern zugeschickt hat:
In diesem Sinne bis die Tage...
Freitag, 12. Juni 2009
Singapur: Kommunikationsbarrieren
Nun liege ich wieder frisch gewaschen unter meiner Bettdecke und chatte, surfe und blogge ein wenig an meinem Netbook.
Das Bett ist fast zu so groß wie meins zu Hause, also rund 2x2m. Das Bad ist durch eine Glaswand vom eigentlichen Zimmer abgetrennt und wenn man die richtigen der 1000 Lichtschalter drückt (es gibt eine Vielzahl kleiner Lämpchen in der Decke, der Wand und hinter Verkleidungen) sieht das Zimmer richtig stylisch aus.
Vorhin habe ich auch mal die gigantische Badewanne ausprobiert... hat ein ganzes Weilchen gedauert, bis sie ansatzweise voll war.
Mit der richtigen Begleitung wäre das Zimmer eigentlich das ideale Liebesnest... wenn die Jalousien offen sind, kann man vom Bett direkt in die Wanne und separate Dusche gucken, erstere eher im Kolonialstil, letztere sehr modern mit ebenerdigen Ablaufrinnen (leider ohne Duschvorhang). Da würden mir glaube ich schon ein paar Leute einfallen, mit denen ich hier gerne mal eine Nacht verbringen würde. Schade, dass schwule Kontakte hier verboten sind. Oralsex ist wohl nur im Heterobereich während des Vorspiels erlaubt... wer A sagt, muss wohl auch B blasen und wer zu früh aufhört macht sich strafbar?
Ich weiss allerdings nicht, was an diesen Mythen und Legenden tatsächlich dran ist. Alle Quellen im Internet lesen sich recht ähnlich und scheinen alle verwandte Wurzeln zu haben. Neben dem Hotel scheint so was wie ein Nachtclub zu sein... was da wirklich geboten wird, kann ich allerdings nicht sagen. Vielleicht gibt es ein paar juristische Kniffe, denn offiziell ist Prostitution hier afaik verboten.
Für geschäftliche Treffen ist mein Zimmer dagegen nicht geignet, da es an der Türseite kein Rollo sondern nur einen milchverglasten Streifen gibt. Oben und unten sind Tür und Wand transparent, so dass man auf dem Klo ziemlich auf dem Präsentierteller sitzt. Die Badezimmertür ist auch nicht abschließbar... wozu auch, wenn man eh alles von aussen sieht. Function follows form.
Ähnliches gilt wohl für die Klimaanlage, deren Temperaturregler keine Wirkung zeigt. Wenn sie an ist, beträgt die Temperatur immer 20-21°C, egal welche Temperatur man vorgibt. Wenn ich am Schreibtisch am PC sitze (da steht seit vorgestern ein Barebone-PC mit zwei Monitoren) mache ich die Anlage lieber aus, denn dort zieht es sonst selbst auf kleinster Ventilatorstufe wie die sprichwörtliche Hechtsuppe.
Gestern bin ich eigentlich den ganzen Tag nur U-Bahn gefahren. Die sind auch klimatisiert und extrem sauber. Keine Kaugummis, keine Kratzer an den Scheiben... alles tadellos.
Durchaus auch einige süße Jungs, viele davon barfuß in Sandalen, kurzer Hose und kurzärmeligem T-Shirt. Viele haben auch moderne Handys und MP3-Player... Singapur ist kein armes Land. Dies merkt man auch am Autoverkehr: Die Straßen sind voll, obwohl Autofahren auf dieser kleinen Insel ein großes Privileg ist. Man muss zunächst eine extrem teure Genehmigung erwerben um überhaupt ein Auto kaufen/besitzen zu dürfen, hinzu kommen dann noch hohe Steuern. Ein kleiner Polo soll (laut hörensagen) ca. 80'000 S$ kosten, also umgerechnet rund 40'000 EUR. Ich weiss allerdings nicht, ob da die Genehmigung schon mit drin ist. So gibt es hier auch zwei Kategorien von Autofahrern: Die, die es beruflich brauchen, z.B. Taxifahrer, fahren meistens ziemlich alt aussehende Gurken, die vom Komfort aber durchaus ok sind. Klimaanlage ist Pflicht und selbst die Taxischilder sind oft mehrfahrbige LED-Displays, die z.B. in grün "TAXI" oder in rot "BUSY" oder "HIRED" anzeigen können. Handwerker nutzen oft ältere Lieferwagen, auf denen die Gesellen hinten auf der Ladefläche mitfahren.
Die andere Gruppe sind diejenigen, die es sich einfach leisten können und neben den Steuern und Gebühren auch noch das Kleingeld für eine Luxuskarosse haben.
Heute habe ich den Tag fast komplett im Hotelzimmer verbracht und am PC gearbeitet, nur Abends waren wir noch kurz in der Fressmeile eines nahegelegenen Einkaufszentrums. Essen ist hier recht günstig, selbst für ein paar Euro kann man schon eine komplette Mahlzeit kriegen. Da Singapur ein Schmelztiegel unzähliger Kulturen ist, bekommt man wirklich alles. Von McDonalds über europäische Spezialitäten bis hin zu allen möglichen Varianten der asiatischen Küche bekommt man das gesamte Spektrum von lecker bis ekelig, von zivilisiert bis barbarisch. In einem Laden konnte man sich z.B. einen lebenden Frosch aussuchen.
Ich war in meiner Nahrungsauswahl bisher jedoch recht konservativ und alles was ich bisher gegessen habe, würde es in ähnlicher Form sicherlich auch in Deutschland geben, wenn auch sicher deutlich teurer. Und hier in Singapur wurde umgesetzt, was ich mir auch in Deutschland schon lange in aisiatischen Lokalen wünsche: Es gibt Fotos vom Essen.
So gibt es oft bebilderte Menükarten, wo man einfach drauf tippen kann. Das erspart unangenehme Überraschungen, denn die Kommunikation mit den Einheimischen finde ich doch zuweilen sehr schwierig. Teilweise bin ich nicht mal sicher, ob sie mir auf Englisch, Chinesisch oder irgend einer anderen Sprache geantwortet haben. Der Akzent ist mitunter schon extrem. Zum Glück war der Kollege, mit dem ich hier bin, schon öfters hier und hat sich an das "Singlish", wie er es nennt, schon etwas besser gewöhnt.
Durch meine PC-Arbeit heute hatte ich auch ein wenig Einblick in den regulären Hotelbetrieb und Zimmerservice. Zweimal kam jemand an und fragte, ob ich Wäsche zum Waschen habe (zwei Kleidungsstücke pro Tag sind im Zimmerpreis mit drin), einer wollte die Minibar auffüllen und zum Schluss kam noch jemand zum Bettenmachen, Putzen und Handtuchwechsel.
(Beim ersten Hotelangestellten dachte ich schon fast, das Seuchenschutzkommando steht vor der Tür. Die arbeiten hier alle mit Mundschutz/Gesichtsmaske, was der Verständigung nicht unbedingt erleichtert.)
Die Tür hat auch einen Sperrbügel, mit dem man sie von innen verriegeln kann (wie bei einer Türkette). Meistens wird kurz geklingelt (die Hotelzimmer haben auch Türklingeln) und dann kommt auch schon jemand reingerannt, weil die Hotelangestellten meistens davon ausgehen, dass tagsüber niemand auf den Zimmern ist. Vor dem WC-Besuch ist es während der Servicezeit also sehr angeraten, die Tür zu verriegeln... ansonsten siehe oben unter "Präsentierteller".
Gestern hatte ich mich mal wieder darüber geärgert, dass der Zimmerservice meine kompletten privaten Sachen (Koffer, Zahnbürste etc..) umgestellt hatte. Ich stehe ja auf dem Standpunkt, dass die Sachen des Gastes für den Zimmerservice tabu sein sollten und dann halt mal drumrum gewischt wird. Hier hat man dort allerdings keine Hemmungen. Generell nicht. Beim Check-In wurde ich nicht nur nach der Nummer eines Fluges gefragt, sondern sogar nach der exakten Sitzbezeichnung.
Die Tage muss ich auch noch mal den großen Pool testen... von meinem Zimmer habe ich ihn teilweise im Blick. Allzuviel los scheint dort allerdings nicht zu sein und auch Schnuckel habe ich dort noch keine gesehen... aus der 19. Etage sieht man allerdings auch nicht allzuviele Details.
So ganz richtig ist das mit der 19. Etage nicht. Die 4. Etage existiert nicht (wahrscheinlich aus dem selben Grund, weshalb bei uns oft die 13. weggelassen wird) und das Erdgeschoss wird bereits als erste Etage gezählt.
Soviel erstmal, der Eintrag ist ja schon wieder lang genug.... ;-)
Das Bett ist fast zu so groß wie meins zu Hause, also rund 2x2m. Das Bad ist durch eine Glaswand vom eigentlichen Zimmer abgetrennt und wenn man die richtigen der 1000 Lichtschalter drückt (es gibt eine Vielzahl kleiner Lämpchen in der Decke, der Wand und hinter Verkleidungen) sieht das Zimmer richtig stylisch aus.
Vorhin habe ich auch mal die gigantische Badewanne ausprobiert... hat ein ganzes Weilchen gedauert, bis sie ansatzweise voll war.
Mit der richtigen Begleitung wäre das Zimmer eigentlich das ideale Liebesnest... wenn die Jalousien offen sind, kann man vom Bett direkt in die Wanne und separate Dusche gucken, erstere eher im Kolonialstil, letztere sehr modern mit ebenerdigen Ablaufrinnen (leider ohne Duschvorhang). Da würden mir glaube ich schon ein paar Leute einfallen, mit denen ich hier gerne mal eine Nacht verbringen würde. Schade, dass schwule Kontakte hier verboten sind. Oralsex ist wohl nur im Heterobereich während des Vorspiels erlaubt... wer A sagt, muss wohl auch B blasen und wer zu früh aufhört macht sich strafbar?
Ich weiss allerdings nicht, was an diesen Mythen und Legenden tatsächlich dran ist. Alle Quellen im Internet lesen sich recht ähnlich und scheinen alle verwandte Wurzeln zu haben. Neben dem Hotel scheint so was wie ein Nachtclub zu sein... was da wirklich geboten wird, kann ich allerdings nicht sagen. Vielleicht gibt es ein paar juristische Kniffe, denn offiziell ist Prostitution hier afaik verboten.
Für geschäftliche Treffen ist mein Zimmer dagegen nicht geignet, da es an der Türseite kein Rollo sondern nur einen milchverglasten Streifen gibt. Oben und unten sind Tür und Wand transparent, so dass man auf dem Klo ziemlich auf dem Präsentierteller sitzt. Die Badezimmertür ist auch nicht abschließbar... wozu auch, wenn man eh alles von aussen sieht. Function follows form.
Ähnliches gilt wohl für die Klimaanlage, deren Temperaturregler keine Wirkung zeigt. Wenn sie an ist, beträgt die Temperatur immer 20-21°C, egal welche Temperatur man vorgibt. Wenn ich am Schreibtisch am PC sitze (da steht seit vorgestern ein Barebone-PC mit zwei Monitoren) mache ich die Anlage lieber aus, denn dort zieht es sonst selbst auf kleinster Ventilatorstufe wie die sprichwörtliche Hechtsuppe.
Gestern bin ich eigentlich den ganzen Tag nur U-Bahn gefahren. Die sind auch klimatisiert und extrem sauber. Keine Kaugummis, keine Kratzer an den Scheiben... alles tadellos.
Durchaus auch einige süße Jungs, viele davon barfuß in Sandalen, kurzer Hose und kurzärmeligem T-Shirt. Viele haben auch moderne Handys und MP3-Player... Singapur ist kein armes Land. Dies merkt man auch am Autoverkehr: Die Straßen sind voll, obwohl Autofahren auf dieser kleinen Insel ein großes Privileg ist. Man muss zunächst eine extrem teure Genehmigung erwerben um überhaupt ein Auto kaufen/besitzen zu dürfen, hinzu kommen dann noch hohe Steuern. Ein kleiner Polo soll (laut hörensagen) ca. 80'000 S$ kosten, also umgerechnet rund 40'000 EUR. Ich weiss allerdings nicht, ob da die Genehmigung schon mit drin ist. So gibt es hier auch zwei Kategorien von Autofahrern: Die, die es beruflich brauchen, z.B. Taxifahrer, fahren meistens ziemlich alt aussehende Gurken, die vom Komfort aber durchaus ok sind. Klimaanlage ist Pflicht und selbst die Taxischilder sind oft mehrfahrbige LED-Displays, die z.B. in grün "TAXI" oder in rot "BUSY" oder "HIRED" anzeigen können. Handwerker nutzen oft ältere Lieferwagen, auf denen die Gesellen hinten auf der Ladefläche mitfahren.
Die andere Gruppe sind diejenigen, die es sich einfach leisten können und neben den Steuern und Gebühren auch noch das Kleingeld für eine Luxuskarosse haben.
Heute habe ich den Tag fast komplett im Hotelzimmer verbracht und am PC gearbeitet, nur Abends waren wir noch kurz in der Fressmeile eines nahegelegenen Einkaufszentrums. Essen ist hier recht günstig, selbst für ein paar Euro kann man schon eine komplette Mahlzeit kriegen. Da Singapur ein Schmelztiegel unzähliger Kulturen ist, bekommt man wirklich alles. Von McDonalds über europäische Spezialitäten bis hin zu allen möglichen Varianten der asiatischen Küche bekommt man das gesamte Spektrum von lecker bis ekelig, von zivilisiert bis barbarisch. In einem Laden konnte man sich z.B. einen lebenden Frosch aussuchen.
Ich war in meiner Nahrungsauswahl bisher jedoch recht konservativ und alles was ich bisher gegessen habe, würde es in ähnlicher Form sicherlich auch in Deutschland geben, wenn auch sicher deutlich teurer. Und hier in Singapur wurde umgesetzt, was ich mir auch in Deutschland schon lange in aisiatischen Lokalen wünsche: Es gibt Fotos vom Essen.
So gibt es oft bebilderte Menükarten, wo man einfach drauf tippen kann. Das erspart unangenehme Überraschungen, denn die Kommunikation mit den Einheimischen finde ich doch zuweilen sehr schwierig. Teilweise bin ich nicht mal sicher, ob sie mir auf Englisch, Chinesisch oder irgend einer anderen Sprache geantwortet haben. Der Akzent ist mitunter schon extrem. Zum Glück war der Kollege, mit dem ich hier bin, schon öfters hier und hat sich an das "Singlish", wie er es nennt, schon etwas besser gewöhnt.
Durch meine PC-Arbeit heute hatte ich auch ein wenig Einblick in den regulären Hotelbetrieb und Zimmerservice. Zweimal kam jemand an und fragte, ob ich Wäsche zum Waschen habe (zwei Kleidungsstücke pro Tag sind im Zimmerpreis mit drin), einer wollte die Minibar auffüllen und zum Schluss kam noch jemand zum Bettenmachen, Putzen und Handtuchwechsel.
(Beim ersten Hotelangestellten dachte ich schon fast, das Seuchenschutzkommando steht vor der Tür. Die arbeiten hier alle mit Mundschutz/Gesichtsmaske, was der Verständigung nicht unbedingt erleichtert.)
Die Tür hat auch einen Sperrbügel, mit dem man sie von innen verriegeln kann (wie bei einer Türkette). Meistens wird kurz geklingelt (die Hotelzimmer haben auch Türklingeln) und dann kommt auch schon jemand reingerannt, weil die Hotelangestellten meistens davon ausgehen, dass tagsüber niemand auf den Zimmern ist. Vor dem WC-Besuch ist es während der Servicezeit also sehr angeraten, die Tür zu verriegeln... ansonsten siehe oben unter "Präsentierteller".
Gestern hatte ich mich mal wieder darüber geärgert, dass der Zimmerservice meine kompletten privaten Sachen (Koffer, Zahnbürste etc..) umgestellt hatte. Ich stehe ja auf dem Standpunkt, dass die Sachen des Gastes für den Zimmerservice tabu sein sollten und dann halt mal drumrum gewischt wird. Hier hat man dort allerdings keine Hemmungen. Generell nicht. Beim Check-In wurde ich nicht nur nach der Nummer eines Fluges gefragt, sondern sogar nach der exakten Sitzbezeichnung.
Die Tage muss ich auch noch mal den großen Pool testen... von meinem Zimmer habe ich ihn teilweise im Blick. Allzuviel los scheint dort allerdings nicht zu sein und auch Schnuckel habe ich dort noch keine gesehen... aus der 19. Etage sieht man allerdings auch nicht allzuviele Details.
So ganz richtig ist das mit der 19. Etage nicht. Die 4. Etage existiert nicht (wahrscheinlich aus dem selben Grund, weshalb bei uns oft die 13. weggelassen wird) und das Erdgeschoss wird bereits als erste Etage gezählt.
Soviel erstmal, der Eintrag ist ja schon wieder lang genug.... ;-)
Sonntag, 24. Mai 2009
Gedimmte Illumination
Nun ist das schöne lange Wochenende auch schon wieder vorbei... schade.
Freitag war ich mit zwei Freunden in der Gay-Filmnacht im Cinemaxx. Als Vorfilm lief "Freunde", ein Machwerk, das ich schon seit Jahren hier auf einer Kurzfilm-Sammel-DVD liegen habe und das auch schon damals nicht richtig überzeugt hatte. Der Film von 2001 ist mit Marlon Kittel und Martin Kiefer zwar sehr gut besetzt, aber von der filmischen Umsetzung und der Handlung höchst gewöhnungsbedürftig. Er wirkt wie eine lose Aneinanderreihung von Szenen, bei denen auch zum Schluss nicht so ganz klar wird, wie die nun eigentlich zusammenpassen sollen: Erst bekriegen sich die beiden Jungs, dann sitzen sie später gemeinsam in der Badewanne... wie es zu dieser 180°-Wende kam, wird nicht erzählt.
Auch kameratechnisch überzeugt der Film nicht. Da sitzen zwar zwei süße Jungs in der Badewanne, aber man sieht.... nichts. Alle Szenen, bei denen man dem Film vielleicht noch halbwegs etwas abgewinnen könnte, sind mit Teleobjektiv gefilmt und man ist so nah dran, dass man das Ganze kaum zu erkennen vermag.
Gleich im Anschluss der Hauptfilm. Dieses mal gab es weder Moderation noch Gewinnspiel. Möglicherweise weil man an der Kasse subventionierte Tickets für eine Gay-Party nebenan im Gleis 9 kaufen konnte?
Der Hauptfilm hieß "Rückenwind" und stammt vom gleichen Regisseur und Drehbuchautor wie "Freunde" (Jan Krüger in Personalunion).
Die Handschrift ist unverkennbar: Wieder eine chaotische Story und wieder haben alle Protagonisten einen mehr oder minder ausgeprägten Sockenschuss. Und auch hier wieder diese latent in der Luft liegende Gewalt zwischen den beiden Hauptdarstellern. Bei manchen Szenen im Wald musste ich doch ein wenig an Blair Witch Project denken, auch wenn diesmal keine Hexe sondern ein Adelssohn aus der späten Feudalzeit der Gesucht war. Jener hatte der Legende nach die Angewohnheit, seinen Zeitgenossen ausgeweidete Schwäne auf ihren Federn gebettet vor die Tür zu legen... schon wieder diese Gewaltphantasien des Autors?
Immerhin in einem Punkt ist "Rückenwind" besser als "Freunde": Diesmal sah man auch was von den süßen Hauptdarstellern, und das nicht zu knapp. So wirklich retten tut das den Film allerdings nicht.
Meinen letzten Kritikpunkt hat wieder das Cinemaxx verbockt: Das Bild war viel zu dunkel und die Gesichter der Darsteller lagen zu oft im Dunkeln. Nachdem ich dieses Problem schon bei "Teenage Angst" kritisiert hatte, denke ich, dass es am Videoprojektor liegt, der mit dieser Aufgabe überfordert ist.
Den Rest der Nacht habe ich mit einem Freund gechattet und bin dann irgendwann zwischen 4 und 5 ins Bett gekommen.
Gestern stand ein Besuch des Kirchentages auf dem Programm. Nicht des ganzen Kirchentages, nur die öffentlich zugänglichen Plätze in der Innenstadt und am Osterdeich. Es war voll und es fuhren so viele Busse und Straßenbahnen, dass man an Hauptbahnhof und Domsheide kaum über die Straße kam. An diversen Ständen wurde über Lautsprecheranlagen für den Glauben geworben. So richtig vermochte der Funke auf mich jedoch nicht überspringen (bezogen auf die Atmosphäre, beim Rest ist bei mir eh Hopfen und Malz verloren).
Während am Osterdeich jemand auf der Bühne ausführlich begründete, wieso er 'normal' sei obwohl er 'an diesen Gott glaube' (schon seine Eltern taten dies - ok, überzeugt) spielten nebenan ein paar Jungs halbnackt Fußball und kletterten in Mülltonnen. (Die Frage nach dem "Warum" hatte ich mir bereits Freitag abgewöhnt, so dass ich das einfach mal so zur Kenntnis genommen habe.)
Später haben an anderer Stelle noch mal andere Jungs versucht, in einer Mülltonne den Deich runterzufahren... wenn ich die Fotos sortiert und hochgeladen habe, kann ich mal ein Bild hier posten.
Abends ging es dann mit einem Freund und einem Freund des Freundes nochmal ins Kino: Illuminati
Auch wenn dieser Film teilweise schlechte Kritiken bekommen hat, fand ich ihn nicht sooo übel. Er hat schon deutliche Schwächen, aber gerade das Ende, in dem alle Ereignisse noch einmal in ein völlig anderes Licht gesetzt werden, ist einfach sehenswert.
Zwischendrin ist der Film leider ein wenig substanzlos. Das Team jagt quer durch Rom und versucht Hinweise in den diversen römischen Kirchen zu entschlüsseln. Hier hätte ich mir etwas weniger Hektik und einen größeren Aha-Effekt erhofft. Möglicherweise ist an dieser Stelle zu viel von Dan Browns Roman auf der Strecke geblieben. Mehr Zeit war allerdings auch nicht drin, der Film hat so bereits Überlänge und wurde mit Pause vorgeführt.
Auf dem Rückweg in der Bahn bekam ich sogar einen Sitzplatz. Die Kirchentagsbesucher machten sich offenbar erst später auf den Heimweg und auch die Trommler erfreuten die Bremer Bevölkerung diesmal erst (rund 1,5 Stunden später als normal) gegen 3 Uhr mit ihrem Konzert.
Mit den religiösen Songs schien man gestern Abend auch schon durch gewesen zu sein, in meiner Bahn wurde daher auf Musicalsongs von ABBA und dem König der Löwen zurückgegriffen. Ich hab mal auf den Aufnahmeknopf am Handy gedrückt... wenn ich das konvertiert kriege, kann ich das hier mal eine kurze Kostprobe online stellen. Ist leider irgend ein proprietärer Codec, den nicht mal VLC versteht. :-(
Freitag war ich mit zwei Freunden in der Gay-Filmnacht im Cinemaxx. Als Vorfilm lief "Freunde", ein Machwerk, das ich schon seit Jahren hier auf einer Kurzfilm-Sammel-DVD liegen habe und das auch schon damals nicht richtig überzeugt hatte. Der Film von 2001 ist mit Marlon Kittel und Martin Kiefer zwar sehr gut besetzt, aber von der filmischen Umsetzung und der Handlung höchst gewöhnungsbedürftig. Er wirkt wie eine lose Aneinanderreihung von Szenen, bei denen auch zum Schluss nicht so ganz klar wird, wie die nun eigentlich zusammenpassen sollen: Erst bekriegen sich die beiden Jungs, dann sitzen sie später gemeinsam in der Badewanne... wie es zu dieser 180°-Wende kam, wird nicht erzählt.
Auch kameratechnisch überzeugt der Film nicht. Da sitzen zwar zwei süße Jungs in der Badewanne, aber man sieht.... nichts. Alle Szenen, bei denen man dem Film vielleicht noch halbwegs etwas abgewinnen könnte, sind mit Teleobjektiv gefilmt und man ist so nah dran, dass man das Ganze kaum zu erkennen vermag.
Gleich im Anschluss der Hauptfilm. Dieses mal gab es weder Moderation noch Gewinnspiel. Möglicherweise weil man an der Kasse subventionierte Tickets für eine Gay-Party nebenan im Gleis 9 kaufen konnte?
Der Hauptfilm hieß "Rückenwind" und stammt vom gleichen Regisseur und Drehbuchautor wie "Freunde" (Jan Krüger in Personalunion).
Die Handschrift ist unverkennbar: Wieder eine chaotische Story und wieder haben alle Protagonisten einen mehr oder minder ausgeprägten Sockenschuss. Und auch hier wieder diese latent in der Luft liegende Gewalt zwischen den beiden Hauptdarstellern. Bei manchen Szenen im Wald musste ich doch ein wenig an Blair Witch Project denken, auch wenn diesmal keine Hexe sondern ein Adelssohn aus der späten Feudalzeit der Gesucht war. Jener hatte der Legende nach die Angewohnheit, seinen Zeitgenossen ausgeweidete Schwäne auf ihren Federn gebettet vor die Tür zu legen... schon wieder diese Gewaltphantasien des Autors?
Immerhin in einem Punkt ist "Rückenwind" besser als "Freunde": Diesmal sah man auch was von den süßen Hauptdarstellern, und das nicht zu knapp. So wirklich retten tut das den Film allerdings nicht.
Meinen letzten Kritikpunkt hat wieder das Cinemaxx verbockt: Das Bild war viel zu dunkel und die Gesichter der Darsteller lagen zu oft im Dunkeln. Nachdem ich dieses Problem schon bei "Teenage Angst" kritisiert hatte, denke ich, dass es am Videoprojektor liegt, der mit dieser Aufgabe überfordert ist.
Den Rest der Nacht habe ich mit einem Freund gechattet und bin dann irgendwann zwischen 4 und 5 ins Bett gekommen.
Gestern stand ein Besuch des Kirchentages auf dem Programm. Nicht des ganzen Kirchentages, nur die öffentlich zugänglichen Plätze in der Innenstadt und am Osterdeich. Es war voll und es fuhren so viele Busse und Straßenbahnen, dass man an Hauptbahnhof und Domsheide kaum über die Straße kam. An diversen Ständen wurde über Lautsprecheranlagen für den Glauben geworben. So richtig vermochte der Funke auf mich jedoch nicht überspringen (bezogen auf die Atmosphäre, beim Rest ist bei mir eh Hopfen und Malz verloren).
Während am Osterdeich jemand auf der Bühne ausführlich begründete, wieso er 'normal' sei obwohl er 'an diesen Gott glaube' (schon seine Eltern taten dies - ok, überzeugt) spielten nebenan ein paar Jungs halbnackt Fußball und kletterten in Mülltonnen. (Die Frage nach dem "Warum" hatte ich mir bereits Freitag abgewöhnt, so dass ich das einfach mal so zur Kenntnis genommen habe.)
Später haben an anderer Stelle noch mal andere Jungs versucht, in einer Mülltonne den Deich runterzufahren... wenn ich die Fotos sortiert und hochgeladen habe, kann ich mal ein Bild hier posten.
Abends ging es dann mit einem Freund und einem Freund des Freundes nochmal ins Kino: Illuminati
Auch wenn dieser Film teilweise schlechte Kritiken bekommen hat, fand ich ihn nicht sooo übel. Er hat schon deutliche Schwächen, aber gerade das Ende, in dem alle Ereignisse noch einmal in ein völlig anderes Licht gesetzt werden, ist einfach sehenswert.
Zwischendrin ist der Film leider ein wenig substanzlos. Das Team jagt quer durch Rom und versucht Hinweise in den diversen römischen Kirchen zu entschlüsseln. Hier hätte ich mir etwas weniger Hektik und einen größeren Aha-Effekt erhofft. Möglicherweise ist an dieser Stelle zu viel von Dan Browns Roman auf der Strecke geblieben. Mehr Zeit war allerdings auch nicht drin, der Film hat so bereits Überlänge und wurde mit Pause vorgeführt.
Auf dem Rückweg in der Bahn bekam ich sogar einen Sitzplatz. Die Kirchentagsbesucher machten sich offenbar erst später auf den Heimweg und auch die Trommler erfreuten die Bremer Bevölkerung diesmal erst (rund 1,5 Stunden später als normal) gegen 3 Uhr mit ihrem Konzert.
Mit den religiösen Songs schien man gestern Abend auch schon durch gewesen zu sein, in meiner Bahn wurde daher auf Musicalsongs von ABBA und dem König der Löwen zurückgegriffen. Ich hab mal auf den Aufnahmeknopf am Handy gedrückt... wenn ich das konvertiert kriege, kann ich das hier mal eine kurze Kostprobe online stellen. Ist leider irgend ein proprietärer Codec, den nicht mal VLC versteht. :-(
Freitag, 22. Mai 2009
Die schönsten Zitate zum Kirchentag
"Die Logik ist der Weisheit Anfang, nicht ihr Ende." (Mr. Spock)
"Religionen sind Fertighäuser für arme Seelen." (Karlheinz Deschner)
"Ich denke, also bin ich kein Christ." (Karlheinz Deschner)
"Aufklärung ist Ärgernis, wer die Welt erhellt, macht ihren Dreck deutlicher." (Karlheinz Deschner)
"Denken überzeugt Denkende; darum überzeugt Denken selten." (Karlheinz Deschner)
"Je größer der Dachschaden, desto schöner der Aufblick zum Himmel." (Karlheinz Deschner)
"Der beste Beweis für Menschenkenntnis ist stille Mordlust" (Frank Sinatra)
"Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und trotzdem den Mund halten." (Karl Valentin)
"Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es." (Bertrand Russell in "The Sine Society")
"Der Volksmund sagt: Religion ist Opium für das Volk. Das ist irreführend. Opium ist eine bewußtseinserweiternde Droge." (Volker Pispers)
"The Bible contains 6 admonishments to homosexuals and 362 admonishments to heterosexuals. That doesn't mean that God doesn't love heterosexuals. It's just that they need more supervision." (Lynne Lavner)
"Der Mensch gibt sich mit nichts zufrieden...
...außer mit seinem Verstand.
Je geringer, desto zufriedener!" (Unbekannt)
"Manche Bücher entfalten erst im Kamin ihr volles Aroma" (Manuel Montelbain)
"Nicht ist so verzichtbar wie die Sitten und Gebräuche anderer Völker" (Jack London)
"Man müßte in Sodom oder Gomorrha Urlaub machen können." (Babra Streisand)
"Man könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber keines ist treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer. Die, die drinnen sind, können sowieso nicht hinaus, und die, die draußen sind, wollen nicht hinein." (Mark Twain)
Aus dem Netz zum Tode von Papst Johannes Paul II: "Das Zeitliche war ja auch fast das einzige, was er bisher noch nicht gesegnet hatte."
"Wenn Michelangelo heterosexuell gewesen wäre, hätte er die Sixtinische Kapelle mit einer Rolle weiß angestrichen." (Rita Mae Brown)
"Jede hinreichend fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden." (Arthur C. Clarke)
"Ein Fanatiker tut, was der liebe Gott tun würde, wenn der nur Bescheid wüsste." (Unbekannt)
"Der gesunde Menschenverstand ist die Summe der Vorurteile, die man bis zu seinem 18. Lebensjahr angesammelt hat." (Albert Einstein)
"Religionen sind Fertighäuser für arme Seelen." (Karlheinz Deschner)
"Ich denke, also bin ich kein Christ." (Karlheinz Deschner)
"Aufklärung ist Ärgernis, wer die Welt erhellt, macht ihren Dreck deutlicher." (Karlheinz Deschner)
"Denken überzeugt Denkende; darum überzeugt Denken selten." (Karlheinz Deschner)
"Je größer der Dachschaden, desto schöner der Aufblick zum Himmel." (Karlheinz Deschner)
"Der beste Beweis für Menschenkenntnis ist stille Mordlust" (Frank Sinatra)
"Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und trotzdem den Mund halten." (Karl Valentin)
"Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es." (Bertrand Russell in "The Sine Society")
"Der Volksmund sagt: Religion ist Opium für das Volk. Das ist irreführend. Opium ist eine bewußtseinserweiternde Droge." (Volker Pispers)
"The Bible contains 6 admonishments to homosexuals and 362 admonishments to heterosexuals. That doesn't mean that God doesn't love heterosexuals. It's just that they need more supervision." (Lynne Lavner)
"Der Mensch gibt sich mit nichts zufrieden...
...außer mit seinem Verstand.
Je geringer, desto zufriedener!" (Unbekannt)
"Manche Bücher entfalten erst im Kamin ihr volles Aroma" (Manuel Montelbain)
"Nicht ist so verzichtbar wie die Sitten und Gebräuche anderer Völker" (Jack London)
"Man müßte in Sodom oder Gomorrha Urlaub machen können." (Babra Streisand)
"Man könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber keines ist treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer. Die, die drinnen sind, können sowieso nicht hinaus, und die, die draußen sind, wollen nicht hinein." (Mark Twain)
Aus dem Netz zum Tode von Papst Johannes Paul II: "Das Zeitliche war ja auch fast das einzige, was er bisher noch nicht gesegnet hatte."
"Wenn Michelangelo heterosexuell gewesen wäre, hätte er die Sixtinische Kapelle mit einer Rolle weiß angestrichen." (Rita Mae Brown)
"Jede hinreichend fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden." (Arthur C. Clarke)
"Ein Fanatiker tut, was der liebe Gott tun würde, wenn der nur Bescheid wüsste." (Unbekannt)
"Der gesunde Menschenverstand ist die Summe der Vorurteile, die man bis zu seinem 18. Lebensjahr angesammelt hat." (Albert Einstein)
Mittwoch, 13. Mai 2009
Mythos Mac: Der erste Crash
Die letzten Tage war mal wieder viel Stress in der Firma, so dass ich entsprechend wenig zu Hause war. Die letzten Tage habe ich somit ausschließlich am Mac Mini verbracht, denn zum Mailcheck und Chatten muss ich nicht extra meinen Vista-Quadcore hochfahren.
Gestern Abend war noch ein Freund zu Besuch, der mehrere DVD-ROMs mit Daten für mich dabei hatte, die ich mir kopieren wollte.
Beim Mac schiebt man den Datenträger ins Laufwerk und der Inhalt erscheint automatisch auf dem Desktop. Eigentlich nicht so viel anders als bei Windows, nur dass die Laufwerke dort unter "Arbeitsplatz" angezeigt werden und Laufwerksbuchstaben nicht verschwinden, wenn das Laufwerk gerade leer ist. Selbstverständlich zeigen beide Systeme die Datenträger auch im Explorer bzw. Finder an.
Bei den ersten DVDs ging das ohne Probleme. Disk eingelegt, kopiert und durch ziehen auf den Papierkorb wieder ausgeworfen.
Dann gab's Probleme: Die Disk wurde zwar eingezogen, es erschien jedoch kein Symbol auf dem Schreibtisch bzw. im Finder.
Unter Windows würde man den Datenträger unter solchen Umständen wahrscheinlich entnehmen und nochmal neu einlegen. Bei Macs geht dieses Vorgehen leider nicht so einfach, denn eine Auswurftaste wird man an den allermeisten Mac-Laufwerken vergebens suchen. Wenn kein Symbol angezeigt wird, kann man auch nichts zum Auswerfen auf den Papierkorb ziehen oder auch nur anklicken.
Die Eject-Taste auf der Tastatur zeigte ebenfalls keine Wirkung. (Wobei ich die noch nie benutzt habe und auch nicht sicher bin, ob sie sich überhaupt auf das DVD-Laufwerk bezieht oder vielleicht was mit der Medienwiedergabe-Steuerung zu tun hat.)
Eine kurze Google-Suche brachte dann das Ergebnis: Man muss den Mac rebooten und während der Startphase die Maustaste gedrückt halten. Dann wirft der Mac alle Datenträger aus... hätte ich auch selbst drauf kommen können...
(Und weil diese Lösung so intuitiv ist, blenden Macs beim Booten auch nur ein Apfellogo ein und keine Hilfe zu den diversen Tastenkombinationen, die man während des Bootvorgangs drücken kann. Da gib's eine ganze Latte, der Start von CD wird z.B. ebenfalls durch eine Taste ausgelöst.)
Zunächst passierte aber nach dem Neustart-Befehl überhaupt nichts. Der Rechner sagte, er würde herunterfahren und blieb dann in diesem Zustand stecken. Auch nach mehreren Minuten keine Reaktion, normalerweise geht dies recht fix.
Ich habe den Mac dann irgendwann durch gedrückthalten des Power-Schalters aus- und wieder eingeschaltet (immerhin das klappt wie beim PC). Beim folgenden Bootprozess ließ sich dann zum Glück auch die DVD auswerfen.
Nachdem das System wieder hochgefahren war, habe ich's noch einmal versucht und diesmal wurde die Disk anstandslos kopiert.
Mal gucken, ob solche Probleme noch mal vorkommen. Ich habe heute erstmal das nagelneue Update auf Mac OS X 10.5.7 installiert. Der Download war mit fast 500 MB schon ganz ordentlich, somit ist es wohl am ehesten mit einem Windows-Servicepack vergleichbar. Die erreichen ähnliche Größenordnungen.
Laut dem obigen Heise-Artikel stopft das Update auch eine ganze Reihe böser Sicherheitslöcher, die Installation ist also dringend zu empfehlen wenn man einen Original-Mac besitzt.
Wer Mac OS mit Hacks auf einem normalen (jedoch Mac-ähnlichem) PC einsetzt, sollte sich das Update überlegen, denn die Gültigkeitsprüfung der Hardware soll durch das Update erheblich verschärft werden.
Nachdem ich in diesem Blog schon einige Male über Videoschnitt am PC geflucht hatte, habe ich vor ein paar Tagen selbiges am Mac getestet. Ich wollte für einen Freund eine digital über DVB-C aufgenommene Fernsehsendung schneiden und auf eine DVD brennen.
Der Mac bringt dazu iMovie (Schnitt) und iDVD (DVD-Authoring) direkt ab Werk als Teil des iLife-Programmpaketes mit. Funktional scheinen beide Programme wohl ungefähr dem bei Windows mitgelieferten Movie Maker zu entsprechen.
Zur Bedienung kann ich leider nicht viel sagen. Da die MPEG2-kodierten Rohdaten von iMove nicht gelesen werden konnten, war der Test zu Ende, bevor ich überhaupt irgendwas schneiden konnte. Standardformate wie MPEG2 sind absolutes Pflichtprogramm; ein Schnittprogramm, das damit nicht umgehen kann, ist weitestgehend unbrauchbar. iMove scheint dagegen nur auf QuickTime- und DV-Material ausgelegt zu sein. Dicker Minuspunkt.
Ich habe den Film dann mit Premiere Elements unter Windows geschnitten. Ein Vergleich von iMovie/iDVD mit Premiere Elements wäre natürlich extrem unfair, da Premiere alleine mehr kostet als das komplette iLife-Paket kosten würde, wenn man es einzeln kaufen und nicht zusammen mit einem Mac erstehen würde. Ich habe daher zum Schluss auch noch mal probiert, die Dateien mit dem Windows Movie Maker zu laden, was gar kein Problem war. Microsoft scheint seine Hausaufgaben, zumindest was das angeht, deutlich besser als Apple gemacht zu haben.
Mein Münchener Macintologe meinte, dass man wohl viele CODECs unter MacOS nachrüsten könne. Wenn ich Zeit habe, probiere ich das vielleicht mal. Ob ein CODEC reicht, damit iMovie den Film schneiden kann, halte ich allerdings für fraglich.
Nun muss ich aber erstmal ins Bett... diese Nacht leider wieder alleine. :-(
Gestern Abend war noch ein Freund zu Besuch, der mehrere DVD-ROMs mit Daten für mich dabei hatte, die ich mir kopieren wollte.
Beim Mac schiebt man den Datenträger ins Laufwerk und der Inhalt erscheint automatisch auf dem Desktop. Eigentlich nicht so viel anders als bei Windows, nur dass die Laufwerke dort unter "Arbeitsplatz" angezeigt werden und Laufwerksbuchstaben nicht verschwinden, wenn das Laufwerk gerade leer ist. Selbstverständlich zeigen beide Systeme die Datenträger auch im Explorer bzw. Finder an.
Bei den ersten DVDs ging das ohne Probleme. Disk eingelegt, kopiert und durch ziehen auf den Papierkorb wieder ausgeworfen.
Dann gab's Probleme: Die Disk wurde zwar eingezogen, es erschien jedoch kein Symbol auf dem Schreibtisch bzw. im Finder.
Unter Windows würde man den Datenträger unter solchen Umständen wahrscheinlich entnehmen und nochmal neu einlegen. Bei Macs geht dieses Vorgehen leider nicht so einfach, denn eine Auswurftaste wird man an den allermeisten Mac-Laufwerken vergebens suchen. Wenn kein Symbol angezeigt wird, kann man auch nichts zum Auswerfen auf den Papierkorb ziehen oder auch nur anklicken.
Die Eject-Taste auf der Tastatur zeigte ebenfalls keine Wirkung. (Wobei ich die noch nie benutzt habe und auch nicht sicher bin, ob sie sich überhaupt auf das DVD-Laufwerk bezieht oder vielleicht was mit der Medienwiedergabe-Steuerung zu tun hat.)
Eine kurze Google-Suche brachte dann das Ergebnis: Man muss den Mac rebooten und während der Startphase die Maustaste gedrückt halten. Dann wirft der Mac alle Datenträger aus... hätte ich auch selbst drauf kommen können...
(Und weil diese Lösung so intuitiv ist, blenden Macs beim Booten auch nur ein Apfellogo ein und keine Hilfe zu den diversen Tastenkombinationen, die man während des Bootvorgangs drücken kann. Da gib's eine ganze Latte, der Start von CD wird z.B. ebenfalls durch eine Taste ausgelöst.)
Zunächst passierte aber nach dem Neustart-Befehl überhaupt nichts. Der Rechner sagte, er würde herunterfahren und blieb dann in diesem Zustand stecken. Auch nach mehreren Minuten keine Reaktion, normalerweise geht dies recht fix.
Ich habe den Mac dann irgendwann durch gedrückthalten des Power-Schalters aus- und wieder eingeschaltet (immerhin das klappt wie beim PC). Beim folgenden Bootprozess ließ sich dann zum Glück auch die DVD auswerfen.
Nachdem das System wieder hochgefahren war, habe ich's noch einmal versucht und diesmal wurde die Disk anstandslos kopiert.
Mal gucken, ob solche Probleme noch mal vorkommen. Ich habe heute erstmal das nagelneue Update auf Mac OS X 10.5.7 installiert. Der Download war mit fast 500 MB schon ganz ordentlich, somit ist es wohl am ehesten mit einem Windows-Servicepack vergleichbar. Die erreichen ähnliche Größenordnungen.
Laut dem obigen Heise-Artikel stopft das Update auch eine ganze Reihe böser Sicherheitslöcher, die Installation ist also dringend zu empfehlen wenn man einen Original-Mac besitzt.
Wer Mac OS mit Hacks auf einem normalen (jedoch Mac-ähnlichem) PC einsetzt, sollte sich das Update überlegen, denn die Gültigkeitsprüfung der Hardware soll durch das Update erheblich verschärft werden.
Nachdem ich in diesem Blog schon einige Male über Videoschnitt am PC geflucht hatte, habe ich vor ein paar Tagen selbiges am Mac getestet. Ich wollte für einen Freund eine digital über DVB-C aufgenommene Fernsehsendung schneiden und auf eine DVD brennen.
Der Mac bringt dazu iMovie (Schnitt) und iDVD (DVD-Authoring) direkt ab Werk als Teil des iLife-Programmpaketes mit. Funktional scheinen beide Programme wohl ungefähr dem bei Windows mitgelieferten Movie Maker zu entsprechen.
Zur Bedienung kann ich leider nicht viel sagen. Da die MPEG2-kodierten Rohdaten von iMove nicht gelesen werden konnten, war der Test zu Ende, bevor ich überhaupt irgendwas schneiden konnte. Standardformate wie MPEG2 sind absolutes Pflichtprogramm; ein Schnittprogramm, das damit nicht umgehen kann, ist weitestgehend unbrauchbar. iMove scheint dagegen nur auf QuickTime- und DV-Material ausgelegt zu sein. Dicker Minuspunkt.
Ich habe den Film dann mit Premiere Elements unter Windows geschnitten. Ein Vergleich von iMovie/iDVD mit Premiere Elements wäre natürlich extrem unfair, da Premiere alleine mehr kostet als das komplette iLife-Paket kosten würde, wenn man es einzeln kaufen und nicht zusammen mit einem Mac erstehen würde. Ich habe daher zum Schluss auch noch mal probiert, die Dateien mit dem Windows Movie Maker zu laden, was gar kein Problem war. Microsoft scheint seine Hausaufgaben, zumindest was das angeht, deutlich besser als Apple gemacht zu haben.
Mein Münchener Macintologe meinte, dass man wohl viele CODECs unter MacOS nachrüsten könne. Wenn ich Zeit habe, probiere ich das vielleicht mal. Ob ein CODEC reicht, damit iMovie den Film schneiden kann, halte ich allerdings für fraglich.
Nun muss ich aber erstmal ins Bett... diese Nacht leider wieder alleine. :-(
Freitag, 24. April 2009
"Stopp den Kinderpornos! Mehr als Wahlkampf?"
Ich habe über Twitter einen Link auf die Aufzeichnung einer Talkshow bei n-tv bekommen, in dem noch einmal alle Argumente zur Zensurdebatte zusammengefasst werden und verschiedene Interessenvertreter zu Wort kommen:
"Stopp den Kinderpornos! Mehr als Wahlkampf?" bei n-tv.de
Sehr empfehlenswert!
"Stopp den Kinderpornos! Mehr als Wahlkampf?" bei n-tv.de
Sehr empfehlenswert!
Mythos Mac
Ich genieße gerade die letzten Reste meines Urlaub und erkunde ein wenig die Möglichkeiten des Twitter-Universums.
Wenn man nicht nur eigene Statusmeldungen postet, sondern auch ein wenig mit den anderen Leuten interagiert, kommt man recht schnell recht tief in ein dichtes Geflecht aus sozialen Beziehungen hinein und gelangt von einem User zum nächsten.
Einer der User hat mich auch auf einen Blogeintrag hingewiesen, wie ich meine Webcam von zur Zeit Windows Media auf Flash umstellen kann. Ich werde mir das mal genauer ansehen, denn Flash ist deutlich verbreiteter als WM, aber ich muss erstmal die passende Software als Vista-Portierung auftreiben. Vorzugsweise in einer 64-Bit-Version.
Im selben Blog gibt es übrigens auch ein sehr böses Video zu Twitter. Die Realität ist natürlich längst nicht so düster wie in der Satire, aber zumindest in einem Punkt könnte das Video recht haben: Ich habe auch den Eindruck, dass sehr viele vom Arbeitsplatz aus twittern. Zumindest scheint nach Büroschluss weniger los zu sein. Aber das kann man vielleicht nicht verallgemeinern...
Um die Twitterfeeds besser im Blick zu behalten, habe ich mir diese Woche eine Desktopanwendung namens TweetDeck installiert. Auf der Twitterseite selbst wird es doch recht schnell unübersichtlich. Und man muss ständig Reload klicken.
TweetDeck benutzt das Adobe AIR-Framework, das die Software ähnlich einem Java-Programm plattformübergreifend lauffähig macht.
Darüber, ob es neben Java noch einen weiteren Standard für Web-Applikationen braucht, kann man sicherlich streiten. Die Idee eines plattformübergreifenden Applikationsstandards ist dagegen sicherlich nicht verkehrt.
Auf meinem Twitter-Erkundungstrip scheine ich mitten im Zentrum der Mac-Welt gelandet zu sein... Mac-User so weit das Auge reicht.
Ich habe mir daher überlegt, ob ich den jüngsten Kontakt mit der Mac-Welt nicht zum Anlass nehmen sollte, ein seit längerem geplantes Projekt wieder auszugraben: Einen objektiven Vergleichstest zwischen PC und Mac.
Wenn man im Internet nach den Unterschieden zwischen Mac und PC sucht, stößt man fast immer nur auf Glaubenskriege: Die einen loben Apple in den Himmel, so dass einem fast schlecht wird, die anderen verdammen den Mac und MacOS in die Hölle.
Ein fairer Vergleich ist Fehlanzeige. Selbst der Vergleichstest der c't (siehe Heft 21/2008) war offenbar von einem bekennenden Macintologen geschrieben worden und fiel damit eher in die erstgenannte Kategorie.
Was ist also am Mythos Mac dran?
Um das rauszufinden schwebt mir ein Test vor, bei dem ich versuche, PC und Mac einmal auf Grundlage meiner Anforderungen zu vergleichen und zu testen, ob ein Mac in der Lage ist, alle Aufgaben zu übernehmen, die jetzt mein PC erfüllt, ohne dass ich dafür komplett neue Peripherie kaufen muss. Dies schließt selbstverständlich auch Firmware-Updates diverser Geräte (z.B. Handy) und Datenübernahme mit ein, es soll kein einfaches DAU-Szenario sein, in dem es nur um ein wenig Texte tippen und surfen geht. (Und eine Parallelinstallation von Windows oder Linux zählt selbstverständlich auch nicht als Lösung!)
Bisher ist alles nur eine Idee, aber vielleicht konkretisiert sie sich ja noch durch ein paar Kommentare hier im Blog *wink*.
Sollte ich das Projekt starten gilt es eine Liste der Anforderungen aufzustellen und schließlich auch einen Mac zu besorgen. Da mir der Idealismus des Project Mac fehlt, mir einen zusammenzuschnorren, werde ich dafür dann wohl mal ein Budget für einen Mac Mini bereitstellen müssen...
Wenn man nicht nur eigene Statusmeldungen postet, sondern auch ein wenig mit den anderen Leuten interagiert, kommt man recht schnell recht tief in ein dichtes Geflecht aus sozialen Beziehungen hinein und gelangt von einem User zum nächsten.
Einer der User hat mich auch auf einen Blogeintrag hingewiesen, wie ich meine Webcam von zur Zeit Windows Media auf Flash umstellen kann. Ich werde mir das mal genauer ansehen, denn Flash ist deutlich verbreiteter als WM, aber ich muss erstmal die passende Software als Vista-Portierung auftreiben. Vorzugsweise in einer 64-Bit-Version.
Im selben Blog gibt es übrigens auch ein sehr böses Video zu Twitter. Die Realität ist natürlich längst nicht so düster wie in der Satire, aber zumindest in einem Punkt könnte das Video recht haben: Ich habe auch den Eindruck, dass sehr viele vom Arbeitsplatz aus twittern. Zumindest scheint nach Büroschluss weniger los zu sein. Aber das kann man vielleicht nicht verallgemeinern...
Um die Twitterfeeds besser im Blick zu behalten, habe ich mir diese Woche eine Desktopanwendung namens TweetDeck installiert. Auf der Twitterseite selbst wird es doch recht schnell unübersichtlich. Und man muss ständig Reload klicken.
TweetDeck benutzt das Adobe AIR-Framework, das die Software ähnlich einem Java-Programm plattformübergreifend lauffähig macht.
Darüber, ob es neben Java noch einen weiteren Standard für Web-Applikationen braucht, kann man sicherlich streiten. Die Idee eines plattformübergreifenden Applikationsstandards ist dagegen sicherlich nicht verkehrt.
Auf meinem Twitter-Erkundungstrip scheine ich mitten im Zentrum der Mac-Welt gelandet zu sein... Mac-User so weit das Auge reicht.
Ich habe mir daher überlegt, ob ich den jüngsten Kontakt mit der Mac-Welt nicht zum Anlass nehmen sollte, ein seit längerem geplantes Projekt wieder auszugraben: Einen objektiven Vergleichstest zwischen PC und Mac.
Wenn man im Internet nach den Unterschieden zwischen Mac und PC sucht, stößt man fast immer nur auf Glaubenskriege: Die einen loben Apple in den Himmel, so dass einem fast schlecht wird, die anderen verdammen den Mac und MacOS in die Hölle.
Ein fairer Vergleich ist Fehlanzeige. Selbst der Vergleichstest der c't (siehe Heft 21/2008) war offenbar von einem bekennenden Macintologen geschrieben worden und fiel damit eher in die erstgenannte Kategorie.
Was ist also am Mythos Mac dran?
Um das rauszufinden schwebt mir ein Test vor, bei dem ich versuche, PC und Mac einmal auf Grundlage meiner Anforderungen zu vergleichen und zu testen, ob ein Mac in der Lage ist, alle Aufgaben zu übernehmen, die jetzt mein PC erfüllt, ohne dass ich dafür komplett neue Peripherie kaufen muss. Dies schließt selbstverständlich auch Firmware-Updates diverser Geräte (z.B. Handy) und Datenübernahme mit ein, es soll kein einfaches DAU-Szenario sein, in dem es nur um ein wenig Texte tippen und surfen geht. (Und eine Parallelinstallation von Windows oder Linux zählt selbstverständlich auch nicht als Lösung!)
Bisher ist alles nur eine Idee, aber vielleicht konkretisiert sie sich ja noch durch ein paar Kommentare hier im Blog *wink*.
Sollte ich das Projekt starten gilt es eine Liste der Anforderungen aufzustellen und schließlich auch einen Mac zu besorgen. Da mir der Idealismus des Project Mac fehlt, mir einen zusammenzuschnorren, werde ich dafür dann wohl mal ein Budget für einen Mac Mini bereitstellen müssen...
Dienstag, 21. April 2009
30
Schon wieder fast eine Woche ohne neuen Blogeintrag... eigentlich wollte ich schon vor ein paar Tagen was zum Beginn der Internetzensur in Deutschland (und wieso das ganze so unsinnig ist) schreiben. Aber irgendwie habe ich im Moment keine Lust.
Eigentlich wollte ich heute auch noch eine Radtour zum Unisee machen, aber auch dazu kann ich mich im Moment nicht so recht aufraffen.
Genau genommen, kann ich mich eigentlich gerade zu gar nichts motivieren.
Vielleicht liegt's daran, dass ich mich irgendwie gerade ziemlich alt fühle... es ist sommerlich warm, überall laufen heiße Jungs rum, mit denen ich nun aber nicht mal mehr die erste Ziffer des Alters gemeinsam habe.
Willkommen in der Midlife Crisis...
Von Beileidsbekundungen bitte ich abzusehen.
Eigentlich wollte ich heute auch noch eine Radtour zum Unisee machen, aber auch dazu kann ich mich im Moment nicht so recht aufraffen.
Genau genommen, kann ich mich eigentlich gerade zu gar nichts motivieren.
Vielleicht liegt's daran, dass ich mich irgendwie gerade ziemlich alt fühle... es ist sommerlich warm, überall laufen heiße Jungs rum, mit denen ich nun aber nicht mal mehr die erste Ziffer des Alters gemeinsam habe.
Willkommen in der Midlife Crisis...
Von Beileidsbekundungen bitte ich abzusehen.
Freitag, 10. April 2009
Stupidize Me
Gerade eben habe ich Super Size Me gesehen, was gestern auf arte lief. (Wiederholung: Morgen um 15:40)
Ein paar der Interviews sind ganz interessant, aber ich verstehe nicht so ganz, wieso dieser Film so gute Kritiken bekommen hat. Das Experiment, um das es in dem Film geht, halte ich für äußerst schwachsinnig: Es wurde bewiesen, dass es ungesund ist, sich über die Übelkeitsgrenze hinaus dreimal täglich mit McDonalds-Produkten vollzustopfen und dabei auch zwangsweise Supersize-Portionen zu essen, sofern diese von der Bedienung angeboten werden.
Ich warte nun auf das spannende Gegenexperiment: Was passiert, wenn sich ein Mensch jeden Tag bis zum Erbrechen mit Salat vollstopft?
Schon Paracelsus, der olle Quacksalber, erkannte 1538: "Allein die Dosis macht das Gift."
Ich gönne mir nun erstmal eine große Portion Würzspinat mit Pfeffer und Röstzwiebeln... extrem lecker, den Folgetag sollte man sich von offenen Zündquellen allerdings besser fernhalten.
Ein paar der Interviews sind ganz interessant, aber ich verstehe nicht so ganz, wieso dieser Film so gute Kritiken bekommen hat. Das Experiment, um das es in dem Film geht, halte ich für äußerst schwachsinnig: Es wurde bewiesen, dass es ungesund ist, sich über die Übelkeitsgrenze hinaus dreimal täglich mit McDonalds-Produkten vollzustopfen und dabei auch zwangsweise Supersize-Portionen zu essen, sofern diese von der Bedienung angeboten werden.
Ich warte nun auf das spannende Gegenexperiment: Was passiert, wenn sich ein Mensch jeden Tag bis zum Erbrechen mit Salat vollstopft?
Schon Paracelsus, der olle Quacksalber, erkannte 1538: "Allein die Dosis macht das Gift."
Ich gönne mir nun erstmal eine große Portion Würzspinat mit Pfeffer und Röstzwiebeln... extrem lecker, den Folgetag sollte man sich von offenen Zündquellen allerdings besser fernhalten.
Montag, 30. März 2009
Re: Ist jeder Schwule schwul?
Gerade lese ich bei Impi einen Blogeintrag mit dem Thema "Ist jeder Schwule schwul?" und ich muss sagen, dass ich mich darüber doch ein wenig wundere, um nicht zu sagen ärgere.
Da ich in dem Eintrag auch noch falsch zitiert werde, möchte ich an dieser Stelle mal eine Stellungnahme bzw. Richtigstellung schreiben:
In dem geschilderten Fall kommen mehrere "schockierende" Aspekte zusammen, die man nicht in einen Topf werfen sollte:
Erstens geht es um einen alten Mann. 'Alte Menschen und Sexualität' ist generell ein schwieriges Thema und vielen alten Leuten wird von der jüngeren Generation kaum eine eigene Sexualität zugestanden. Nach den heutigen Normen sollen alte Menschen die lieben, verständnisvollen Großeltern sein, deren Erfüllung ausschließlich darin besteht, Briefmarken zu sammeln und mit ihren Enkeln zu spielen.
Zweitens: Der Mann ist ein Anhänger der SM-Lederszene, welche immer noch sehr kritisch beäugt wird. Wer mit SM noch nie in Berührung gekommen ist, mag im ersten Moment einen Schreck bekommen. Ich stecke in der SM-Szene auch nicht so tief drin, aber ich kann dennoch sagen, dass das alles nicht so schlimm ist, wie es auf den ersten Blick aussehen mag. Auch die Gründe dafür sind bei näherer Betrachtung durchaus nachvollziehbar.
SM ist im Übrigen auch keine schwule Erfindung, diese Spielart wird ebenso in heterosexuellen Kreisen praktiziert. Und auch da ist der Skandal groß, wenn Details in die Öffentlichkeit dringen, wie man z.B. im Skandal um FIA-Präsident Mosley sehen konnte (was an den Nazigeschichten dran war, vermag ich nicht zu beurteilen).
Dass Schwule mit ihrer Sexualität offener umgehen als die meisten Heteros, ist wohl unstrittig. Irgend eine böse Zunge hat mal gesagt, dass Schwule so seien wie Heteros gerne wären, wäre da nicht der "Bremsklotz Frau". Das ist natürlich überspitzt formuliert, aber im Kern denke ich schon zutreffend.
Wenn Impi mit dem Thema noch keine Berührungspunkte hatte, kann ich schon verstehen, wenn ihn der Anblick so vieler Tabus auf einmal schockiert. Eins muss jedoch klar gesagt werden: GayRomeo ist ein Chat für volljährige schwule Männer. Kinder und Jugendliche haben dort keinen Zutritt und es gibt dort Foren zu wirklich jedem Thema, Von allen möglichen Fernsehserien über diverse Hobbys (z.B. auch Geocaching oder Amateurfunk) über philosophische Themen bis hin zu Hardcore-Sex deckt die Plattform so ziemlich die gesamte Bandbreite menschlichen Lebens ab.
Drittens: Der Mann ist schwul. Das ist aber in meinen Augen der unwichtigste Aspekt, denn in der Einsamkeit sind alle Menschen gleich.
Die Frage nach einer schwulen Beziehung als "Easy Mode" einer heterosexuellen Beziehung offenbart in meinen Augen ein großes Unverständnis der Zusammenhänge, denn es impliziert eine Wahlmöglichkeit, die es nicht gibt. Es mag für Schwule einfacher sein, Sex zu finden als für einen Hetero. Aber jemandem, der von Männern nicht erregt wird, hilft das auch nicht weiter.
Sex ist zudem keine Liebe. Wer mehr als reine Triebbefriedigung sucht, hat es als Schwuler auch nicht einfacher als ein Hetero.
Schwerer möglicherweise schon, aber nicht, weil Schwule nicht so "liebesfähig" sind, sondern weil die "Schwulenkonzentration" niedriger ist. Wenn nur rund 5-10% der Bevölkerung überhaupt als potentielle Partner in Frage kommen (so hoch liegt der geschätzte durchschnittliche Anteil Schwuler an der (männlichen) Gesamtbevölkerung), macht das die Sache schon rein statistisch nicht gerade einfacher. In diesem 5-10%-Fenster spielt sich dann genau das selbe Schauspiel ab, das man auch im Heterolager findet.
Nebenbei bemerkt ist ein schwuler Lebensweg immer noch mit gesellschaftlichen Problemen verbunden und ein Coming-Out (sowohl das innere, als auch das äußere) kostet immer noch eine Menge Kraft. Wer eine schwule Beziehung führt, geht also wohl kaum den Weg des geringsten Widerstandes.
Die Gay-Szene hat sich lediglich das Konzept der Freien Liebe erhalten. Das gab's auch in Heterokreisen schon, wurde jedoch von religiösen Eiferern wieder zurückgedrängt.
Einen Unterschied gibt es jedoch zwischen schwulen und heterosexuellen Chatplattformen: Die Schwulen sind deutlich besser organisiert. GayRomeo ist so was wie der Quasi-Standard, weshalb die Seite auch "schwules Einwohnermeldeamt" oder "die blauen Seiten" (in Anlehnung an die gelben Seiten) genannt wird. Im Heterobereich gibt es mehr unabhängige Seiten, was angesichts der Anzahl der Chatter auch nicht wirklich verwunderlich ist. Selbst GayRomeo hat immer wieder Ausfälle weil die Server dem Ansturm einfach nicht gewachsen sind.
(Gay-)Parship ist übrigens tatsächlich ein wenig "elitärer". Dort hat mich bisher noch keiner nach schnellem Sex gefragt, statt dessen habe ich mit so vielen Doktoranden gechattet wie schon lange nicht mehr. (Das heißt nicht, dass auf der Plattform nur Doktoren registriert sind, aber das System hat offenbar richtig erkannt, dass ich eher jemanden mit etwas mehr in der Birne suche. Einen Doktortitel setzte ich aber natürlich nicht voraus. Aber das nur am Rande, das Thema bekommt wahrscheinlich noch mal einen eigenen Blogeintrag.)
Ich denke nicht, dass Schwule vor der Verantwortung weglaufen wollen, sondern dass die Menschen von Heute generell mit dem Stress und den Anforderungen der modernen Arbeitswelt überfordert sind und die zunehmende Forderung nach ständiger Flexibilität in allen Lebensbereichen hier ihren Tribut fordert.
Ich glaube aber wie gesagt nicht, dass es Schwule diesbezüglich einfacher haben. Schnelle Triebbefriedigung ist das eine, aber Wärme und Geborgenheit etwas ganz anderes. Ein Wechsel des Ufers (sofern es denn ginge) würde Deine Probleme also sehr wahrscheinlich nicht lösen.
Was mich an Deinem Blogeintrag aufregt ist, dass Du Dich mehrere Stunden in einen schwulen Chat einloggst und die gesammelten Eindrücke nutzt, um in einem Blogeintrag halbgare Thesen vom Stapel zu lassen.
Ich habe nichts dagegen, wenn Du mal in die schwule Welt reinguckst. Ganz im Gegenteil, ich finde es gut und wichtig, auch mal über den eigenen Tellerrand zu gucken. Aber nicht zuletzt, weil Du ein Kennenlern-Treffen mit mir wiederholt abgelehnt hast, drängt sich mir der Eindruck auf, dass Du an einem tieferen Verständnis meiner und der schwulen Lebensweise im Allgemeinen gar nicht ernsthaft interessiert bist. Wenn Du schon mehrere Stunden in einem schwulen Chat verbracht hast, hättest Du zumindest die Chance nutzen können, ein paar der anderen Chatter zu interviewen und vielleicht dadurch zu einem tieferen Verständnis der schwulen Kultur zu kommen.
Nach diesem Blogeintrag und Deinen Kommentaren zum Parship-Eintrag denke ich erst recht, dass wir uns mal treffen sollten. Wenn ein Heteromann sich nicht mit mir auf eine Cola zu einem unverbindlichen Kennenlernen treffen mag, weil er Angst hat, damit emotional nicht klarzukommen und dieser Mann kurze kurze Zeit später mehrere Stunden in einem schwulen Chat verbringt, dann mache ich mir absolut keine Sorgen, dass wir uns bei dem Treffen nichts zu erzählen hätten...
An dieser Stelle ist aber wohl der Punkt gekommen, an dem diese Diskussion nicht mehr in einem öffentlichen Blog geführt werden sollte. Wenn Du ein Interesse an einer offenen Diskussion hast, kannst Du Dich ja per Email bei mir melden.
Da ich in dem Eintrag auch noch falsch zitiert werde, möchte ich an dieser Stelle mal eine Stellungnahme bzw. Richtigstellung schreiben:
"Die Profile dort sind sehr unterschiedlich und es wäre albern, jetzt irgendwelche grundsätzlichen Aussagen zu treffen. Was mich aber tief getroffen hat waren Profile von oft älteren Herren, die in Lederanzügen posierten und wo im ganzen Profil ein tiefer Ausdruck von Einsamkeit durchdrang."Es mag durchaus sein, dass diese Menschen einsam sind. Wenn man mal ehrlich ist, sind doch die meisten Menschen in der heutigen Zeit auf die eine oder andere Art einsam. Aber das hat nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun.
In dem geschilderten Fall kommen mehrere "schockierende" Aspekte zusammen, die man nicht in einen Topf werfen sollte:
Erstens geht es um einen alten Mann. 'Alte Menschen und Sexualität' ist generell ein schwieriges Thema und vielen alten Leuten wird von der jüngeren Generation kaum eine eigene Sexualität zugestanden. Nach den heutigen Normen sollen alte Menschen die lieben, verständnisvollen Großeltern sein, deren Erfüllung ausschließlich darin besteht, Briefmarken zu sammeln und mit ihren Enkeln zu spielen.
Zweitens: Der Mann ist ein Anhänger der SM-Lederszene, welche immer noch sehr kritisch beäugt wird. Wer mit SM noch nie in Berührung gekommen ist, mag im ersten Moment einen Schreck bekommen. Ich stecke in der SM-Szene auch nicht so tief drin, aber ich kann dennoch sagen, dass das alles nicht so schlimm ist, wie es auf den ersten Blick aussehen mag. Auch die Gründe dafür sind bei näherer Betrachtung durchaus nachvollziehbar.
SM ist im Übrigen auch keine schwule Erfindung, diese Spielart wird ebenso in heterosexuellen Kreisen praktiziert. Und auch da ist der Skandal groß, wenn Details in die Öffentlichkeit dringen, wie man z.B. im Skandal um FIA-Präsident Mosley sehen konnte (was an den Nazigeschichten dran war, vermag ich nicht zu beurteilen).
Dass Schwule mit ihrer Sexualität offener umgehen als die meisten Heteros, ist wohl unstrittig. Irgend eine böse Zunge hat mal gesagt, dass Schwule so seien wie Heteros gerne wären, wäre da nicht der "Bremsklotz Frau". Das ist natürlich überspitzt formuliert, aber im Kern denke ich schon zutreffend.
Wenn Impi mit dem Thema noch keine Berührungspunkte hatte, kann ich schon verstehen, wenn ihn der Anblick so vieler Tabus auf einmal schockiert. Eins muss jedoch klar gesagt werden: GayRomeo ist ein Chat für volljährige schwule Männer. Kinder und Jugendliche haben dort keinen Zutritt und es gibt dort Foren zu wirklich jedem Thema, Von allen möglichen Fernsehserien über diverse Hobbys (z.B. auch Geocaching oder Amateurfunk) über philosophische Themen bis hin zu Hardcore-Sex deckt die Plattform so ziemlich die gesamte Bandbreite menschlichen Lebens ab.
Drittens: Der Mann ist schwul. Das ist aber in meinen Augen der unwichtigste Aspekt, denn in der Einsamkeit sind alle Menschen gleich.
"Mir stellte sich da zwangsläufig die Frage, ob Homosexualität nicht auch eine Art „Ausweichen“ sein kann, wenn man(n) von der heterosexuellen Liebe überfordert oder enttäuscht ist?"Dieser Absatz ist - vorsichtig ausgedrückt - ziemlicher Schwachsinn. Ich habe ziemlich tiefen Einblick sowohl in heterosexuelle als auch in schwule Beziehungen und deren Sexleben, somit kann ich mit absoluter Sicherheit sagen, dass es keine heterosexuelle oder schwule Liebe gibt. Es gibt einfach nur Liebe, und die ist in allen Fällen ziemlich gleich, egal ob man auf blond oder braun, Männer oder Frauen steht. In allen Fällen ist die Liebe mit den gleichen Problemen, Chancen und Freuden verbunden.
Die Frage nach einer schwulen Beziehung als "Easy Mode" einer heterosexuellen Beziehung offenbart in meinen Augen ein großes Unverständnis der Zusammenhänge, denn es impliziert eine Wahlmöglichkeit, die es nicht gibt. Es mag für Schwule einfacher sein, Sex zu finden als für einen Hetero. Aber jemandem, der von Männern nicht erregt wird, hilft das auch nicht weiter.
Sex ist zudem keine Liebe. Wer mehr als reine Triebbefriedigung sucht, hat es als Schwuler auch nicht einfacher als ein Hetero.
Schwerer möglicherweise schon, aber nicht, weil Schwule nicht so "liebesfähig" sind, sondern weil die "Schwulenkonzentration" niedriger ist. Wenn nur rund 5-10% der Bevölkerung überhaupt als potentielle Partner in Frage kommen (so hoch liegt der geschätzte durchschnittliche Anteil Schwuler an der (männlichen) Gesamtbevölkerung), macht das die Sache schon rein statistisch nicht gerade einfacher. In diesem 5-10%-Fenster spielt sich dann genau das selbe Schauspiel ab, das man auch im Heterolager findet.
Nebenbei bemerkt ist ein schwuler Lebensweg immer noch mit gesellschaftlichen Problemen verbunden und ein Coming-Out (sowohl das innere, als auch das äußere) kostet immer noch eine Menge Kraft. Wer eine schwule Beziehung führt, geht also wohl kaum den Weg des geringsten Widerstandes.
"Im schwulen Milieu geht das Anbandeln ja oft unkomplizierter von statten, herrscht sozusagen keine Etikette und das Balzritual ist leichter und öfter auf Sex ausgerichtet."Männer interessieren sich nun mal besonders für Sex, das gilt auch für Heteros. Guck Dir doch mal Filme wie American Pie an. Oder hör Dir Porno-Rap an. Da dreht sich auch alles nur um Sex, am besten mit mehreren Mädels gleichzeitig.
Die Gay-Szene hat sich lediglich das Konzept der Freien Liebe erhalten. Das gab's auch in Heterokreisen schon, wurde jedoch von religiösen Eiferern wieder zurückgedrängt.
"Und auch wenn im schwulen Netz viele „Faker“ ihr Unwesen treiben, wie Lars derzeit in seinem Blog betont"Das habe ich so nie gesagt! Ich sprach vom Internet allgemein. Ich sehe das auch nicht als schwules Problem an. Es ist ein allgemeines gesellschaftliches Problem, dass die scheinbare Anonymität im Netz die Nutzer zu allerlei Blödsinn verleitet. In heterosexuellen Chats gibt es auch genügend Leute, die sich für jemand anders ausgeben und z.B. einen Klassenkameraden verarschen, in dem sie sich als Frau ausgeben und mit ihm flirten, um das Chatlog dann weiterzuverteilen. Guck mal bei Heise, was da alles über Mobbing bei SchülerVZ und MySpace steht.
Einen Unterschied gibt es jedoch zwischen schwulen und heterosexuellen Chatplattformen: Die Schwulen sind deutlich besser organisiert. GayRomeo ist so was wie der Quasi-Standard, weshalb die Seite auch "schwules Einwohnermeldeamt" oder "die blauen Seiten" (in Anlehnung an die gelben Seiten) genannt wird. Im Heterobereich gibt es mehr unabhängige Seiten, was angesichts der Anzahl der Chatter auch nicht wirklich verwunderlich ist. Selbst GayRomeo hat immer wieder Ausfälle weil die Server dem Ansturm einfach nicht gewachsen sind.
(Gay-)Parship ist übrigens tatsächlich ein wenig "elitärer". Dort hat mich bisher noch keiner nach schnellem Sex gefragt, statt dessen habe ich mit so vielen Doktoranden gechattet wie schon lange nicht mehr. (Das heißt nicht, dass auf der Plattform nur Doktoren registriert sind, aber das System hat offenbar richtig erkannt, dass ich eher jemanden mit etwas mehr in der Birne suche. Einen Doktortitel setzte ich aber natürlich nicht voraus. Aber das nur am Rande, das Thema bekommt wahrscheinlich noch mal einen eigenen Blogeintrag.)
"ich stelle einfach mal unwissend die Behauptung auf: Es gibt nicht wenige Schwule, die statt Verantwortung nur den schnellen Sex suchen. Damit mag ich mich irren, damit will ich niemanden verurteilen, damit will ich im Grunde auch gar nicht über Schwule schreiben."Warum? Weil nicht alle eine Familie gründen und Kinder zeugen? Auch diese schwulen Paare gibt es. Und auch bei Heteropaaren sind die Zahlen eher rückläufig.
Ich denke nicht, dass Schwule vor der Verantwortung weglaufen wollen, sondern dass die Menschen von Heute generell mit dem Stress und den Anforderungen der modernen Arbeitswelt überfordert sind und die zunehmende Forderung nach ständiger Flexibilität in allen Lebensbereichen hier ihren Tribut fordert.
"Zwei Dinge sind es, die mir daran am Herzen liegen. Zum einen – und dafür benötigt es kaum mehr Empathie als die eines Bauzaunes, fühle ich selber mich durch die sublimen Normen überfordert, die ich einhalten muss, um das zu bekommen, was ich zum Überleben brauche: Wärme."Klingt, als wenn der Neid die Feder geführt hat. Ich nehme es mal als Kompliment.
Ich glaube aber wie gesagt nicht, dass es Schwule diesbezüglich einfacher haben. Schnelle Triebbefriedigung ist das eine, aber Wärme und Geborgenheit etwas ganz anderes. Ein Wechsel des Ufers (sofern es denn ginge) würde Deine Probleme also sehr wahrscheinlich nicht lösen.
"Zum anderen aber geht es mir auch um den bewussten Tabubruch. Es ist doch absurd, das hierzulande jeder jeden am liebsten wegen jeder kleinen Krise zum Psychologen schicken möchte, bei sexuellen Normabweichungen aber sofort überschwänglich betont wird, das doch alles erlaubt sei, was den Beteiligten Spaß macht."Ist dem so? Ist mir bisher nicht aufgefallen.
"Aber – ist es nicht genau dieses „nicht mehr hinterfragen“-wollen und dürfen, das den Weg ebnet für Intoleranz und Hass, das Tür und Tor für religiöse Spinner öffnet, die Schwule neuerdings von ihrer Krankheit heilen wollen?"Man darf alles hinterfragen und ich bin ganz allgemein ein Gegner von Tabus und ein Befürworter von offenen Gesprächen. Es gibt meiner Ansicht nach nichts gefährlicheres als Halbwissen. Der Halbwissende glaubt etwas zu wissen, obwohl er in Wirklichkeit keine Ahnung hat und das verleitet ihn zu Schlussfolgerungen, die auf den ersten Blick logisch klingen und daher auch andere Halbwissende überzeugen, bei näherer Betrachtung jedoch falsch sind. Ich denke, gerade der Islam hat damit sehr stark zu kämpfen. Aber dieses Schema findet man eigentlich überall.
Was mich an Deinem Blogeintrag aufregt ist, dass Du Dich mehrere Stunden in einen schwulen Chat einloggst und die gesammelten Eindrücke nutzt, um in einem Blogeintrag halbgare Thesen vom Stapel zu lassen.
Ich habe nichts dagegen, wenn Du mal in die schwule Welt reinguckst. Ganz im Gegenteil, ich finde es gut und wichtig, auch mal über den eigenen Tellerrand zu gucken. Aber nicht zuletzt, weil Du ein Kennenlern-Treffen mit mir wiederholt abgelehnt hast, drängt sich mir der Eindruck auf, dass Du an einem tieferen Verständnis meiner und der schwulen Lebensweise im Allgemeinen gar nicht ernsthaft interessiert bist. Wenn Du schon mehrere Stunden in einem schwulen Chat verbracht hast, hättest Du zumindest die Chance nutzen können, ein paar der anderen Chatter zu interviewen und vielleicht dadurch zu einem tieferen Verständnis der schwulen Kultur zu kommen.
Nach diesem Blogeintrag und Deinen Kommentaren zum Parship-Eintrag denke ich erst recht, dass wir uns mal treffen sollten. Wenn ein Heteromann sich nicht mit mir auf eine Cola zu einem unverbindlichen Kennenlernen treffen mag, weil er Angst hat, damit emotional nicht klarzukommen und dieser Mann kurze kurze Zeit später mehrere Stunden in einem schwulen Chat verbringt, dann mache ich mir absolut keine Sorgen, dass wir uns bei dem Treffen nichts zu erzählen hätten...
An dieser Stelle ist aber wohl der Punkt gekommen, an dem diese Diskussion nicht mehr in einem öffentlichen Blog geführt werden sollte. Wenn Du ein Interesse an einer offenen Diskussion hast, kannst Du Dich ja per Email bei mir melden.
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