Sonntag, 29. April 2007

Apollo 13 auf LSD

Der gestrige Tag lässt sich in vier Wörtern prägnant zusammenfassen: Außer Spesen nix gewesen.

Nach meiner ursprünglichen Planung wollte ich mich mit einer neuen alten Chatbekanntschaft treffen und mich bei diesem schönen Wetter ein wenig in die Sonne legen. Ich hatte vor längerer Zeit schon mal mit ihm gechattet, hatte dann aber lange nichts mehr von ihm gehört. Vor ein paar Tagen tauchte er dann wieder auf und wir haben ganz nett gechattet, so dass wir uns eigentlich gestern mal treffen wollten. Beim Abgleich der Daten tauchten dann allerdings die ersten Widersprüche auf: Er hatte mir damals einen anderen Namen genannt und konnte bzw. wollte mir das auch nicht erklären. Statt dessen hat er es vorgezogen, sich wieder zu verdünnisieren... mal sehen ob ich nochmal was von ihm höre.

Codi hat recht, Jungs sind wirklich kompliziert.

Gestern am frühen Nachmittag rief dann ein Freund an und fragte mich, ob ich nicht mit zum Shoppen, ins Kino und auf eine Party in Oldenburg kommen wollte. Da meine Planung dahin war, sagte ich zu und so sind wir dann nach dem Shoppen noch zu einem weiteren Freund und mit dem ins Kino gefahren.

Der Film hieß Sunshine (nicht zu verwechseln mit Little Miss Sunshine!) und lässt sich wohl am besten mit "Apollo 13 auf LSD" beschreiben. Er ist eine Mischung aus SciFi und Horrorfilm und enthält Komponenten aus Apollo 13, 2001 - Odyssey im Weltraum, Die Mumie und Psycho.

Der positiven Kritik bei Filmstarts kann ich mich allerdings nicht anschließen. Ich fand den Film größtenteils langweilig, unlogisch und etwas zu durchgeknallt. Die Charaktere sind allesamt ein wenig seltsam (z.B. nutzt einer das Sonnenobservatorium als Turbobräuner, in dem er die Sonnenblende so weit aufdreht, dass er gerade eben noch nicht getoastet wird), während die Bildgebung mit den teilweise verzerrten Bildern mehr an einen Drogentrip erinnert.

SPOILER START

Vielleicht habe ich den Film aber auch nur nicht richtig verstanden. Vielleicht kann mir ja jemand erklären, wieso

  • es die Leute nicht zerfetzt, wenn sie ohne Raumanzug und nur in ein Stück Wandverkleidung eingewickelt bei -200° ohne vorherige Dekompression quer durch das All geschleudert werden um von einer Andockschleuse zur nächsten zu gelangen.
  • die Bombe innen so leer aussieht, obwohl sie angeblich die kompletten restlichen Uranvorräte der Erde enthalten soll.
  • niemand einen Strahlenschutzanzug braucht, wenn er/sie in der Bombe rumklettert.
  • jemand einen Computer entwickelt, der ständig mit eiskalter Kühlflüssigkeit gekühlt werden muss und sich nicht mal zu Wartungszwecken abschalten lässt, so dass die Arbeiten unter Wasser durchgeführt werden müssen und dafür nicht einmal ein Schutzanzug bereit steht.
Im IMDb-Eintrag heißt es dazu unter Trivia: "Some scientific goofs were specifically left in due to audience expectation e.g. how things move in zero gravity." Das muss es wohl sein.

SPOILER ENDE

Nach dem Film haben wir noch zwei weitere Leute abgeholt und sind dann weiter nach Oldenburg gefahren.

Die Party in Oldenburg hätte ich mir auch sparen können. Ich bin einfach kein Typ für Szeneparties, diese Form der Selbstinszenierung liegt mir irgendwie nicht.

Auf jeden Fall war die Party sehr voll. Am Anfang hatte ich auch noch recht gute Laune, dies änderte sich jedoch mit der Zeit. Überall nur glückliche Pärchen sind auf die Dauer ein ziemlich frustrierender Anblick und am Ende war ich sehr froh, wieder zu Hause zu sein. Weiter gehe ich da mal lieber nicht drauf ein.

Und ich muss sagen, ein Rauchverbot in Diskotheken hätte durchaus seinen Reiz. Meine Klamotten kann ich nach einem Partybesuch regelmäßig in die Wäsche entsorgen, die stinken immer so dermaßen nach Qualm, dass sie nicht mehr tragbar sind bzw. sogar die Raumluft verpesten. Ekelig!

Gestern ist mir auch aufgefallen, dass mein Adressbuch ebenfalls mal wieder einen Frühjahrsputz vertragen könnte: Es haben sich schon wieder viel zu viele Einträge von Leuten angesammelt, bei denen mir der Kontakt zu einseitig ist. Ich mag es nicht, wenn sich Leute nur melden, wenn ich sie explizit anschreibe, nur kurze Antworten zurückkommen oder sich die Planung für ein Treffen über Wochen oder gar Monate hinzieht. Das kann doch nicht so schwer sein! *wink mit bahnschranke*

Überhaupt finde ich unzuverlässige Menschen äußerst anstrengend und langsam frage ich mich, wieso ich mir das eigentlich antue. :-|

Samstag, 28. April 2007

Organe organisieren

So langsam scheint sich der dunkle Schatten über der Musikbranche etwas zu lichten. Die Kopierschutzmauern beginnen zu bröckeln und selbst die großen Plattenfirmen scheinen inzwischen zu erkennen, dass besagte Mauern eher die Kunden auf Distanz halten. Auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung, fehlt also nur noch die längst überfällige Preiskorrektur.

Ich habe die letzten Tage mehrfach versucht, einen Song zu finden, den ich vor kurzem gehört habe. Ich habe leider nur ein paar Fragmente aus dem Text, aber seit sämtliche Lyrics-Seiten im Internet verklagt wurden und es weniger hart bestraft wird, statt dem Songtext gleich die ganze MP3-Datei illegal online zu stellen, ist es gar nicht mehr einfach, via Suchmaschine den Titel und Interpreten zu finden. :-(

Dabei würde ich den Track ja sogar kaufen, wenn ich denn wüsste wie er heißt...

Am besten wäre natürlich eine "Kulturflatrate", mit der sämtliche Urheberrechtsgeschichten im Musik- und vielleicht auch Filmbereich abgegolten wären. Dann würden die oft verteufelten Musiktauschbörsen auch endlich wieder auf einem sicheren Fundament stehen. Zumal die Macher mancher Studien die Funktion der Tauschbörsen noch nicht so recht verstanden zu haben scheinen: Die Technik selbst ist weder gut noch böse und was am Ende dabei heraus kommt, hängt vom Umgang der Nutzer mit dem Medium ab. Daraus eine allgemeine Gefahr für die nationale Sicherheit zu konstruieren, halte ich jedenfalls für etwas weit hergeholt.

Fragwürdiger finde ich dagegen schon das "Organsharing", das der Nationale Ethikrat plant: Da Spenderorgane knapp werden, soll in Zukunft jeder Mensch 'ausgeschlachtet' werden dürfen, wenn er nicht bereits zu Lebzeiten widersprochen hat oder seine Angehörigen eine Organentnahme ablehnen.

Organspenden selbst sind eine gute Sache und unterstützenswert, allerdings sollte eine Spende immer freiwillig geschehen. Freiwillig bedeutet, dass der Spender zu Lebzeiten sein Einverständnis gegeben hat (Opt-In). Das gegenteilige Opt-Out-Verfahren gilt nicht umsonst auch im Marketing-Bereich als unseriös und ist in Deutschland verboten.

Die beste Lösung wäre meiner Ansicht nach eine Verwaltung dieser Daten durch die Einwohnermeldeämter: Diese könnten bei jeder Ausstellung eines neuen Personalausweises nachfragen, ob der Antragsteller mit einer Organspende einverstanden ist und dies ggf. auch gleich im Ausweis vermerken. Dann würde ein separater Organspendeausweis entfallen und im Falle des Falles würde viel Zeit gespart werden: Wenn ein Ausweis mit einer Zustimmung vorliegt, kann sofort operiert werden. Im umgekehrten Fall, bei dem jeder per Default zum Spender wird, muss dagegen erst geprüft werden, ob nicht doch irgendwo ein Widerspruch existiert, der möglichweise beim tödlichen Unfall verloren gegangen ist oder zerstört wurde. Das kostet wertvolle Zeit, die der Organempfänger möglicherweise nicht hat.

Bis es soweit ist, sollte ich beim nächsten Apothekenbesuch wohl auch mal nach einem Spenderausweis fragen. Neben der Rettung von Menschenleben macht so ein Ausweis schließlich auch ein kleines bisschen unsterblicher. (Und wenn ich böse wäre, würde ich noch hinzufügen, dass einige Menschen eine Hirnspende dringend nötig zu haben scheinen... aber ich bin ja nicht böse, außerdem sind solche Spenden vom Transplantationsgesetz nicht gedeckt und auch nicht möglich, da der Hirntod eine zwingende Vorrausetzung für die Organentnahme ist.)

In diesem Sinne: Rest In Pieces.

Donnerstag, 26. April 2007

Goldstücke zum Vernaschen

Die Woche neigt sich ihrem Ende zu und das Wetter ist so ausgezeichnet, dass ich überlege, morgen entweder zum Badesee oder zwecks "Fotosafari" in die City zu fahren. Laut Wetterbericht soll das warme Wetter auch noch ein paar Tage anhalten, so dass sich das verlängerte Wochenende ideal ausnutzen lässt.

Das gestrige Schwimmen steht in den Top-Ten der bisherigen Schwimmbad-Besuche ebenfalls weit oben. Zwar war mein Lieblingsschnuckel gestern nicht anwesend, dafür aber ein ganzes Rudel anderer Jungs, die größtenteils auch recht ansehnlich waren. Und auch mein Formtief von letzter Woche ist überwunden, so dass es nach dem Schwimmen noch beim Wasserball gut zur Sache ging. Wasserball ist eigentlich die falsche Bezeichnung, Schiffe versenken wäre treffender. Beim Wasserball nach den Viktoria-Regeln geht allerdings beides fließend in einander über. (Und damit dürfte dann jetzt auch klar sein, wofür ich vor ein paar Wochen einen Ball gekauft habe.)

Nun werde ich mal gucken, was der Kühl-/Gefrierschrank hergibt. Entweder werde ich schnell zwei Pizza-Baguettes verinnerlichen oder ich mach mir etwas aus Fleischbasis, z.B. eine Hamburger-/Hotdog-Simulation aus Würstchen, Toast, Senf, Ketchup und Gewürzen.

Für letzteres spricht, dass ich endlich mal den neuen extrascharfen Senf probieren möchte, dafür muss der alte allerdings erstmal leer werden.

In der Wikipedia findet sich unter dem Titel "Geschmackliche Schärfe" ein schöner Artikel über die Wirkung von scharfem Essen. So lösen scharfe Gewürze nicht nur einen Schmerz- bzw. Hitzereiz aus und fungieren als Geschmacksverstärker, sondern fördern auch die Durchblutung und senken die Körpertemperatur. Und das Beste: Scharfe Gewürze machen glücklich!

Wem scharfes Essen nicht so liegt, der kann sein Glück auch in der Schokolade suchen. Die macht auf Dauer allerdings ziemlich dick und man sollte aufpassen, dass Waldi, Miezi oder Fury nicht mitnaschen, für die kann Schokolade nämlich tödlich sein.

Ansonsten macht auch der Lebensmittelfarbstoff E 175 glücklich, allerdings nur in größeren Dosen und vorzugsweise in Form von Barren. (Oder man geht schwimmen und guckt sich dort die Goldstücke an, siehe oben.)

Soviel für heute. Vielleicht kommt der nächste Eintrag ja schon via PDA live vom Badestrand?

PS: Kann mir jemand sagen, warum ich so müde bin?

Dienstag, 24. April 2007

Déjà-vu

Sony hat so viele Casino Royale-Blurays, dass sie sie sogar verkaufen müssen.

Und verschenken.

Und wenn dann immer noch welche da sind, werden auch die verschenkt: Heute habe ich noch eine weitere Casino-Bluray bekommen, damit habe ich den Film jetzt in dreifacher Ausführung.

Vielleicht werde ich doch noch mal einen Account bei einem Online-Auktionshaus anlegen müssen?

Sonntag, 22. April 2007

Selfmade-Teleprompter

Beim Recherchieren für eine kleine Fernsehshow im YouTube-Format und Lesen eines Artikels über Harald Schmidts peinlichen Auftritt im heute-journal bin ich auf zwei interessante Seiten zum Selbstbau von Telepromptern gestoßen: "Video Blogger Plasti-Prompter" von Max Rottersman in Version 1 und Version 2.

Nicht, dass ich einen Teleprompter bräuchte, die Idee ist aber gut und könnte sich irgendwann vielleicht noch mal als nützlich erweisen. Etwas professioneller, aber immer noch selbstgemacht, sieht das ganze dann so aus: "Bit by Bit: Forget Cue Cards, Make a Teleprompter!"

Meine Sendung soll sich ca. 5-10 Minuten lang um ein Experiment im Stile von MythBusters oder Kopfball drehen. Das ob, wann und wie steht allerdings noch in den Sternen. Das Problem ist, dass es bei YouTube & Co so ziemlich jeden Schwachsinn bereits gibt und Qualität eher selten gewürdigt wird. :-(

Aber vielleicht fällt mir ja noch was innovatives ein.

Walking Webcam

Falls mir noch jemand ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk machen möchte: Ein HD-Camcorder wäre eine feine Sache. Ich hatte schon überlegt, mir selbst einen zu schenken, habe von der Idee jedoch nach ausführlicher Studie der Angebotslage wieder Abstand genommen. Zum einen sind die Geräte mit rund 1,2 kEUR immer noch ziemlich teuer, zum anderen unterstützen die wenigsten Geräte bisher die volle HD-Auflösung. Für soviel Geld erwarte ich eigentlich mindestens 1920 x 1080 Pixel progressiv (1080p). Das bot aber nur einer der Camcorder, die ich mir angesehen hatte, und der hatte in anderen Bereichen Schwächen.

Der normale HDV-Standard scheint zudem nur maximal 1440 x 1080 Pixel zu spezifizieren (die allerdings auch progressiv), bei voller HD-Auflösung muss also irgend ein Trick eingesetzt werden, der möglicherweise auf Kosten der Kompatibilität geht.

Somit lasse ich die Technik noch ein wenig reifen und befasse mich in ein paar Monaten vielleicht noch einmal damit. Dennoch sehen auch die Ergebnisse der heutigen HD-Cams schon recht vielversprechend aus. Über eine Produktrezension bin ich auf die Homepage eines Skateteams gestoßen, das eine solche Kamera bereits einsetzt. Nicht übel, und das obwohl die Videos stark komprimiert und nur in der niedrigeren 720p-Auflösung vorliegen.

Gestern (Samstag) habe ich mich erstmal mit dem Treiber einer (normalauflösenden) USB-TV-Karte rumgeärgert. Der alte Treiber ist laut Windows-Eigenschaftendialog von 2004 (woran ich allerdings meine Zweifel habe, denn damals scheint es die Karte noch gar nicht gegeben zu haben) und verträgt sich nicht mit meiner Webcamsoftware. Die Latenzen werden immer länger und länger und sind irgendwann jenseits von gut und böse.

Der neue Treiber von 2007 lässt sich nicht installieren, was offensichtlich daran liegt, dass er eigentlich für das Vorgängermodell der Karte gedacht ist. Inzwischen habe ich das Problem dadurch gelöst, dass ich die Webcamsoftware durch eine andere ausgetauscht habe, die mit dem Treiber offenbar besser harmoniert.

Den Rest des Nachmittages habe ich damit verbracht, meinen neu erstandene Modelleisenbahn-Simulator ans Laufen zu bekommen, der an den selben Symptomen krankt: Die Grafik ruckelt teilweise gewaltig und das, obwohl mein PC die Systemanforderungen locker erfüllt (die Software ist schon älter, daher hab ich sie auch recht günstig vom virtuellen Grabbeltisch bekommen) und auch der Taskmanager keinerlei Ressourcenengpässe anzeigt.

Die Bedienung verstehe ich auch noch nicht wirklich, aber immerhin ist ein ausführliches Handbuch in der edlen Metalldosen-Verpackung mit aufgeprägter Dampflokomotive dabei. Vielleicht finde ich ja auf der Herstellerseite noch einen Patch, der die Probleme zu beheben vermag. Die Beispielanlagen sehen recht gut aus. Wenn ich mehr Zeit und Platz hätte, hätte ich auch mal wieder Lust, meine alte Modelleisenbahn aufzubauen. Als ich noch klein war, hatte ich unten am Bett eine Klappe, hinter der sich eine Art Schublade mit der Modellbahnanlage verbarg. Die Anlage war allerdings immer sehr spartanisch und bestand eigentlich nur aus den Gleisanlagen und Zügen. Ich hatte nie die Geduld, eine richtige Landschaft mit Bergen und Städten zu bauen. Mich interessierte mehr, die Streckenführung umzubauen und die Züge mit möglichst komplexen Steuersystemen auszustatten. Das war alles vor meiner Computer-Ära, so dass die Steuerungen elektrotechnisch oder mechanisch über Schaltkontakte und Walzen funktionierten. Leider gibt es davon keine Fotos, denn Digitalkameras gab es damals auch noch nicht und für die Analogfotografie hatte ich noch nie viel übrig. Irgendwann kam dann aber auch unser 286er-PC, zu dem sich dann später auch ein Fischertechnik-Interface gesellte und mit dem ich dann auch alle Teile beisammen hatte, um einen vollautomatischen Entladekran für einen Modelleisenbahnzug zu bauen.

Aber ich schweife ab, zurück in die Gegenwart. ;-)

Der eine oder andere wird sich vielleicht gewundert haben, wieso sich Freitag so lang und breit über das Geocaching referiert habe. Eigentlich wollte ich nur von einer Idee erzählen, die Webcams und Geocaching miteinander verbindet. Da Geocaching meinen Erfahrungen nach aber noch recht unbekannt ist, hielt ich es für angebracht, erstmal ein paar Grundlagen zu legen. Bringt ja nix, wenn mir hinterher niemand folgen kann, gelle?

Ich habe beim Aufräumen das kleine Kameramodul wiedergefunden, das ich vor längerer Zeit schon mal für ein Uniprojekt benutzt hatte. Die Kombination von Webcams und Geocaching in Form von Webcam-Caches ist nichts neues. Mit der kleinen Cam könnte man die Webcam-Cache-Idee jedoch erweitern und zu einem Eventcache ausbauen: An einem vorher bekanntgegebenen Datum läuft jemand mit einer Minikamera an der Mütze durch die die Stadt und speist jede Minute ein neues Webcam-Bild und seine groben Geokoordinaten über ein GPRS-Modem (Handy) ins Internet ein. Aufgabe der Cacher ist es nun, die Person zu finden und ein Passwort von ihr zu erfragen. Nur wer das Passwort kennt, darf sich später im Internet in Form eines Logeintrags ein Denkmal setzen.

Da sich der "Cache" in diesem Fall bewegt, müssen die Sucher schnell reagieren und möglicherweise auch in Teams zusammenarbeiten (möglicherweise auch über PMR-Funk - die Geräte bekommt man ja in jedem Baumarkt mittlerweile nachgeschmissen).

Der Schwierigkeitsgrad kann dabei problemlos variiert werden. In einem begrenzten Innenstadtbereich sollte die Aufgabe relativ einfach lösbar sein, nimmt man die komplette Stadt als Bewegungsbereich, so wird die Sache schon komplizierter. Und sobald sich der Kamera-Träger z.B. in eine Straßenbahn setzt, in der es keinen oder nur schlechten GPS-Empfang gibt, sind gute Stadtkenntnisse gefragt, da dann nur noch das Webcambild bleibt, um den aktuellen Aufenthaltsort zu erraten.

Freitag, 20. April 2007

Das wahrscheinlich längste Taschentuch der Welt

Ich glaube, ich hätte die letzten Tage doch häufiger eine Jacke anziehen sollen. Mein Taschentuchverbrauch ist so sprunghaft angestiegen, dass ich in der Firma schon fast einen zusätzlichen Mülleimer beantragen muss. (Hier zu Hause habe ich aus ökonomischen und ökologischen Erwägungen heraus ganz pragmatisch eine Rolle Klopapier auf dem Schreibtisch stehen.)

Zum Glück arbeitet mein Immunsystem in aller Regel recht zuverlässig, so dass sich die Zeiten, in denen die meisten Taschentücher tatsächlich zum Naseputzen (und nicht etwa Brilleputzen) drauf gehen, gewöhnlich recht kurz sind und ich mich nicht daran erinnern kann, wann ich das letzte mal krankheitbedingt nicht zur Arbeit konnte.

Ich bin daher optimistisch und hoffe, dass ich nächste Woche wieder fit bin. Außer der laufenden Nase habe ich auch keine Beschwerden. Es wäre jedenfalls sehr schade, wenn ich das Schwimmen ausfallen lassen müsste.

Während laufende Nasen in dieser Jahreszeit nichts ungewöhnliches sind, sind mit Kompass und Navigationsgeräten durch die Gegend laufende Menschen noch vergleichsweise selten anzutreffen.

Wie dem einen oder anderen bereits bekannt ist, fröne ich unter anderem auch einem Hobby namens Geocaching. Dabei handelt es sich -vereinfacht gesagt- um eine Schnitzeljagd oder Schatzsuche, wie sie auf Kindergeburtstagen nicht unüblich ist, allerdings mit modernen Mitteln wie GPS-Navigation und Internet.

Geocaching kann man sowohl alleine als auch in einer Gruppe betreiben: Zunächst sucht man sich im Internet auf einer entsprechenden Seite wie z.B. www.geocaching.com oder www.navicache.com einen interessanten Cache (das ist der "Schatz") in der Nähe aus. Auf den Seiten steht natürlich meistens nicht die genaue Position des Schatzes, denn das wäre ja zu einfach und langweilig.

Statt dessen findet man einen Startpunkt (häufig in Form von Geokoordinaten bestehend aus Längen- und Breitengrad), den man mit einem mobilen GPS-Empfänger wie z.B. einem Auto-Navigationssystem ansteuern kann. (Das Navigationssystem muss natürlich die Eingabe von numerischen Koordinaten unterstützen. In meinem Webalbum gibt es ein paar Fotos von meinem Equipment.)

Je nach Typ des Caches muss man nun eine oder mehrere Stationen finden und manchmal auch Aufgaben lösen um schließlich am Ziel anzugelangen. Hierbei sind der Phantasie und den Themen keine Grenzen gesetzt. Auch die Schwierigkeitsgrade variieren von ganz einfach (hinfahren und fertig) bis sehr schwer (z.B. Caches an der Unterseite von Brücken, in Höhlen oder unter Wasser) und ist in den entsprechenden Cachebeschreibungen im Internet vermerkt.

Ich persönlich mag besonders gerne Caches mit technischen Spielereien (z.B. den "Laser-Licht"-Cache bei Braunschweig) oder sogenannte "Lost Places", bei denen die Cachebehälter an geschichtsträchtigen Orten wie alten verlassenen Fabrikruinen versteckt sind.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch "Low-Tech"-Caches, für die man nicht einmal einen GPS-Empfänger benötigt sondern mit einem Stadtplan oder einem Kompass auskommt.

Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte, findet bei geocaching.de einen ersten Einstieg. Die Fragen und Antworten bei gps-info.de geben ebenfalls einen guten ersten Überblick, auch wenn einige Zahlen nicht mehr so ganz aktuell sind.

Wenn das Wetter wieder wärmer wird, geht's wieder los und Mitstreiter sind natürlich immer gerne gesehen. Also bewerbt euch bei mir. ;-)

Soweit für heute,
pcxHB

PS: Heute ist meine gewonnene Casino Royale-Blu-ray-Disk gekommen.

Donnerstag, 19. April 2007

Er bläst ganz ordentlich

Vor kurzem noch richtig gemütlich warm, nun isses wieder kalt und stürmisch. Das Bremer Wetter ist schon manchmal etwas launisch.

Zumindest die Windkraftanlagen scheinen von der Wetterlage zu profitieren und schießen hier wie Pilze aus dem Boden. Irgendwie sind die auch lustig, wenn ich das nötige Kleingeld habe, kaufe ich mir vielleicht auch mal einen Windgenerator. Leider sind selbst die Minigeräte für den Hausgebrauch (25 Watt, 70 Watt) schon recht teuer, obwohl sie kaum für eine Glühbirne reichen. Aber da die Windräder eigentlich nie still stehen, scheint es sich wohl zu lohnen?

Für den Einsatz in der deutschen Politik würde sich dagegen eher ein thermisches Kraftwerk zur Energieerzeugung anbieten. Könnte man die dort produzierte heiße Luft ins Fernwärmenetz einspeisen, wäre dem Klimawandel wahrscheinlich der Wind aus den Segeln genommen. Wenn ich mir die Nachrichten des Tages zum wieder aufgekochten Killerspiele-Verbot und dem Frontalangriff auf die Unschuldsvermutung so ansehe, würde ich mir jedenfalls ein wenig frischen Wind in den Diskussionen wünschen, der die Gemüter etwas abkühlt und den ganzen Populismus hinfort weht.

Positiv hat mich hingegen überrascht, dass meine Diplomarbeit inzwischen sogar bis in die Schweiz geweht ist: Eine Firma hat bei meinem damaligen Prof angefragt, ob sie meine Software benutzen und weiterentwickeln darf. Da alles unter GPL steht, ist das natürlich kein Problem und ich bin mal gespannt, was dabei rauskommt.